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10.1.2011 | Von:
Arne Busse

Mit "Ballerspielen" gegen pädagogische "No-Go-Areas"? Erfahrungen mit Eltern-LANs

Resümee und Ausblick

Die Konzeption der bundesweiten Eltern-LANs sieht eine Anbindung an den professionellen eSport vor, um einen Einblick in diese Jugendkultur zu ermöglichen. Aber auch in schulischem Rahmen können Erwachsene mit Jugendlichen über Faszination und Wirkung von Computerspielen ins Gespräch kommen, indem beispielsweise Schülerinnen und Schüler gewonnen werden, die Eltern und Lehrende bei einer ähnlichen Veranstaltung beim Spielen unterstützen. Seit 2010 besteht die Möglichkeit, die Eltern-LANs auch direkt in Schulen oder Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit zu veranstalten. Insgesamt gab es bisher zehn solcher mobilen Eltern-LANs. Der Vorteil dieser Variante ist offensichtlich: Da hier Teilnehmende aufeinander treffen, die auch im Anschluss an die Eltern-LAN noch miteinander zu tun haben werden, können die gewonnenen Erkenntnisse und Kompetenzen in dem pädagogischen Bezugsrahmen (Schule, Jugendeinrichtung) auch für die weitere pädagogische Arbeit gemeinsam genutzt werden, bis hin zu einer gemeinsamen Computerspielveranstaltung von Erwachsenen und Jugendlichen.[15]

Aber es muss nicht immer gleich eine "LAN-Party" sein, um mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch zu kommen; gerade im familiären Rahmen reicht das gemeinsame Spielen von Eltern und Kind(ern): "Durch das Mitspielen erfahren Eltern, welche Faszination von Computerspielen ausgeht und verstehen vielleicht eher, warum Kinder so viel Zeit damit verbringen. (...) Durch die längere Beschäftigung mit einem Spiel, das die eigenen Kinder spielen, ergeben sich vielleicht neue Beziehungsebenen und damit neue Gespräche. (...) Ist man als Verbündeter anerkannt, ändert sich auch die Beziehungsebene für den Moment des Spiels. Der Vater, der Erwachsene, wird als gleichwertiger Mitspieler akzeptiert. Anschließende Gespräche finden zwischen Spielern statt und nicht zwischen Vater und Sohn."[16]

Der Text wurde gemeinsam mit Torben Kohring (Projektleiter des Spieleratgeber NRW des Vereins ComputerProjekt Köln), Ibrahim Mazari (Pressesprecher und Jugendschutzbeauftragter Turtle Entertainment GmbH, Veranstalter der ESL), Tobias Miller (Redaktionsleiter von spielbar.de, dem Internetangebot der bpb zu Computerspielen), Horst Pohlmann und JürgenSleegers (Dipl.-Pädagogen und Leiter von Spielraum, Institut zur Förderung von Medienkompetenz an der Fachhochschule Köln) und Adrian Weiß (PR-Manager Turtle Entertainment GmbH, Veranstalter der ESL) verfasst. Er basiert auf einem Vortrag, der am 11. Mai 2010 im Rahmen der Ringvorlesung "Keine Bildung ohne Medien" an der Universität Hamburg gehalten wurde und im Frühjahr 2011 in einem Sammelband zur Ringvorlesung in veränderter Form erscheinen wird.

Fußnoten

15.
Beispiele hierfür sind online beschrieben auf: www.spielbar.de/neu/2010/02/elternabend-zu-und-mit-computerspielen/; www.spieleratgeber-nrw.de/?siteid=1927; http://cms-dev.fh-koeln.de/spielraum/level3/schulische_
medienpaedagogik/00678/index.html (alle 21.12.2010).
16.
Jens Wiemken, Computerspiele & Internet? Der ultimative Ratgeber für Eltern, Düsseldorf 2009, S. 154ff.