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Nation / Nationalismus

Aus Politik und Zeitgeschichte (B 39/2004)

Nation und Nationalismus

Der Nationalismus bleibt ein geschichtsmächtiger Faktor. Die Idee der Nation wurde zum Motor der Neugestaltung Osteuropas. Bringt der Nationalstaat im Globalisierungszeitalter ausreichend Integrationskraft auf, um die Stabilität von Gesellschaften zu gewährleisten?

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Inhalt

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    Der Nationalismus blieb im 20. Jahrhundert ein geschichtsmächtiger Faktor. Die Befreiungsbewegungen in Afrika und Asien beriefen sich auf ihre nationalen Traditionen, um von den Kolonialherren gezogene Grenzen in Frage zu stellen und die Unabhängigkeit zu erlangen. Als vor 15 Jahren der Zwangskordon aus Satellitenstaaten und schließlich die Sowjetunion zusammenbrachen, waren nationale Symbole allgegenwärtig. Die Idee der freien Nation wurde zum Motor der Neugestaltung Mittel- und Osteuropas.

    Wann schlägt Patriotismus in antidemokratischen Nationalismus um? Die Balkankriege der Neunzigerjahre waren grausame Belege dafür, wie rasch der Lack der demokratischen Zivilisation durch nationalistische Strömungen hinweggefegt werden kann. Bringt der Nationalstaat im Zeitalter der Globalisierung und massenhafter Migration ausreichend Integrationskraft auf, um die Stabilität von Gesellschaften zu gewährleisten? Was an die Stelle national organisierter Staaten treten wird, ist offen. Es kommt darauf an, nationale Traditionen für die Weiterentwicklung der globalen Demokratie nutzbar zu machen.



    Seiten: 40, Erscheinungsdatum: 20.09.2004, Erscheinungsort: Bonn

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