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Finanzmärkte
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Fakten

Das von institutionellen Investoren verwaltete Vermögen ist in den beiden letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts rasant von knapp drei Billionen US-Dollar (1980) auf gut 35 Billionen US-Dollar (2000) gewachsen. Bis zum Jahr 2007 stieg das Vermögen noch einmal sprunghaft auf mehr als 48 Billionen US-Dollar. Hierin kommt die Verschiebung von einem vorwiegend bankgestützten zu einem stärker marktgestützten Finanzsystem zum Ausdruck.

Die absolute und relative Zunahme des von institutionellen Investoren verwalteten Vermögens hat in allen großen Staaten stattgefunden, allerdings in unterschiedlichem Umfang und Tempo. Im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) der jeweiligen Staaten ist das institutionell verwaltete Vermögen in der Schweiz am größten und zudem am schnellsten gewachsen: von 3,9 Prozent des BIP 1980 auf 253,6 Prozent im Jahr 2005. Dies ist auch auf die für Kapitalanleger günstigen steuerlichen Rahmenbedingungen und das strikte Bankgeheimnis zurückzuführen. Vergleichsweise weniger dynamisch verlief die Institutionalisierung des Finanzvermögens in anderen Staaten wie Italien (1990/2007: 12,5/86,7 Prozent des BIP) oder Deutschland (1980/2007: 17,5/117,3 Prozent des BIP).

Der Markt für institutionelle Anlagen wird nach wie vor von US-amerikanischen Unternehmen beherrscht. Sie verwalteten im Jahr 2007 knapp die Hälfte des weltweit institutionalisierten Vermögens. 1985 waren es allerdings noch fast drei Viertel. Die relative Position der institutionellen Anleger in Europa ist im Gegenzug stärker geworden: Ihr Anteil stieg in diesem Zeitraum von 20 auf annähernd 30 Prozent.

Zu den institutionellen Investoren werden auch Staatsfonds gezählt, die insbesondere in den letzten Jahren rapide gewachsen sind. Staatsfonds sind Anlageinstrumente in staatlichem Besitz, die ein breit gestreutes Portfolio in- und ausländischer Finanzwerte verwalten. Staatsfonds werden im Unterschied zu anderen Anlagefonds aus staatlichen Mitteln und Währungsreserven finanziert. Derzeit unterhalten mehr als 30 Länder solche Fonds. Im Jahr 2006/2007 hielten Staaten, je nach Hochrechnung, Fonds im Wert von zwei bis drei Billionen US-Dollar. Durch dieses hohe Anlagevolumen sind Staatsfonds zu wichtigen Akteuren auf den Finanzmärkten geworden. Es ist zudem damit zu rechnen, dass sich das Volumen in den nächsten Jahren weiter erhöht, da einige Staaten ihre Währungsreserven vermehrt in Staatsfonds umschichten.

In der Finanzkrise 2008/2009 konnten mehrere in Schwierigkeiten geratene Finanzinstitute die Staatsfonds zur Kapitalumschichtung nutzen. Die Tätigkeit der Fonds hat sich auf diese Weise stabilisierend auf das globale Bankensystem ausgewirkt. Die Staatsfonds werfen jedoch auch kritische Fragen auf, insbesondere hinsichtlich der fehlenden Transparenz und ihrer möglichen Nutzung für nicht kommerzielle Ziele. Es wird befürchtet, dass ihre Investitionen der strategischen Aneignung von Technologien und Know-how dienen oder aber von Regierungen als politisches Druckmittel eingesetzt werden könnten.

Datenquelle

Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD): Statistics on Institutional Investors – Data from 1980 onwards, Table S1, Institutional Investors – Statistical Yearbook, 1992-2001, Table S1-S5; OECD (2008): OECD Journal: Financial Market Trends, Volume 2008 Issue 2, p. 303, http://dx.doi.org/10.1787/fmt-v2008-2-en; Adrian Blundell-Wignall, Yu-Wei Hu and Juan Yermo (2008): Sovereign Wealth and Pension Fund Issues, OECD Working Papers on Insurance and Private Pensions, No. 14, OECD Publishing

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Institutionelle Investoren sammeln Kapital, um es auf den Kapitalmärkten gebündelt anzulegen. Es handelt sich überwiegend um große Versicherungen sowie Investment- und Pensionsfonds. Zuletzt kamen auch Spezialformen wie Private Equity Firmen, Hedge- und Dachfonds hinzu. Eine Sonderform institutioneller Investoren sind Staatsfonds.


Institutionelle Investoren

Gesamtvermögen in absoluten Zahlen und in Prozent des jeweiligen BIP, Anteile am Gesamtvermögen nach Regionen/Staaten in Prozent, 1980 bis 2007

  Gesamtvermögen, in Mrd. US-Dollar  
1980 1990 2005 2007
USA 2.190 6.572 20.908 24.220
EU 667 3.358 12.594
davon:        
Großbritannien 272 1.117 3.397
Frankreich 72 656 2.310 2.581
Deutschland 152 599 2.271 2.422
Italien 147 1.112 1.026
Niederlande 116 378 821 860
Irland 612 788
Schweden* 37 197 420 462
Spanien 450 445
Dänemark 0 78 294 326
Belgien 4 87 264 296
Österreich 6 39 260 284
Finnland 8 45 167 200
Portugal 6 72 77
Polen* 47 64
Luxemburg 36
Griechenland 9 30 26
Ungarn 1 14 20
Tschechische Republik 13 17
Slowakei* 4 4
Japan* 2.750 7.229 7.565
Kanada 92 338 1.100 1.272
Schweiz 4 272 675
Australien* 144 667 740
Südkorea 0 122 472 646
Norwegen 11 42 103 124
Mexiko 23 58 80
Island 0 3 18 23
Türkei* 0 1 20 16
insgesamt 2.964 13.624 43.844 >48.000

 

  Gesamtvermögen,
in Prozent des jeweiligen BIP
1980 1990 2000 2005 2007
Schweiz** 3,9 110,9 214,1 253,6
USA** 69,9 113,2 185,1 191,2 211,2
Großbritannien 49,4 103,9 210,3 207,4
Niederlande** 77,5 119,3 189,5 201,8 196,9
Frankreich 11,3 50,8 130,7 160,2 171,4
Japan* 82,3 106,1 145,2 148,4
Kanada 34,9 57,7 128,1 134,1 146,4
Deutschland 17,5 32,8 99,3 116,0 117,3
Italien 12,5 94,3 97,1 86,7

 

  Anteile am Gesamtvermögen,
in Prozent
 
1980 1990 2005
USA 73,9 48,6 47,7
EU 22,5 24,8 28,7
Japan 20,3 16,5
sonstige 3,6 6,3 7,1

* 2006 statt 2007
**1981 statt 1980

Quelle: Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD): Statistics on Institutional Investors – Data from 1980 onwards, Table S1, Institutional Investors – Statistical Yearbook, 1992-2001, Table S1-S5; OECD (2008): OECD Journal: Financial Market Trends, Volume 2008 Issue 2, p. 303, http://dx.doi.org/10.1787/fmt-v2008-2-en




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