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1.4.2009 | Von:
Ol'ga Gyárfásová

Die Zukunft der NATO in Mittelosteuropa

Der Wechsel im Weißen Haus dürfte die transatlantischen Beziehungen verbessern. Zudem ist eine Annäherung der außen- und sicherheitspolitischen Prioritäten der mittelosteuropäischen Länder zu erwarten.

Einleitung

Wenn man sich über die Zukunft der NATO Gedanken machen will, muss man mit der Vergangenheit beginnen. Wir müssen beim historischen Wendepunkt im Jahr 1989 ansetzen und uns das Ende des Kalten Krieges und den Zusammenbruch der kommunistischen Regime in Erinnerung rufen. Der Traum von der Rückkehr "von der falschen Seite des Vorhangs", den die Bewohner Mittel- und Osteuropas 40 lange Jahre geträumt hatten, drückte sich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in der Parole "Zurück nach Europa" aus. Er umfasste auch den Wiedereintritt in die westliche Staatengemeinschaft - transatlantische Zusammenarbeit und volle NATO-Mitgliedschaft inbegriffen. "Der Westen" war Symbol der Freiheit und des Wohlstands.






Die Integration in die Europäische Union (EU) und in die NATO wurden stets als zwei Seiten derselben Medaille und als strategische Ziele betrachtet, die nicht bloß als miteinander vereinbar, sondern sogar als sich gegenseitig verstärkend angesehen wurden. Allerdings hatte Anfang der 1990er Jahre niemand erwartet, dass sich der Weg in diesen Hafen derart lang und schwierig gestalten und dass das Erreichen des Ziels einen Neuanfang bedeuten würde. Der 60. Jahrestag der NATO-Gründung ist eine hervorragende Gelegenheit zu feiern, aber auch, um innezuhalten.