Europe 14|14

Maxim Gorki Theater

25.11.2013
Das Maxim Gorki Theater, in der Singakademie am Boulevard Unter den Linden angesiedelt, ist unter den Berliner Ensembletheatern das Kleinste und Schönste, es ist auch ein historisch bedeutsamer Ort.

Gegründet 1952 als Theater für die Gegenwart, wurde es für die Ostberliner Bürger zum Stadttheater im besten Sinne, kritisch und auch dissident. 1988 antizipierte das Theater mit Thomas Langhoffs Inszenierung der Übergangsgesellschaft von Volker Braun prophetisch die friedliche Revolution vom 9. November 1989.

Auch an einem 9. November, im Jahr 1848, wurde die erste frei gewählte Preußische Nationalversammlung aus der Stadt vertrieben, die in der Singakademie an einer demokratischen Verfassung für Preußen gearbeitet hatte. Zwischen diesen beiden Ereignissen spannt sich der Bogen des Kampfes um eine demokratisch verfasste gerechte und offene Gesellschaft, von der Ausrufung der deutschen Republik 1918, über die Novemberpogrome 1938 und die Verfolgung und Ermordung der Juden, bis zur Wiedervereinigung der Stadt und des Landes und mündet heute in die gegenwärtigen Auseinandersetzungen um die Zukunft Berlins als einer vielfältigen europäischen Metropole.

Leben wir wieder in einer Gesellschaft im Übergang? Diese Frage drängt sich auf in der andauernden Krise von Ökonomie und Politik, die verschärfte soziale und kulturelle Konflikte in unseren Gesellschaften zur Folge hat.

In der Eröffnungsspielzeit 2013/2014 wird sich das Ensemble des GORKI mit Situationen des Übergangs auseinandersetzen und einladen zur Beschäftigung mit Klassikern, wie Anton Tschechows Kirschgarten, Maxim Gorkis Kinder der Sonne und Volker Brauns Übergangsgesellschaft. Unser Spielplan umfasst die ganze ästhetische Breite des gegenwärtigen Theaters, von literarischen Uraufführungen wie Olga Grjasnowas Der Russe ist einer der Birken liebt über Gegenwartstücke wie Es sagt mir nichts das sogenannte Draussen von Sibylle Berg und Schwimmen Lernen von Marianna Salzmann, bis hin zu den Rechercheprojekten von Yael Ronen, die neben Nurkan Erpulat, Sebastian Nübling, Lukas Langhoff, Falk Richter, Hakan Savaş Mican und Christian Weise zum Kreis der Regisseure gehört, die unsere Eröffnung gestalten.


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