Der Garten der Gerechten in der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem

Helfer, Retter und Netzwerker des Widerstands

In Kooperation mit dem "Kulturwissenschaftlichen Institut Essen" und der "Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand" veranstaltete die Bundeszentrale für politische Bildung / bpb vom 27. bis 29. Januar zum dritten Mal die Konferenz zur Holocaustforschung. Diesmal thematisch im Fokus: "Helfer, Retter und Netzwerker des Widerstands". Auf der Konferenz präsentieren internationale Experten im dbb-Forum Berlin den aktuellen Stand wissenschaftlicher Diskurse der Helferforschung.

suche-links1 2 3 4 5 6 7suche-rechts

Jochen Thermann am 27.01.2011

"Jeder konnte Helfer werden"

Barbara Schieb, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gedenkstätte "Stille Helden" in Berlin, bringt einen wichtigen Befund der Helferforschung noch einmal auf den Punkt. Hilfe konnte von jedem ausgehen. Die zahlreichen Helfergeschichten, die in der Gedenkstätte "Stille Helden" in Berlin gesammelt werden, zeigen ein vielfältiges Bild der Hilfsmöglichkeiten für Juden, die im nationalsozialistischen Deutschland versteckt leben mussten.

Während des Zweiten Weltkrieges gab es immer wieder Einzelpersonen, die Juden auf unterschiedliche Weise halfen und das Leben retteten. Wer waren diese "stillen Helfer"? Darüber spricht Barbara Schieb im Interview. (© 2011 Kooperative Berlin und Bundeszentrale für politische Bildung)

Mehr lesen

Jochen Thermann am 27.01.2011

Der Feldwebel Anton Schmid

Die Fallgeschichten der Hilfe sind höchst unterschiedlich und situationsabhängig. Wolfram Wette, Professor für Neueste Geschichte am "Historischen Seminar" der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br., hat in seinem Vortrag dargestellt, dass selbst in der Wehrmacht Hilfe für Juden möglich war. Die Geschichte des Feldwebels Anton Schmid ist eine der wenigen Beispiele für Hilfe für Juden während des Krieges. Sie zeigt, dass auch dort, "wo man es am wenigsten erwartet hätte, Handlungsspielräume für Retter im Vernichtungskrieg der Wehrmacht" existierten -- gemäß dem Titel des Vortrags von Wolfram Wette.

In der Wehrmacht gab es zwischen Befehl und Gehorsam einen kleinen Spielraum, der von wenigen mutigen Soldaten genutzt wurde, um denen zu helfen, die in Zeiten der NS-Diktatur verfolgt wurden. Darüber spricht Wolfram Wette im Interview. (© 2011 Kooperative Berlin und Bundeszentrale für politische Bildung)

Mehr lesen

Anna Wandschneider am 27.01.2011

Unbesungene Helden

In seinem Vortrag "Das Schicksal der Helfer/innen nach 1945" widmet sich Dennis Riffel, Mitarbeiter des Vereins "Gegen Vergessen – Für Demokratie" aus Berlin, dem Schweigen der Retter nach dem Zweiten Weltkrieg.

Mehr lesen

Helge Jonas Pösche am 27.01.2011

"Verstehen, was wirklich passiert ist"

In ihrem Vortrag "Möglichkeiten und Grenzen der Helferforschung heute – Quellen und exemplarische Fragestellungen" erläutert Barbara Schieb, wie sie und ihre Kolleginnen im Projekt "Gedenkstätte Stille Helden" Lebenswege von Opfern und Helfern im Nationalsozialismus erforschen und rekonstruieren.

Mehr lesen

Johannes Tuchel, Leiter der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand und Pro-fessor für Politikwissenschaften an der FU Berlin

Helge Jonas Pösche am 27.01.2011

"Ignoriert, verdrängt, nicht beachtet"

Im Vortrag "Der ignorierte Widerstand: Entwicklung und Perspektiven der Helferforschung" behandelte Johannes Tuchel, Leiter der Stiftung "Gedenkstätte Deutscher Widerstand", die Frage wie für Verfolgte Hilfeleistende im Nationalsozialismus öffentlich wahrgenommen wurden.“

Mehr lesen

Gerd Hankel (zweiter von links) beim Podiumsvortrag von Ethan Hollander

Jaana Müller am 27.01.2011

Helfer unter Generalverdacht

Gerd Hankel, der am Hamburger Institut für Sozialforschung arbeitet, über Helferkonferenzen in Ruanda und den dortigen gesellschaftlichen Umgang mit Helferinnen und Helfern.

Mehr lesen

Jochen Thermann am 27.01.2011

Sind Helfer Helden?

Die Formen und Motive, verfolgten Juden Hilfe zu leisten, waren höchst unterschiedlich. In der Nachkriegszeit wurde das Phänomen öffentlich kaum wahrgenommen, zudem war es nur eine Minderheit, die tatsächlich Hilfe leistete. Johannes Tuchel, Leiter der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand, und Harald Welzer, Direktor des Center für Interdisciplinary Memory Research, äußern sich über Ausmaß, Situationen und Bewertung der Hilfe.

Die Formen und Motive, verfolgten Juden Hilfe zu leisten, waren höchst unterschiedlich. Sind diejenigen, die diese Hilfe leisteten, als "Helden" zu bezeichnen? Johannes Tuchel und Harald Welzer äußern sich über Ausmaß, Situationen und Bewertung der Hilfe. (© 2011 Kooperative Berlin und Bundeszentrale für politische Bildung)

Mehr lesen

Ladislaus Löb

Vanessa Stahl am 27.01.2011

"Ich bin natürlich voreingenommen, er hat ja mein Leben gerettet"

In dem Eröffnungsvortrag der Konferenz zeichnete Ladislaus Löb nicht nur seine Erinnerungen an die Rettung seines Lebens nach, sondern auch die ambivalente Persönlichkeit des "Helfers" Rezső Kasztner und die politischen Spannungen im "jungen Israel", die 1957 zur Ermordung Kasztners führten.

Mehr lesen

Jochen Thermann am 27.01.2011

Triumphal und tragisch

Ladislaus Löb überlebte den Holocaust dank des Einsatzes von Rezső Kasztner. Kasztner verhandelte mit der SS und es gelang ihm, mehr als 1700 ungarische Juden aus dem Konzentrationslager freizukaufen. Trotz dieser Rettung galt Kasztner in Israel vielen als Kollaborateur — 1957 fiel er einem Attentat in Isreal zum Opfer. Ladislaus Löb bemüht sich in seinem Buch "Geschäfte mit dem Teufel. Die Geschichte des Judenretters Rezső Kasztner" um eine Rekonstruktion der Rettungsgeschichte, die für Löb zugleich ein Stück eigener Biographie darstellt.

Ladislaus Löb spricht im Interview über Rezső Kasztner, der 1700 Juden von der SS aus einem Konzentrationslager freikaufte, um ihnen das Leben zu retten. War er ein Held oder ein Kollaborateur? (© (c) 2011 Kooperative Berlin und Bundeszentrale für politische Bildung)

Mehr lesen

Jaana Müller am 27.01.2011

Deutschland Radio Kultur: Harald Welzer im Interview

Frank Meyer führt am Eröffnungstag der 3. Internationalen Konferenz zur Holocaustforschung ein Interview mit Harald Welzer, Direktor des "Center for Interdisciplinary Memory Research".

Mehr lesen

suche-links1 2 3 4 5 6 7suche-rechts