Leipzig
16.-25.10.2025
Grenzen

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Grenzen

Vom Kriege

Vom Kriege Russlands Krieg gegen die Ukraine und seine Folgen

(© Oleksiy Sai)
Interner Link: Übersicht / weitere Termine
Datum der Veranstaltung Samstag, 01. Oktober 2022
Uhrzeit der Veranstaltung 15:00 – 22:30 Uhr
Ort der Veranstaltung Haus am Dom
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Über die Veranstaltung

Der Krieg verändert eine Gesellschaft rasant. Die Bedeutungen von „gestern“ und „morgen“ verschieben sich oder lösen sich auf. Diese Zeiten werfen existenzielle Fragen ohne Ambivalenz auf, lassen Werte und Positionen scharf und nicht vernebelt er-scheinen. Serhij Zhadan schreibt: „Im Krieg stellt sich die Frage plötzlich, unvorhergesehen und oft unausweichlich“.

Das ganze Land und nicht nur der Osten der Ukraine lebt nun seit dem 24. Februar 2022 in diesen Zeiten und schon jetzt wird sichtbar: die Auswirkungen dieser Ereignis-se auf die Zukunft sind enorm. Der Angriffskrieg Russlands zielt auf die Zerstörung eines europäischen Landes, seiner Menschen, seiner Geschichte und kulturellen Identität. Die Ukraine ist täglich mit dem grausamen Vorgehen der russischen Truppen konfrontiert. Unter diesen Umständen scheinen die Räume der Reflexion verschlossen, doch wir müssen und wollen sie öffnen.

Im Rahmen des Thementages geht es um unterschiedliche Erfahrungen, die Ukrainer*innen ungewollt machen mussten. Es geht um Formen des Reflektierens, Sprechens, Schreibens und Verstummens im und über den Krieg, über diverse Praktiken der Artikulation und auch darüber, gleichzeitig Zeuge und Chronist:in zu sein. Wir fragen, wie der Krieg die Gesellschaft verändert und welche Rollen dabei Kulturschaffende und Akteur*innen der Zivilgesellschaft übernehmen. Doch die Ukraine nur auf diesen Aspekt zu reduzieren, ist eine koloniale, imperiale Praxis. Die bpb fragt auch nach der Zeit danach, nach der europäischen Zukunft, die sich Ukrainer:innen vorstellen, nach dem Verhältnis zum Westen bzw. zu Deutschland, nach den Grenzen der sozialen und politischen Solidarität in Wohlstandsgesellschaften.

Programm

15.00 - 15.15 „MORGEN FRÜH SIND WIR UNSEREM SIEG EINEN TAG NÄHER“.
SERHIJ ZHADAN. GEDICHTE
Die deutsche Übersetzung liest Bas Böttcher (tbd.)

15.15 – 16.30 DAS SCHREIBEN WIDERSPRICHT DEM TOD
Keynote-Gespräch mit Serhij Zhadan, Claudia Dathe und Tanya Zakharchenko
Moderation: Katharina Raabe

16.30 – 17.30 VERSTELLTE BILDER: DIE UKRAINE UND EUROPA
Gespräch mit Vasyl Cherepanyn und Daria Kaleniuk
Moderation: Manfred Sapper

17.30 – 18.00 Kaffeepause

18.00 – 19.00 Parallel statfindende Podien

  • KULTUR UND ZEUGENSCHAFT

  • Oleksiy Radynsky und Kateryna Mishchenko
    Moderation: Katharina Raabe
  • ZEITKLAMMERN. KRIEGSTAGEBÜCHER

  • Gespräch mit Oxana Matiychuk und Yuriy Durkot
    Moderation: Schamma Schahadat

19.00 – 20.00 Parallel stattfindende Gespräche: SCHUTZRÄUME

In „Schutzräumen“ kann sich das Publikum in kleineren Gruppen direkt austauschen, Themen vertiefen, Informationen aus erster Hand bekommen und interessante Persönlichkeiten kennenlernen. In Workshops und kleineren Vorträgen reflektieren Kulturschaffende aktuelle Ereignisse. Die Workshops finden parallel und auf Englisch statt.

  • VON DER FRONT: JOURNALISTISCHES ARBEITEN IN DER UKRAINE

  • Olga Tokariuk
  • NACH DER FLUCHT

  • Zwischen Kunst und Migration
    Lubov Malikova
  • KURATIERTE HEIMATLOSIGKEIT

  • Kulturinstitutionen in der Ukraine
    Aljona Karavaj
  • KUNSTSCHAFFENDE UND MACHTHABENDE

  • Nikita Kadan
  • BULLETS, RUINS AND SCARS

  • Anthropological perspectives on the war and hopes for justice
    Nataliya Chermalyh

20.00 – 20.30 Empfang und Get Together

20.30 – 21.30 BALLADEN ÜBER KRIEG UND AUFBAU
Lesung mit Volodymyr Rafeenko, Daryna Gladun und Ljubov Jakymchuk
Moderation: Claudia Dathe

21.30 – 22.30 ZHADAN I SOBAKY
Konzert

Über die Teilnehmenden

Hinweise zur Veranstaltung