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Politische Orientierungen Jugendlicher

Ergebnisse und Interpretationen der Sachsen-Anhalt-Studie "Jugend und Demokratie"


26.5.2002
Das demokratische System betont den Konflikt als legitim und notwendig; Konfliktkompetenz zu lernen ist aber offensichtlich mühsam. Dies zeigen Daten zur sozialen Orientierung.

I. Der Anlass: Die Landtagswahl 1998



Im April 1998 wurde in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Das Ergebnis der Wahl schockierte in einem Punkt nicht nur im Land, sondern bundesweit: Die Deutsche Volksunion (DVU) erhielt fast 13 Prozent der Wählerstimmen, zu denen die jüngeren und mittleren Altersgruppen stärker beitrugen als die Gruppe der Älteren (60 Jahre und älter). Die DVU erreichte in der jüngsten männlichen Wählergruppe (18 bis 24 Jahre) mit 32 Prozent der Stimmen fast ein Drittel der Wähler. [1]

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  • Das Ergebnis der Landtagswahl war für das Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt ein wichtiger Grund, 1999 eine Studie in Auftrag zu geben, die im Schnittpunkt von Jugend- und Schulforschung sowie sozialwissenschaftlicher Umfrageforschung den politischen Orientierungen der Schüler und Schülerinnen nachgehen und auch Empfehlungen für die politische Bildung erarbeiten soll. [2]

    Im Sommer 2000 wurden ca. 1 400 Schüler und Schülerinnen der Klassen 8, 9 und 11 (bzw. 1. Lehrjahr) an 16 Schulen des Landes befragt, die für die Schülerschaft des Landes stehen können. [3]

    Empirische Ergebnisse können nie für sich stehen - ihre Interpretation bedarf der Bezüge und im Falle unseres Gegenstandes eines Grundverständnisses von politischer Bildung. [4] Im Zentrum von Demokratie-Lernen als Bildungsaufgabe steht unseres Erachtens der Erwerb von Konfliktfähigkeit.

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    Fußnoten

    1.
    Vgl. Everhard Holtmann, Protestpartei am rechten Rand - Die DVU in der Wählerlandschaft Sachsen-Anhalts, Magdeburg 1998, S. 31 f.
    2.
    Die Studie wird im Zentrum für Schulforschung und Fragen der Lehrerbildung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg durchgeführt. Leitung: Heinz-Hermann Krüger und Sibylle Reinhardt; es arbeiten mit: Catrin Kötters-König, Nicolle Pfaff, Ralf Schmidt, Frank Tillmann, Birgit Fischer, Adrienne Krappidel.
    3.
    Außer der quantitativ-empirischen Bestandsaufnahme wird über qualitative Verfahren (Gruppendiskussionen, Interviews) versucht, die Prozesse politischer Bildung vornehmlich an zwei Schulen auf einer hermeneutischen Tiefenebene zu erhellen.
    4.
    In diesem Heft berichten über andere Teilaspekte der Studie: Ralf Schmidt, Partizipation in Schule und Unterricht, sowie Heinz-Hermann Krüger/Nicolle Pfaff, Jugendkulturelle Orientierungen, Gewaltaffinität und Ausländerfeindlichkeit. Rechtsextremismus an Schulen in Sachsen-An- halt. Die Studie von Catrin Kötters-König, Handlungsorientierung und Kontroversität - Wege zur Wirksamkeit der politischen Bildung im Sozialkundeunterricht. Ergebnisse der Sachsen-Anhalt-Studie "Jugend und Demokratie", erscheint in der B 48-49/2001.