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Der 11. September im nationalen Bewusstsein der USA


30.6.2011
"9/11" führte die westliche Welt in den "Globalen Krieg gegen den Terror". Dieser Beitrag untersucht den Stellenwert des 11. September im nationalen Bewusstsein der USA und fragt nach der Funktion der Erinnerung an diesen Tag.

Einleitung



Auch zehn Jahre nach dem 11. September 2001 sind die Folgen der Terroranschläge noch immer spürbar. Dies wird nicht nur am gegenwärtigen Umgang der USA mit der Terrorgefahr deutlich wie etwa im Hinblick auf die Weiterführung von Militärtribunalen statt Zivilgerichten für Terrorverdächtige, das Festhalten an der unbeschränkten Beugehaft in Guantanamo Bay, die fortwährenden Debatten um globale Sicherheitspolitik und die Fortsetzung des Krieges in Afghanistan. Auch die Teilnahme einzelner Länder am "Krieg gegen den Terror" und die Notwendigkeit innenpolitischer Maßnahmen zur Terrorprävention bezeugen die Folgen des 11. Septembers in Europa. Die Möglichkeit, "bemannte Geschosse" als Waffen zu nutzen, wie der amerikanische Autor Don DeLillo die Flugzeuge vom 11. September 2001 trefflich bezeichnete,[1] erregt die Gemüter spätestens wieder seit der Fukushima-Katastrophe. Als etwa Bundesumweltminister Norbert Röttgen im März 2011 seinen Prüfkatalog für die Widerstandfähigkeit der 17 deutschen Atomkraftwerke vorlegte, standen Flugzeugabstürze ganz oben auf der Liste.

Die dominanten Bilder jenes Tages - die brennenden Twin Towers, sich von den Dächern des World Trade Centers (WTC) stürzende Menschen, ein in Schutt und Asche liegendes Manhattan - haben sich nachhaltig ins kollektive Bewusstsein gebrannt. Heute sind sie fester Bestandteil jedes Antiterrorszenarios. Die Anschläge haben somit nicht nur das internationale Sicherheitsempfinden verändert, sondern auch das nationale Bewusstsein einiger westlicher Gesellschaften.


Fußnoten

1.
Don DeLillo, In the Ruins of the Future, in: Harper's Magazine, (2001) 12, S. 35.