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14.5.2010 | Von:
Inken Wiese

Das Engagement der arabischen Staaten in Afghanistan

Ausblick

Insgesamt ähnelt die Dokumentation des arabischen Afghanistan-Engagements wie auch die Analyse der dahinterstehenden politischen Strategie für die Jahre nach 2001 einem Puzzlespiel - wie schon für die ersten beiden Phasen. Der kurze Überblick zeigt jedoch, dass das Urteil einer großen Zurückhaltung dieser Länder am Afghanistan-Einsatz in dieser Form nicht standhält. Die Aussicht, mit ihrem Engagement im heutigen Afghanistan weder bei einer innerarabischen noch bei einer westlichen politischen Öffentlichkeit Unterstützung zu erfahren, lässt sie hinsichtlich weiterer Verpflichtungen jedoch zögern. Trotz der Besorgnis um die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit von Investitionen in einem Konflikt, der auch am Golf zunehmend unlösbar scheint, muss jedoch zur Kenntnis genommen werden, dass der bisherige Mitteleinsatz sowie die politischen Initiativen am Golf darauf hinweisen, dass in den politischen Strukturen dieser Staaten ein größeres Interesses gegenüber dem Thema herrscht als weithin angenommen. So untermauert die Übernahme von Kosten in Höhe von 44 Millionen US-Dollar durch die VAE für Ausrüstung und Training des Personals für die Flughafensicherheit in Kabul und Kandahar nicht nur die bilaterale Bedeutung, die der Luftverkehr und der darüber abgewickelte Handel von Waren und Arbeitskräften zwischen Dubai und Afghanistan haben.[23] Es ist auch Beleg für die konkreten Bemühungen der VAE, die Einfuhr von Drogen aus Afghanistan über den Flugverkehr nach Dubai zu unterbinden. Hier fänden sich weitere Ansatzpunkte für mögliche Kooperationen mit dem Westen. Darüberhinaus weist die Zusammenarbeit mit den großen staatsnahen Stiftungen, die technisch wie personell mit der Durchführung der meisten Projekte in Afghanistan betraut sind, Potenzial auf, den Mittelabfluss und damit den offiziellen Beitrag arabischer Staaten für Afghanistan in den offiziellen Datenbanken deutlicher zu dokumentieren.

Fußnoten

23.
Vgl. www.ttnworldwide.com/arcarticles.aspx?id=1243&artid=8969&issueid=300 (4.5.2010); www.paktribune.com/news/print.php?id=213435 (4.5.2010).