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25.6.2010 | Von:
Michael Rauhut

Held der Arbeiterklasse: Zur John-Lennon-Rezeption in der DDR

Wie schon die Beatles, diente John Lennon der DDR als kontrastreiche Projektionsfläche. Von der Propaganda wurde er mal als zynischer Kapitalist, mal als Friedenskämpfer dargestellt.

Einleitung

Wenige Wochen vor der Auflösung des Kulturministeriums der DDR 1990 klingelt im Forschungszentrum populäre Musik der Humboldt-Universität das Telefon. Ein Referent des Ministers lässt wissen, dass in den Kellerräumen des Gebäudes am Berliner Molkenmarkt große Bestände vom Zoll konfiszierter Westschallplatten lagern, die man in Kürze zu entsorgen beabsichtige. Vielleicht seien ja ein paar Exemplare für die Phonothek von Interesse. Wie sich schnell herausstellt, sind sämtliche Tonträger infolge diverser Rohrbrüche und massiver Putzschäden unbrauchbar. Nun taugen sie nur noch als stumme Zeugnisse eines Regimes, das die Macht der Musik fürchtete.

Unter der Schmuggelware befinden sich meterweise Produktionen der Beatles. Es sind vor allem Exemplare von "Rubber Soul" und "Revolver", die sich im Eisernen Vorhang verfingen. Beide Langspielplatten, im Dezember 1965 bzw. August 1966 veröffentlicht, fielen einer kultur- und jugendpolitischen Eiszeit zum Opfer.


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