Pressekonferenz Wahl-O-Mat

"Alarmstufe Orange" als Normalzustand

Zwischenergebnisse des Online-Diskussionspanel über Traumatisierung und Politik in den Vereinigten Staaten

8.5.2003
Welche psychologischen Folgen hatten die Terroranschläge vom 11. September 2001 auf die Bevölkerung? Diese Frage wird im zweiten Online-Panel, zu dem erste Zwischenergebnisse vorliegen, von Fachleuten diskutiert.

Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb veranstaltet seit dem 5. Mai und noch bis zum kommenden Freitag, den 9. Mai, gemeinsam mit dem Lehrstuhl Internationale Politik der Universität Köln das Online-Diskussionspanel »Kollektive Traumatisierung durch terroristische Gewalt«.

Das Verhältnis zwischen den USA und der Bundesrepublik Deutschland ist tief gestört. Aber das liegt nicht allein an politischer Uneinigkeit und diplomatischen Verwerfungen: Oft wird in Europa vergessen, dass das Gefühl der Unverletzbarkeit Amerikas seit dem 11. September 2001 erschüttert ist.

Internationale Therapeuten und Analysten diskutieren diese Traumatisierung und ihre politische Instrumentalisierung für die neue amerikanische Politik. Wie kann man individuelle Verletzungen ernst nehmen und gleichzeitig dagegen angehen, dass die ständige Beschwörung des Schreckens zu einem völlig veränderten kollektiven Bewusstsein führt?

Die Panel-Experten und -Expertinnen erklären die langfristigen psychischen Effekte für Betroffene und zeigen Wege der Therapie. Gleichzeitig mahnen sie an, dass als Folge der Attentate, Fremde nicht mit Feinden gleichgesetzt werden dürfen. Dies führe zu Abkapselung und einer starren Identität der amerikanischen Gesellschaft, was eine wirkliche Heilung unmöglich machen könnte. Die Betreiber der "Opfer-Industrie", unter anderen die Medien, werden so mitschuldig daran, dass gegenseitiges Vertrauen zerbricht. Dies geschieht innerhalb der USA, wirkt sich aber inzwischen auch auf die Außenbeziehungen des Landes aus.

Im weiteren Verlauf der Debatte soll vor allem die politische Instrumentalisierung der Angst diskutiert werden. Gibt es Wege, diese Verhärtungsprozesse transatlantisch aufzubrechen?

Fachleute aus den USA, Israel und Deutschland diskutieren diese Fragen:

  • Dr. Mary Beth Williams, Direktorin des Trauma Recovery Education and Counseling Center in Warrenton/Virginia, USA

  • Prof. Dan Bar-On, Professor am Institut für Verhaltenswissenschaften der Ben-Gurion-Universität in Beer Sheva, Israel

  • Dr. David Becker, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für interkulturelle Erziehungswissenschaft der Freien Universität Berlin

  • Diplom-Psychologin Angela Kühner, Therapiezentrum München

  • Dr. Pascal Delhom, Philosoph, Universität Vechta
Das Forum wird von Dr. Lutz Schrader, Politikwissenschaftler und Friedensforscher am Institut Frieden und Demokratie der FernUniversität Hagen und Dr. Andrea Szukala, wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl Internationale Politik der Universität zu Köln moderiert.

Ein extra Forum bietet allen Interessierten Gelegenheit, mit zu diskutieren und Fragen an die Expertinnen und Experten zu richten. Die Diskussion kann sowohl über die Website der »Bundeszentrale« als auch über die Website des Medienpartners »Spiegel online« verfolgt werden. Begleitend zur Diskussion wird auf der Website der bpb exzellent aufbereitetes Hintergrundmaterial zum Thema Traumatisierung und Antiterrorpolitik angeboten. Ein täglicher Newsletter ergänzt das Informationsangebot.

Weitere Online-Diskussionspanel zum Themenfeld folgen in den nächsten Wochen.

Kontakt Uni Köln


Prof. Dr. Thomas Jäger
Lehrstuhl Internationale Politik
Gottfried-Keller-Straße 6
50931 Köln
Tel +49 (0)221 470-2851
E-Mail: thomas.jaeger@uni-koeln.de
Internet: »Universität Köln«

Pressekontakt


Bundeszentrale für politische Bildung/bpb
Berliner Freiheit 7
53111 Bonn
Tel +49 228 99515-284
Fax +49 228 99515-293
E-Mail: schuetz@bpb.de


 
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