9. November 1918, Berlin. Philipp Scheidemann (mit erhobenem Arm) ruft auf dem Balkon des Reichstagsgebäudes die Republik aus. Möglicherweise wurde diese Szene nach dem Ereignis für die Fotografen nachgestellt. Erstveröffentlichung: Berliner Illustrirte Zeitung vom 24. November 1918

24.8.2018 | Von:
Ernst Piper

Deutsche Revolution

Oktoberreformen
Die revolutionären Ereignisse in Russland beeinflussten auch die innenpolitische Debatte in Deutschland. Die Arbeiterschaft, die das Gros der Soldaten in den Schützengräben an der Westfront stellte, sah mit wachsender Ungeduld, dass es keine Fortschritte bei der Demokratisierung des deutschen Kaiserreiches gab, für das sie Krieg führen mussten. Kaiser Wilhelm II. stellte auf Drängen von Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg in seiner Osterbotschaft vom 7. April 1917 immerhin eine Reform des preußischen Dreiklassenwahlrechts in Aussicht, das die Arbeiterschaft bisher extrem benachteiligt hatte. Das war wenig aus der Sicht der kriegsmüden Bevölkerung, aber den preußischen Konservativen schon zu viel. Das linksliberale Bürgertum, das die tragende Kraft der Revolution von 1848 gewesen war, spielte nach der "Reichsgründung von oben" als politischer Machtfaktor kaum noch eine Rolle.

Seit den Reichstagswahlen von 1912 war die SPD die mit Abstand stärkste Fraktion im Deutschen Reichstag. Zusammen mit dem katholischen Zentrum und der Fortschrittlichen Volkspartei stellte sie eine klare Mehrheit der Abgeordneten. Aber politisch wirksam wurde diese Mehrheit nicht, da die SPD jede Zusammenarbeit mit bürgerlichen Parteien ablehnte. Erst im Lauf des Krieges wuchs die Bereitschaft zur Zusammenarbeit zwischen dem sozialdemokratischen Mehrheitsflügel und den gemäßigten bürgerlichen Parteien. Manifest wurde dies am 6. Juli 1917, als die drei Parteien den sogenannten Interfraktionellen Ausschuss bildeten. Anlass dazu war die Friedensresolution, die der Zentrumsabgeordnete Matthias Erzberger im Reichstag eingebracht hatte und die auf eine Beendigung des Krieges durch einen Verständigungsfrieden abzielte. Es waren dies dieselben politischen Kräfte, die nach der Wahl zur Nationalversammlung dann die sogenannte Weimarer Koalition bildeten.

Am 29. September 1918 erklärte die Oberste Heeresleitung (OHL) den Krieg an der Westfront für verloren und forderte die Regierung auf, Waffenstillstandsverhandlungen aufzunehmen. Erich Ludendorff plädierte dafür, sofort mit US-Präsident Woodrow Wilson Kontakt aufzunehmen, von dem man sich die mildesten Waffenstillstandsbedingungen erhoffte. Zugleich schlug er eine Parlamentarisierung des Deutschen Reiches vor, das bedeutete eine Einbeziehung der im Interfraktionellen Ausschuss verbundenen Parteien in die Regierungsarbeit. Das war sicher ein taktischer Vorschlag, denn Ludendorff war nicht bereit, selbst an den anstehenden Kapitulationsverhandlungen mitzuwirken.

Am 3. Oktober 1918 wurde Prinz Max von Baden neuer Regierungschef. Er war ein Vertreter der alten gesellschaftlichen Elite, kein Demokrat, aber vom süddeutschen Liberalismus geprägt. Prinz Max ernannte die Sozialdemokraten Philipp Scheidemann und Gustav Bauer zu Staatssekretären, sodass nun erstmals auch die SPD in der Regierung vertreten war. Er tat dies, weil er es für unvermeidlich hielt, die Sozialdemokratie einzubinden, und außerdem Erzberger als den gefährlicheren Gegner ansah. Nach seiner Überzeugung war Erzberger die treibende Kraft hinter dem Bemühen, der Regierung "Majoritätsfesseln" anzulegen. Prinz Max wollte die Reichstagsmehrheit "wieder in ihre wohlverdiente Ohnmacht zurücktreiben" und das Deutsche Reich vor einem "Erzberger-Scheidemann-Frieden", das heißt einem Verständigungsfrieden, retten. Er war davon überzeugt, dass er dazu eher in der Lage war als sein Vorgänger Georg Graf von Hertling.

Ob gewollt oder nicht, die Zugeständnisse in Richtung einer Parlamentarisierung entfalteten ihre eigene Dynamik. Als der soeben gekürte Reichskanzler am 5. Oktober seine erste Rede im Reichstag hielt, bekannte er sich zur parlamentarischen Demokratie, zur Friedensresolution von 1917 und begrüßte Wilsons 14-Punkte-Programm. Das alles tat er gegen seine innere Überzeugung. In der Rede, die er eigentlich hatte halten wollen, hatte etwas ganz anderes gestanden, aber Vizekanzler Friedrich von Payer und der Staatssekretär des Auswärtigen, Wilhelm Solf, hatten ihn genötigt, eine Rede zu halten, die den Eindruck hinterließ, die neue Regierung habe die Zeichen der Zeit verstanden.

Prinz Max war auch nicht in Uniform vor den Reichstag getreten, was ebenfalls ein Zugeständnis an die Zeitstimmung war. Dabei hatte er die Hoffnung, der Krieg könne womöglich doch noch so lange fortgesetzt werden, bis man den Alliierten erträgliche Friedensbedingungen abringen könne, und als seine vornehmste Aufgabe sah er es an, die Kaiserkrone zu retten. Aber in der Öffentlichkeit wurde er als ein Mann wahrgenommen, der bereit war, die erforderlichen Schritte einzuleiten, um das Land aus der schweren Krise, in die es geraten war, herauszuführen und der auch vor Reformen nicht zurückscheute. Diese Schritte waren indes zu zögerlich und sie kamen zu spät, um noch viel zu bewirken.

Das "Gesetz zur Änderung der Reichsverfassung" war der Versuch, die Reichstagsmehrheit politisch einzubinden und das vorparlamentarische System des semikonstitutionellen deutschen Kaiserreiches zu überwinden. Aber diese Parlamentarisierung kam zu spät, sie war de facto die unmittelbare Vorstufe zum Ende der Monarchie. Das politische System des Kaiserreiches war bei allen Modernisierungsdefiziten den Herausforderungen des Krieges gewachsen gewesen, solange die große Mehrheit der Bevölkerung an einen deutschen Sieg glauben konnte. Aber im Herbst 1918 gab es für diesen Glauben keine Basis mehr.

Quellentext

Aufzeichnung des Reichskanzlers Prinz Max von Baden, 16. Oktober 1918

Die militärische Lage hat uns auf Verlangen der Obersten Heeresleitung unerwartet genötigt, am 5. Oktober ein hastiges Ersuchen um Waffenstillstand an den Präsidenten der Vereinigten Staaten zu richten. Dieser Schritt kam einer Kapitulation gleich und ist von unseren Feinden wie auch im neutralen Ausland nicht anders als militärische Bankerott­erklärung aufgefasst worden. […]
Angesichts der Lage sind für heute nur zwei Entscheidungen möglich, entweder der Kampf bis zur Vernichtung oder der Versuch, nach dem militärischen Zusammenbruch wirtschaftlich und politisch zu retten, was noch zu retten ist.
Der Wunsch, in Ehren unterzugehen, liegt sicher für den Einzelnen nahe. Der verantwortliche Staatsmann muss aber damit rechnen, dass das Volk in seinen breiten Massen ein Recht hat, nüchtern zu verlangen, zu leben, statt in Schönheit zu sterben.

Die Erste Republik, Piper Verlag, München 1992, S. 39

1918

8. August Eine britisch-französische Offensive fügt den Deutschen schwere Verluste zu, "schwarzer Tag des deutschen Heeres" (Ludendorff).

14. September Kaiser Karl I. von Österreich sendet eine Friedensnote an alle alliierten und neutralen Staaten.

29. September Die OHL erklärt den Krieg an der Westfront für verloren, Erich Ludendorff plädiert für Waffenstillstandsverhandlungen.

30. September Kapitulation Bulgariens

Wilhelm II. kündigt an, das parlamentarische System in Deutschland einzuführen, Reichskanzler Georg Graf von Hertling tritt zurück.

3. Oktober Prinz Max von Baden wird zum Reichskanzler ernannt, Philipp Scheidemann wird Staatssekretär ohne Portefeuille, Gustav Bauer wird am Tag darauf Staatssekretär des neu errichteten Reichsarbeitsamtes. Beide gehören der SPD an.

4. Oktober Prinz Max von Baden ersucht Woodrow Wilson in einer öffentlichen, von der OHL vorbereiteten Note um Friedensverhandlungen auf der Basis der 14 Punkte vom 8. Januar 1918.

25. Oktober Das "Gesetz zur Abänderung der Reichsverfassung" wird verabschiedet und tritt am 28. Oktober in Kraft.

26. Oktober Die österreichische Regierung beschließt, unabhängig vom Deutschen Reich mit Wilson über einen Waffenstillstand zu verhandeln.

28. Oktober Ausrufung der Tschechoslowakischen Republik


Kieler Matrosenaufstand
Es gehörte zu den ersten Amtshandlungen des neuen Reichskanzlers Prinz Max von Baden, mit Woodrow Wilson, dem Präsidenten der USA, Kontakt aufzunehmen. Von allen Kriegsgegnern war er derjenige, von dem am ehesten moderate Friedensbedingungen zu erhoffen waren. Konkreter Bezugspunkt war sein 14-Punkte-Programm vom 8. Januar 1918, in dem er Grundzüge einer Friedensordnung für ein Nachkriegseuropa entwickelt hatte. Unglücklicherweise versenkte sechs Tage später, am 10. Oktober, ein deutsches U-Boot das britische Passagierschiff RMS Leinster. Das führte zu einer abrupten Verhärtung auf amerikanischer Seite, schließlich war die Wiederaufnahme des deutschen U-Boot-Krieges, der sich ausdrücklich auch gegen zivile Schiffe richtete, der Anlass für den Kriegseintritt der USA gewesen.

Wilson präsentierte verschärfte Friedensbedingungen und forderte eine Garantie der fortwährenden militärischen Überlegenheit der Alliierten, was dazu führte, dass die Führung der OHL, Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg und sein Stabschef Erich Ludendorff, von ihrer Befürwortung von Friedensverhandlungen wieder abrückten. Sie fuhren ohne kaiserliche Erlaubnis nach Berlin und erklärten am 24. Oktober in einem von Ludendorff verfassten und von Hindenburg unterzeichneten Armeebefehl: "Die Antwort Wilsons fordert die militärische Kapitulation. Sie ist deshalb für uns Soldaten unannehmbar. Sie ist der Beweis, dass der Vernichtungswille unserer Feinde, der 1914 den Krieg entfesselte, unvermindert fortbesteht." Das war ein klarer Fall von Insubordination, von Gehorsamsverweigerung. Reichskanzler Prinz Max von Baden zwang die beiden Generäle, Wilhelm II. um ihre Entlassung zu bitten. Der Kaiser nahm das Entlassungsgesuch von Ludendorff an, nicht aber das von Hindenburg.

Ludendorff wollte das deutsche Volk zu einer letzten großen Anstrengung aufrufen, um das Blatt doch noch zu wenden. Eine solche levée en masse (Massenaushebung) hatte das revolutionäre Frankreich 1793 im Ersten Koalitionskrieg in schwieriger Lage zum Sieg geführt. Aber in Deutschland war daran nicht zu denken. Prinz Max von Baden schrieb rückblickend über das Ende des Ersten Weltkrieges: "Wohl würden die Massen aufstehen, aber nicht gegen den Feind, sondern gegen den Krieg und die ‚militärischen Beherrscher’ und ‚monarchischen Aristokraten’, zu deren Schutz er ihrer Meinung nach geführt würde." Das war zutreffend beobachtet. Die Menschen wollten sich nicht in einem Krieg opfern, von dem sie den Eindruck haben mussten, dass es nicht um ihre Sache ging. Es rächte sich, dass ein erstarrtes Regime es versäumt hatte, durch ein Reformprogramm, das den Namen verdiente, dem Millionenheer der Arbeiter deutlich zu machen, dass der Staat, für den sie ins Feld zogen, auch ihr Staat war.

Die Initialzündung für die Revolution ging weder von der Obersten Heeresleitung noch von der Regierung, sondern von der Seekriegsleitung aus. Konteradmiral Adolf von Trotha, der Chef des Personalamts im Reichsmarineamt, gab am 24. Oktober den Befehl zum Auslaufen der in dem Reichskriegshafen Wilhelmshaven liegenden Hochseeflotte, der drei Tage später von Admiral Reinhard Scheer genehmigt wurde. Das sprach sich bald herum und sorgte für erhebliche Unruhe. Die Kriegsmüdigkeit war auch bei den Schiffsbesatzungen groß und sie wollten nichts tun, was die Aussicht auf baldigen Frieden gefährden konnte.

Als sich die Anzeichen verdichteten, dass die Hochseeflotte zu einer letzten Feindfahrt auslaufen sollte, um die Ehre der deutschen Marine zu retten, kam es auf den Schiffen zu einer offenen Rebellion, die auch durch zahlreiche Verhaftungen nicht mehr zu stoppen war. Die Matrosen hatten keine Lust, sich am Ende des offensichtlich verlorenen Krieges noch verheizen zu lassen und meuterten. Die entscheidenden Ereignisse, die zur Revolution führten, spielten sich in Kiel ab, das wie Wilhelmshaven Reichskriegshafen war. Von den Nordseehäfen breitete sich die Revolution dann innerhalb weniger Tage über ganz Deutschland aus.

1918

8. August Errichtung der Seekriegsleitung unter Admiral Reinhard Scheer

30. September Admiral Scheer zieht die Hochseeflotte in Wilhelmshaven zusammen.

20. Oktober Reichskanzler Prinz Max von Baden und das Kriegskabinett lehnen eine Fortsetzung des U-Boot-Krieges ab.

23. Oktober US-Präsident Woodrow Wilson fordert in seiner dritten Note die Entmachtung des Kaisers, die Entwaffnung des Deutschen Reiches, die Rückgabe von Elsass-Lothringen und die Aufhebung des Friedens von Brest-Litowsk.

24. Oktober Befehl der Seekriegsleitung zum Auslaufen der Hochseeflotte

26. Oktober General Erich Ludendorff wird entlassen.

27. Oktober Admiral Scheer genehmigt den Befehl zum Auslaufen der Flotte am 30. Oktober. Auf mehreren Schiffen kommt es zu ersten Befehlsverweigerungen.

29. Oktober Der Admiral und Chef der Hochseeflotte Franz von Hipper suspendiert den Befehl, nachdem die Matrosen des 1. und 3. Geschwaders die Kesselfeuer stillgelegt hatten.

2. November Vizeadmiral Ernst Ritter von Mann wählt kaisertreue U-Boot-Kommandanten aus, um die in Kiel ankernden Schlachtschiffe von See anzugreifen.

3. November Bei einer Demonstration in Kiel werden sieben Matrosen erschossen.

3./4. November Demonstrationen mit dem Ziel, die etwa 1000 in Wilhelmshaven verhafteten Matrosen zu befreien

4. November Bildung eines Soldatenrates, Verabschiedung eines 14-Punkte-Programms, die Aufständischen haben Kiel unter Kontrolle.

Die Beauftragten der Regierung Conrad Haußmann (Fortschrittliche Volkspartei) und Gustav Noske (SPD) treffen in Kiel ein.

5. November Alle Kriegsschiffe hissen die rote Fahne. Bildung von Arbeiter- und Soldatenräten in Brunsbüttelkoog und Lübeck

Die Regierung in Berlin verweigert Vizeadmiral Mann die Erlaubnis zum Angriff.

6. November Arbeiter- und Soldatenräte übernehmen die politische Gewalt in Wilhelmshaven, Cuxhaven, Bremen, Hamburg, Rendsburg und Flensburg. In den folgenden Tagen folgen zahlreiche weitere Städte in ganz Deutschland.

7. November Gustav Noske wird zum Vorsitzenden des örtlichen Arbeiter- und Soldatenrates sowie als Nachfolger von Admiral Wilhelm Souchon zum Gouverneur von Kiel gewählt.


Quellentext

Überlegungen in ernster Stunde

1. Auch jetzt muss allen anderen Überlegungen vorangehen: "Wie kann der Ubootskrieg in stärkster Wirkung erhalten werden." […]
3. So ist die Flotte durch den Ubootskrieg gebunden; ein Vorstoß der gesamten Hochseestreitkräfte, um einen Erfolg auf dem Wasser zu suchen, […] würde das Aufgeben der Grundlage für den U-Krieg bedeuten.
4. Ein solcher Einsatz kommt daher nur in Frage:
a. wenn der Gegner in die Deutsche Bucht oder in die Belte einbricht.
b. wenn der Ubootskrieg völlig aufgegeben wird.
c. wenn eine schwere Schädigung der englischen Seemacht mehr Vorteil für uns verspricht als die Weiterführung des U-Krieges oder
d. unsere Flotte sonst einem schmachvollen Ende entgegengeht.
5. Der Flotte steht ein solcher Schlusskampf als höchstes Ziel vor Augen, um nicht diesen Krieg beschließen zu müssen, ohne dass die in ihr steckende nationale Kraft voll zur schlagenden Wirkung gekommen ist.
6. Aus einem ehrenvollen Kampf der Flotte, auch wenn er ein Todeskampf wird in diesem Kriege, wird – wenn unser Volk nicht überhaupt national versagt – eine neue deutsche Zukunfts-Flotte hervorwachsen; einer durch schmachvollen Frieden gefesselten Flotte ist die Zukunft gebrochen. […]

Konteradmiral Adolf von Trotha, Aufzeichnung vom 6. Oktober 1918, in: Wilhelm Deist, 1966, S. 352 f.



Quellentext

14-Punkte-Programm des Kieler Soldatenrates, 4. November 1918

1. Freilassung sämtlicher Inhaftierten und politischen Gefangenen.
2. Vollständige Rede- und Pressefreiheit.
3. Aufhebung der Briefzensur.
4. Sachgemäße Behandlung der Mannschaften durch Vorgesetzte.
5. Straffreie Rückkehr sämtlicher Kameraden an Bord und in die Kasernen.
7. Die Ausfahrt der Flotte hat unter allen Umständen zu unterbleiben.
8. Jegliche Schutzmaßnahmen mit Blutvergießen haben zu unterbleiben.
9. Zurückziehung sämtlicher nicht zur Garnison gehöriger Truppen.
10. Alle Maßnahmen zum Schutze des Privateigentums werden sofort vom Soldatenrat festgesetzt.
11. Es gibt außer Dienst keine Vorgesetzten mehr.
12. Unbeschränkte persönliche Freiheit jedes Mannes von Beendigung des Dienstes bis zum Beginn des nächsten Dienstes.
13. Offiziere, die sich mit den Maßnahmen des jetzt bestehenden Soldatenrates einverstanden erklären, begrüßen wir in unserer Mitte. Alles Übrige hat ohne Anspruch auf Versorgung den Dienst zu quittieren.
14. Jeder Angehörige des Soldatenrates ist von jeglichen Diensten zu befreien.
15. Sämtliche in Zukunft zu treffenden Maßnahmen sind nur mit Zustimmung des Soldatenrates zu treffen.

Die Erste Republik, Piper Verlag, München 1992, S. 39 f.