Dossierbild IZPB Massenmedien

8.6.2011 | Von:
Markus Behmer
Christoph Bieber
Klaus Goldhammer
Gerd Hallenberger
Sonja Kretzschmar
Annika Sehl
Hermann-Dieter Schröder

Wo Medienmenschen arbeiten: Internet, Pressewesen, Rundfunk

Mobile Kommunikation

Das "Handy": Jeder hat es. In den Haushalten, in denen Jugendliche im Alter von zwölf bis 19 Jahren leben, liegt die Versorgung durch Medien wie Mobiltelefone, Computer und Internetzugang bei 100 Prozent. Dies zeigen die Ergebnisse der JIM-Studie 2009 (JIM = Jugend, Information, Multimedia), die jedes Jahr das Medienverhalten von Jugendlichen im Alter von zwölf bis 19 Jahren untersucht. Die häufigsten Funktionen, die von Jugendlichen genutzt werden, sind die Kommunikation per SMS, das Telefonieren über das Handy und das Abspielen von Musik. Dafür geben sie im Durchschnitt etwa 18,45 Euro im Monat aus. Für die Jugendlichen ist das Mobiltelefon zum täglichen Begleiter durch den Alltag geworden. Die angebotenen Dienste werden dabei immer vielfältiger: Kommunikation über mobile soziale Netzwerke findet ebenso statt wie die Information über lokale Dienste, Unterhaltung über Musik- und Bewegtbildnutzung oder zum Beispiel das mobile Bezahlen von Eintrittskarten. Der Markt der Angebote ist dabei sehr dynamisch: Im ersten Halbjahr 2010 wurden beispielsweise 78 Prozent mehr mobile Zusatzanwendungen, so genannte Apps (applications), heruntergeladen, als noch im Jahr 2009. Allein in diesem Segment wurden innerhalb von sechs Monaten 157 Millionen Euro umgesetzt. Für das Jahr 2010 rechnen Branchendienste mit einem Umsatzwachstum von 81 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Dynamik betrifft allerdings alle Nutzerinnen und Nutzer der Mobiltelefonie, nicht nur die Jugendlichen (BITKOM 2010).

Mobile Kommunikation ist kein eigentlich neues Phänomen: Seit fast 25 Jahren werden in Deutschland Mobiltelefone genutzt. Überdies ist die "Mobilität", die "Beweglichkeit" eines Mediums, keine Eigenschaft, die allein auf das Mobiltelefon zutrifft. Auch die Tageszeitung ist ein mobiles Medium, das sich an jeden Ort der Welt bewegen und überall leicht nutzen lässt " man denke nur an das Zeitunglesen im Zug, eine klassische Art der mobilen Mediennutzung. Tatsächlich werden die Mediennutzer selbst mobiler, ihnen entsprechen Medien, die sich diesen Lebensgewohnheiten in Angeboten und Nutzungsmöglichkeiten anpassen. Das Internet, als dauerhaft aktuelles Medium, war ursprünglich für eine stationäre Mediennutzung entwickelt worden. In der Mobilkommunikation treffen nun beide Aspekte zusammen: Die Mobilität eines Printmediums verbindet sich mit der Aktualität des Internets. Mit der mobilen Internetnutzung auf dem Handy wird die mediale Überwindung von Raum und Zeit erstmals in größerem Umfang möglich.

Während die Entwicklung des Mobiltelefons als Medium der Kommunikation zwischen Individuen begann, so werden mittlerweile auch massenmediale Inhalte über das Mobiltelefon angeboten. Nahezu jede Tageszeitung, jeder Fernsehsender spielt seine Inhalte auch über das Mobiltelefon aus. In welche Richtung sich journalistische Inhalte in Zukunft entwickeln, ob es eher Handyfernsehen sein wird, eher ein Textmedium oder eine Art "visuelles Radio" ist dabei offen. Das kommunikative Potenzial des Mediums Mobiltelefon ist in jedem Fall noch nicht ausgeschöpft.



Publikationen zum Thema

APuZ_3_2011.jpg

Jugend und Medien

Das Internet ist inzwischen fester Bestandteil im Leben vieler Jugendlicher. Das social web e...

fluter Medien

Medien

Der aktuelle fluter beleuchtet neue und alte Medien. Im Scheinwerfer: Investigative Online-Journalis...

Zum Shop

Was mit Graffiti auf Höhlenwänden begann, ist heute vom Bildschirm bis zur Litfaßsäule allgegenwärtig: Bilder bestimmen unser Leben. Das Dossier erklärt ihre Bedeutung in Geschichte und Politik und zeichnet die Entwicklung der Bildkultur nach.

Mehr lesen

Medien: Aufgaben und Funktionen
Themengrafik

Medien

Artikel 5 des Grundgesetzes garantiert die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung. Medien informieren, kontrollieren, kritisieren - setzen aber auch eigene Themen und beeinflussen die öffentliche Meinung.

Mehr lesen