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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 31-34/2011)

Die Mauer und ihre Bilder


Dirk Schindelbeck
Inhalt

Einleitung

Sender und Moderatoren

Bildbotschaften

Adressaten und Rezipienten

Einleitung
Im Zusammenhang mit der Errichtung der Berliner Mauer haben sich kaum ein Dutzend Bilder unserem kollektiven Gedächtnis eingebrannt. Zu dem kleinen Kanon gehören das Plakat mit dem Ulbricht-Porträt und -Zitat "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten ...", das von bewaffneten DDR-Organen abgeriegelte Brandenburger Tor, dramatische, mittels verknoteter Bettlaken erfolgte Fluchten aus hoch gelegenen Fenstern an der Bernauer Straße, an Laternenmasten sich hochziehende Menschen, die ihren Freunden und Verwandten im Ostsektor zuwinken, zugemauerte U-Bahn-Stationen, sich gegenüberstehende Panzer der US-Army und der Roten Armee an der Friedrichstraße und natürlich das weltberühmt gewordene Foto des Grenzsoldaten Conrad Schumann, der mit einem kühnen Satz über den Stacheldraht den "Sprung in die Freiheit" wagte. Mitte Juli 1962 kamen die erschütternden Bilder vom qualvollen Sterben Peter Fechters hinzu.

Zur Person
Dirk Schindelbeck
Dr. phil., geb. 1952; Publizist und Dozent an der PH Freiburg/Br. dirk.schindelbeck@t-online.de

Wenn wir diesen Kanon Revue passieren lassen, nach einem gemeinsamen Nenner suchend für das, was er beschreibt, so fällt auf, dass alle Bilder emotional hoch aufgeladen sind. Auf seine Weise hat jedes den Rang eines "Zeugen der Anklage". Gleichwohl wird niemand behaupten können, es handele sich um manipulierte Dokumente - dennoch ist die von ihnen ausgehende propagandistische Wirkung überaus stark. Der Versuch, diese Qualität zu analysieren, hat davon auszugehen, dass sie das Ergebnis eines sich über 50 Jahre hinziehenden Kommunikationsprozesses sind, an dem mindestens drei konstituierende Faktoren beteiligt waren: die Sender (Produzenten, Moderatoren, Medien), die Bilder selbst (Botschaft, "Format", Design) und die Rezipienten (Selbstverständnis, Mentalität, Sehgewohnheiten).

Bislang ist im Rahmen ikonografischer Analysen zwar mehrfach auf einige Fotos und deren Botschaft eingegangen, aber der Kommunikationsprozess selbst mit seinen komplexen Entstehungs-, Verbreitungs- und Rezeptionsbedingungen ist noch kaum in den Blick genommen worden.[1]
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23. Februar 2012
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50 Jahre Mauerbau
Editorial
Im Rückspiegel - Essay
Walter Ulbrichts "dringender Wunsch"
Chruschtschow, Ulbricht und die Berliner Mauer
"Grenzverletzer sind festzunehmen oder zu vernichten"
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Deutsche Teilung - Deutsche Einheit
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13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer. Die Teilung bekommt eine konkrete Gestalt. Auch 20 Jahre nach dem "Mauerfall" ist Deutschland in vielem ein Land mit zwei Gesellschaften.
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9. November 1989
Fall der Berliner Mauer
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"Tor auf, Tor auf" skandierten Hunderte Menschen am Abend des 09. Novembers 1989 vor dem Grenzübergang an der Bornholmer Straße. Kurz vor Mitternacht gaben die überforderten Grenzsoldaten dem Druck der Massen nach und öffneten die Grenze.
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