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19.10.2010 | Von:
Henrik Uterwedde
Pascal Kauffmann

Verlorene Konvergenz? Deutschland, Frankreich und die Euro-Krise

Die deutsch-französischen Kontroversen im Zuge der Euro-Krise sind Ausdruck unterschiedlicher Grundeinstellungen. Beide Partner sollten ihre Positionen nicht gegeneinander ausspielen, sondern als Teil der gemeinsamen Lösung anerkennen.

Einleitung

Die Krise der europäischen Währungsunion in der Folge der gravierenden Finanzprobleme Griechenlands hat wiederholte Meinungsunterschiede zwischen Frankreich und Deutschland offengelegt. Auch wenn beide Regierungen immer wieder Kompromisse finden konnten, drohen doch die Kontroversen Spuren zu hinterlassen. Denn sie wurden in den Medien mit zuweilen schrillen Tönen begleitet; wechselseitige Vorwürfe und Unterstellungen beherrschten die Debatten.

Die vorliegende Analyse will die Positionen beider Partner klären und deren tiefer liegende Ursachen ergründen. Nur ein besseres Verständnis der jeweiligen Eigenlogik und der Motivation des Nachbarn erlaubt es, die Divergenzen zu identifizieren, aber auch mögliche Kompromissfelder zu benennen.[1]




Fußnoten

1.
Dieser Beitrag beruht auf einer längeren Analyse beider Autoren für das Deutsch-Französische Institut Ludwigsburg vom Juli 2010, online: www.dfi.de/de/pdf/VerloreneKonvergenz.pdf (9.9.2010); auf Französisch unter: www.ifri.org/?page=detail-contribution&id=6133&id_provenance=97 (9.9.2010).