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21.2.2011 | Von:
James Dingley

Kurdistan zwischen Autonomie und Selbstverantwortung

Offiziell wird die territoriale Einheit des Irak gewahrt. Demgegenüber stehen Autonomiebestrebungen der Kurden. Dennoch stellt sich die Frage, ob ein stabiler demokratischer Irak nicht ein besserer Ort zum Leben wäre als ein isoliertes Kurdistan.

Einleitung

Die Autonome Region Kurdistan (Heremê Kurdistanê), die an den Iran, die Türkei und Syrien grenzt, ist die nördliche Provinz und laut Verfassung ein integraler Bestandteil der Republik Irak. Das wird auch von der kurdischen Regionalverwaltung anerkannt. Die Invasion in den Irak im Jahr 2003 hat dies sogar noch bekräftigt, weil die USA und Großbritannien bei ihrem Einmarsch ausdrücklich betonten, dass sie keine Absicht hegten, den Irak aufzuteilen und seine territoriale Unversehrtheit bewahren würden. Sie wiederholten diese Ansicht bei jeder sich bietenden offiziellen Gelegenheit.




Jedoch besteht oft ein Unterschied zwischen offiziellen verfassungsrechtlichen Gegebenheiten und den inoffiziellen ungeschriebenen Bestrebungen derer, die dieser Verfassung unterstehen. Die Zukunft könnte wohl komplizierter werden als es das offizielle Erscheinungsbild nahelegt, weil viele Kurden nach Unabhängigkeit streben. Darüber hinaus träumen auch einige davon, alle Kurden in einem Nationalstaat zu vereinen, was tief greifende Konsequenzen für den Iran, Syrien und die Türkei - Länder mit bedeutenden kurdischen Bevölkerungsgruppen - hätte. Durch derartige territoriale Veränderungen würde wiederum eine weitere Destabilisierung der ohnehin instabilen Region drohen.