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29.6.2009 | Von:
Uwe Jun

Wandel des Parteien- und Verbändesystems

Im Parteien- und Verbändesystem sind Veränderungen erkennbar, die auf eine Schwächung der Großorganisationen hindeuten: einerseits Fragmentierung und Polarisierung, andererseits Ausdifferenzierung, Professionalisierung und Europäisierung.

Einleitung

Sowohl im deutschen Parteien- als auch im Verbändesystem sind seit der politischen Vereinigung 1990 Veränderungen erkennbar, die im Erosionsprozess der beiden Großparteien CDU und SPD und der traditionellen Verbände im Wirtschafts- und Sozialsektor ihren markantesten Ausdruck finden. Während Großparteien und -verbände an Mitgliedern und Wählern bzw. an ökonomischem Einfluss verlieren, befinden sich kleinere Parteien und spezifische Interessenorganisationen erkennbar im Aufwind. Diese weit gehende Parallelität der Schwächung von Großorganisationen ist mit Blick auf die Veränderungen des Parteien- und Verbändesystems nicht überraschend, da gesamtgesellschaftliche Entwicklungen diesen Prozessen zu Grunde liegen.






Die Frage, wie diese Veränderungen im Einzelnen zu erklären sind, soll im Vordergrund dieser Skizze stehen. Nicht zentral behandelt werden die veränderten Interaktionen von Parteien- und Verbändesystem, ohne diese aber auszublenden. Ebenso wird nicht ausführlich eingegangen auf die unmittelbaren Auswirkungen der politischen Vereinigung für das Parteien- und Verbändesystem, wiewohl Konsequenzen und Folgewirken des Institutionentransfers von West- nach Ostdeutschland keineswegs negiert werden.