APUZ Dossier Bild
1 | 2 | 3 | 4 | 5 Pfeil rechts

Afrikanische Friedens- und Sicherheitsarchitektur: Institutionalisierte Zusammenarbeit in und für Afrika


8.12.2010
Seit 2004 hat sich die Sicherheitskooperation in Afrika intensiviert und institutionalisiert. Trotz Fortschritten leidet die Sicherheitsarchitektur am mangelnden politischen Willen ihrer Mitglieder und der starken Abhängigkeit von auswärtiger Hilfe.

Einleitung



Medienberichte über ethnisch und religiös motivierte Gräueltaten, Vorwürfe von Wahlfälschungen und Staatsstreichen haben auch in jüngster Vergangenheit das Bild von Afrika geprägt. Diesen Eindruck hat selbst die in Südafrika ausgetragene Fußball-Weltmeisterschaft 2010 nicht nachhaltig zu verändern vermocht, wie viele Beobachter im Vorfeld des sportlichen Großereignisses noch gehofft hatten. Doch wird ein solch negatives Bild den Fortschritten, die der Kontinent im vergangenen Jahrzehnt in vielen Bereichen gemacht hat, keinesfalls gerecht. Dies gilt neben dem wirtschaftlichen Aufschwung in vielen Ländern vor allem für den Bereich der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit in Afrika. Gerade im Hinblick auf den dritten Afrika-EU-Gipfel, der im November 2010 in Tripolis stattgefunden hat, ist es wichtig, Chancen und Risiken der sicherheitspolitischen Kooperation afrikanischer Staaten auszuloten.

Ausgehend von der Gründung der Afrikanischen Union (AU) im Jahre 2002 hat sich die schrittweise herausbildende und auf mehreren Säulen ruhende Afrikanische Friedens- und Sicherheitsarchitektur (AFSA) zu dem institutionellen Kern neuer panafrikanischer Sicherheitsüberlegungen entwickelt. Die Wiederbelebung des Gedankens einer kontinentalen Sicherheitsarchitektur[1] für Afrika hat sich vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Revision der institutionellen Beziehungen zwischen den 53 Staaten Afrikas sowie einer Neuinterpretation der dieser Kooperation zugrunde liegenden Normen vollzogen.[2]





Fußnoten

1.
Vgl. Stefan Gänzle/Benedikt Franke, African Developments: Continental Conflict Management - a Glass half full or half empty?, Bonn 2010; Hany Besada (ed.), Crafting an African Security Architecture, Waterloo 2010; Benedikt Franke, Security Cooperation in Africa: A Reappraisal, Boulder 2009; Ulf Engel/João G. Porto (eds.), The New Peace and Security Architecture of the African Union, Aldershot 2009.
2.
Vgl. Sven Grimm/George Katito, African Developments: Continental Integration in Africa - AU, NEPAD and the APRM, Bonn 2010.