Opposition activists carry the Ukrainian national flag during an action of protest against the current regime in Kiev, Ukraine, Saturday, May 18, 2013. (AP Photo/Efrem Lukatsky)

18.6.2018

Dokumentation: Inszenierter Mord an Arkadi Babtschenko

Kann eine Regierung noch glaubwürdig sein, wenn sie den Mord an einem Journalisten vortäuscht, um ihn zu schützen? Die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen hat nach dem von der Ukraine fingierten Mord an dem russischen Journalisten Arkadi Babtschenko Zweifel.

Der ukrainische Geheimdienst fingierte den Mord des russischen Journalisten Arkadi Babtschenko.Der ukrainische Geheimdienst fingierte den Mord des russischen Journalisten Arkadi Babtschenko. (© picture alliance/DPR)

Reporter ohne Grenzen: Auf Kosten der Glaubwürdigkeit

31.05.2018

Journalisten dürfen sich nicht zum Instrument von Geheimdienstoperationen machen lassen, warnt Reporter ohne Grenzen (ROG). Die Organisation beklagt, dass Öffentlichkeit und Regierungen mit dem in der ukrainischen Hauptstadt Kiew vorgetäuschten Mord an dem russischen Kriegsreporter Akardi Babtschenko in die Irre geführt wurden.

"Solche Inszenierungen sind ein Stich ins Mark der Glaubwürdigkeit des Journalismus", sagte ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske. "Es ist unglaubwürdig, dass ein möglicher Mordanschlag nicht anders als durch dessen Vortäuschen verhindert werden kann. Wir fordern von den ukrainischen Behörden umgehend Aufklärung über die Hintergründe des vorgetäuschten Journalistenmordes."

Babtschenko hatte in den 90er Jahren als Soldat der russischen Armee in Tschetschenien gekämpft, bevor er zu einem renommierten Kriegsreporter wurde. Er arbeitete in Russland unter anderem für die unabhängige Nowaja Gaseta und den Radiosender Echo Moskwy. 2008 berichtete er aus Südossetien über den Krieg zwischen Georgien und Russland.

Im Februar 2017 verließ Babtschenko Russland, nachdem er und seine Familie bedroht worden waren. Er lebte in Tschechien und Israel, bevor er im August 2017 nach Kiew zog. Von dort berichtete er unter anderem über den Krieg in der Ostukraine und arbeitete für den krimtatarischen Fernsehsender ATR.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht die Ukraine auf Platz 101 von 180 Staaten.

Quelle: Reporter ohne Grenzen,https://www.reporter-ohne-grenzen.de/pressemitteilungen/meldung/auf-kosten-der-glaubwuerdigkeit/

Gemeinsam herausgegeben werden die Ukraine-Analysen von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V., dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien, dem Leibniz- Institut für Ost- und Südosteuropaforschung und dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) gGmbH. Die bpb veröffentlicht sie als Lizenzausgabe.

Ukraine