APUZ Dossier Bild

30.6.2011 | Von:
Jana Puglierin
Christoph Schwarz

Das Ende der amerikanischen Supermacht nach "9/11"?

Enorme Selbsterneuerungskräfte

Es bestehen gute Gründe für die Annahme, dass sich die Abgesänge auf Amerika auch dieses Mal als falsch herausstellen. Angesichts der Alternativen - etwa einem national-kommunistischen China oder einem autokratischen Russland als Weltordnungsmacht Nummer eins - ist dies nicht nur eine realistische, sondern auch eine wünschenswerte Perspektive.

Die enormen Selbstheilungs- und Selbsterneuerungskräfte der USA machen einen absoluten Niedergang amerikanischer Macht in absehbarer Zukunft unwahrscheinlich. Selbst wenn andere Mächte im internationalen System an Bedeutung gewinnen, werden auch die kommenden Jahrzehnte in überwältigender Weise von den amerikanischen Ideen und Idealen dominiert sein.

Der aktuell zu beobachtende Trend, den Niedergang der amerikanischen Macht herbei zu schreiben, ist eher als Ernüchterungsprozess und Reaktion auf die amerikanischen Selbstüberhöhungen um die Jahrtausendwende zu verstehen. Denn so hyper-mächtig, wie zeitweilig angenommen, sind die Vereinigten Staaten in einem durch ständig zunehmende Interdependenz- und Verflechtungsprozesse gekennzeichneten internationalen System, das durch eine sich globalisierende Weltwirtschaft gestützt wird, nie gewesen.