PDF Version (127 KB) Fakten
Die meisten Menschen in Deutschland gehören einer der beiden christlichen Volkskirchen an. Dabei ist der Anteil der Katholiken im Süden und Westen Deutschlands überdurchschnittlich hoch, insbesondere im Saarland, in Bayern, in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen. Im Norden überwiegt dagegen die evangelische Bevölkerung.
Im Jahr 2006 hatte die katholische Kirche 25,7 Millionen Mitglieder. Der Anteil der Katholiken an der Bevölkerung betrug damit 31,2 Prozent. Dieser Wert ist seit 1950 nahezu unverändert. Die seit Beginn der 1970er Jahre steigende Zahl von Kirchenaustritten konnte durch den Zuzug von Katholiken kompensiert werden. Im Jahr 1970 traten 69.454 Personen aus der katholischen Kirche aus. Ihren Höhepunkt erreichte die Zahl der Austritte im Jahr 1992 mit 192.766. Seitdem hat sich die Zahl der Kirchenaustritte verringert; in den Jahren 2004 und 2006 lag sie bei 101.252 bzw. 84.389.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes entfielen auf die katholische Kirche im Jahr 2006 188.077 Taufen, 265.935 Erstkommunionen, 49.613 Trauungen und 253.259 Bestattungen. Die Einnahmen aus der Kirchensteuer lagen 2005 und 2006 bei 4,1 bzw. 4,4 Milliarden Euro. Die Teilnahme an den sonntäglichen Eucharistiefeiern ging in Westdeutschland zwischen 1960 und 1989 um 5,8 Millionen oder um fast 49 Prozent zurück. 2006 besuchten rund 3,6 Millionen Personen den Sonntagsgottesdienst, dies waren 14 Prozent aller Katholiken in Deutschland. An Feiertagen oder an den Hochfesten der Kirche ist die Teilnahme an den Eucharistiefeiern höher.
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zählte im Jahr 2006 25,1 Millionen Mitglieder. Dies entsprach einem Anteil von 30,5 Prozent an der Gesamtbevölkerung. 1950 lag der Anteil noch bei rund 51 Prozent. Die evangelische Kirche ist stärker von Kirchenaustritten betroffen als die katholische Kirche. In der Zeit vor der Wiedervereinigung erreichten die Austritte in Westdeutschland 1970 und 1974 ihre Höhepunkte. Bis 1979 waren sie rückläufig, bewegten sich aber die 1980er Jahre hindurch weiter auf einem hohen Niveau. Nach der kirchlichen Wiedervereinigung (Beitritt der östlichen Gliedkirchen zur EKD) war zunächst ein steiler Anstieg der Kirchenaustritte auf 361.256 im Jahr 1992 zu verzeichnen. Im Laufe der folgenden Jahre hat sich die Zahl der Kirchenaustritte stetig verringert. Im Jahr 2006 lag die Zahl der Austritte bei 121.598 (2005: 119.561). Zum Teil werden die Kirchenaustritte durch Aufnahmen in die evangelische Kirche kompensiert.
Auf die evangelische Kirche entfielen im Jahr 2006 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 189.385 Taufen, 262.194 Konfirmationen, 54.753 Trauungen und 300.991 Bestattungen. Die Einnahmen aus der Kirchensteuer lagen 2005 und 2006 bei 3,6 bzw. 3,9 Milliarden. Hinzu kam in beiden Jahren das Kirchgeld in Höhe von über 31 Millionen Euro. Im Jahr 2004 wurden in Deutschland im Durchschnitt von zwei Zählsonntagen (1. Fastensonntag und 1. Advent mit der Wertung zwei zu eins) 1,0 Millionen Gottesdienstbesucher gezählt. Das waren 3,9 Prozent der evangelischen Kirchenmitglieder. 9,2 Millionen Menschen (35,8 Prozent der EKD-Kirchenmitglieder) besuchten 2004 die Christvespern und Metten am Heiligen Abend. Die Beteiligung am Abendmahl nahm von 1972 bis 1985 bedeutend zu und ging danach bis 2006 um 13 Prozent zurück. Insgesamt wurden 2006 in Deutschland rund 10,7 Millionen Abendmahlsgäste gezählt.
Etwa 2,5 Prozent der Bevölkerung sind Mitglieder anderer christlicher Gemeinschaften, z.B. einer orthodoxen Kirche oder einer evangelischen Freikirche. Im Jahr 2006 gehörten in Deutschland 107.794 Menschen einer jüdischen Gemeinde an. Vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten waren im Deutschen Reich 1933 über eine halbe Million Juden ansässig. Die größten jüdischen Gemeinden befinden sich in Berlin, Frankfurt am Main und München. Durch den Zuzug von Ausländern haben Religionsgemeinschaften an Bedeutung gewonnen, die früher in Deutschland kaum vertreten waren – so zum Beispiel der Islam, dem im Jahr 2005 in Deutschland schätzungsweise 3,2 Millionen Menschen anhingen.
Datenquelle
Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2007 (PDF-Version: 6.430 KB), Statistisches Jahrbuch 2008 (PDF-Version: 8.210 KB), Datenreport 2006
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Das Kirchgeld (anderer Name: Gemeindebeitrag) ist eine Form der ergänzenden Finanzierung kirchlicher Arbeit. Es wird namentlich von den Gemeindegliedern erbeten, die keine Kirchensteuer zahlen.
Die Daten geben nicht die reale Kirchensteuerentwicklung wieder, sondern stellen ein vorläufiges kassenmäßiges Aufkommen aufgrund von Abrechnungen im innerkirchlichen Verrechnungsverfahren in diesem Rechnungsjahr dar, das in den folgenden Jahren wieder ausgeglichen wird.

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Evangelische und Katholische Kirche
Kirchenmitglieder, Austritte, Kirchensteuer und Kirchgeld* in absoluten Zahlen, 2005, 2006
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Katholische Kirche |
Evangelische Kirche |
Bevölkerung mit anderer oder ohne Konfession |
Mitglieder, in Tsd. (2006) |
25.685 |
25.101 |
31.529 |
Austritte (2006) |
84.389 |
121.598 |
– |
Kirchensteuer, in Tsd. Euro (2005) |
4.107.082 |
3.618.439 |
– |
Kirchensteuer, in Tsd. Euro (2006) |
4.387.900 |
3.852.024 |
– |
Kirchgeld, in Tsd. Euro (2005) |
– |
31.375 |
– |
Kirchgeld, in Tsd. Euro (2006) |
– |
31.484 |
– |
* Istaufkommen Quelle: Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2007
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