Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland

BAföG – Geförderte nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz

25.1.2014
Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) sollen Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Familien mit niedrigen Einkommen eine Ausbildung ermöglichen. Im Jahr 2011 wurden gut 960.000 Personen gefördert.

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Fakten



Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) sollen Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Familien mit niedrigen Einkommen eine Ausbildung ermöglichen. Einschließlich der Geförderten an Fernunterrichtsinstituten wurden im Jahr 2011 in Deutschland 962.834 Personen nach dem BAföG gefördert. Davon waren 66,8 Prozent Studierende und 33,2 Prozent Schüler. Schüler erhalten die Förderung als Vollzuschuss, müssen sie also nicht zurückzahlen. Studierende an Höheren Fachschulen, Akademien und Hochschulen erhalten die Förderung grundsätzlich zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsloses Staatsdarlehen.

28,7 Prozent aller im Jahr 2011 Geförderten wohnten bei ihren Eltern, 71,3 Prozent außerhalb des Elternhauses. Vier von fünf BAföG-Empfängern besuchten eine Universität (44,2 Prozent), eine Fachhochschule (21,5 Prozent) oder eine Berufsfachschule (16,6 Prozent). Daneben wurden auch an Fachschulen (5,2 Prozent), Kollegs (4,5 Prozent), Fachoberschulen (3,0 Prozent), Gymnasien (1,3 Prozent) und Abendrealschulen (1,2 Prozent) zahlreiche Personen gefördert. Kunsthochschulen, Akademien, Berufsaufbauschulen und Abendgymnasien besuchten jeweils nicht mehr als 0,5 Prozent aller Geförderten. Bei Abendhauptschulen, Realschulen, Hauptschulen, Integrierten Gesamtschulen, Höheren Fachschulen sowie an Fernunterrichtsinstituten lag der entsprechende Wert bei 0,1 Prozent oder weniger.

Die Zahl der geförderten Schüler sank zwischen 1991 und 1996 von 266.223 auf 178.036 (minus 33,1 Prozent). Bis 2005 stieg die Zahl jedoch auf 321.421 (plus 80,5 Prozent gegenüber dem Jahr 1996). In keinem Jahr seit 2005 wurden weniger Schüler gefördert als 2012, trotzdem ist die Gesamtzahl mit 308.260 immer noch sehr hoch. Der finanzielle Aufwand reduzierte sich zwischen 1991 und 1997 von gut 447 Millionen auf rund 328 Millionen Euro. Seitdem ist der finanzielle Aufwand mit wenigen Ausnahmen von Jahr zu Jahr gestiegen. Allein zwischen 2005 und 2012 nahm er von 725,80 auf 912,87 Millionen Euro zu, obwohl die Zahl der geförderten Schüler im selben Zeitraum zurückgegangen ist.

Die Zahl der geförderten Studenten hat sich zwischen 1991 und 1998 fast halbiert. Sie reduzierte sich von 606.869 auf 336.355 – das entsprach einem Rückgang um 44,6 Prozent. Auch der finanzielle Aufwand für die Förderung nahm in diesem Zeitraum um 44,0 Prozent ab – von 1.538,6 auf 861,7 Millionen Euro. Seitdem sind sowohl die Ausgaben als auch die Förderungszahlen gestiegen. Im Jahr 2012 erreichte die Zahl der geförderten Studenten mit 671.042 ihren bisherigen Höchststand (plus 99,5 Prozent gegenüber 1998). Der finanzielle Aufwand nahm noch deutlich stärker zu und war mit 2.364,96 Millionen Euro höher als in jedem anderen Jahr (plus 174,5 Prozent gegenüber 1998).

Die Höhe der Förderung hängt sowohl von der Ausbildungsstätte als auch der Unterbringung ab. Ein Schüler oder Studierender gilt als vollgefördert, wenn er eine Förderung erhält, die den errechneten Gesamtbedarf in voller Höhe abdeckt. Als teilgefördert gelten diejenigen, bei denen eigenes Einkommen, Vermögen oder das Einkommen der Eltern oder des Ehegatten angerechnet wird. Im Jahr 2012 erhielten 65,7 Prozent der geförderten Schüler und 38,0 Prozent der geförderten Studenten eine Vollförderung.

Der durchschnittliche monatliche Förderungsbetrag pro Person ist zwischen 1991 und 2012 sowohl bei Schülern (von 228 auf 401 Euro) als auch bei Studierenden (von 290 auf 448 Euro) gestiegen. Im Jahr 2011 erhielten 36,0 Prozent der BAföG-Empfänger 501 Euro oder mehr, bei 30,1 Prozent lag die monatliche Förderung zwischen 351 und 500 Euro. 25,8 Prozent erhielten zwischen 151 und 350 Euro, bei 8,1 Prozent der Empfänger betrug die Förderung 150 Euro oder weniger.

Weiter erhielten im Jahr 2012 168.284 Personen das sogenannte Meister-BAföG nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG). Im Jahr 2012 standen Förderleistungen in Höhe von insgesamt 546 Millionen Euro zur Verfügung. Davon entfielen rund 370 Millionen Euro auf Darlehen und 176 Millionen Euro auf Zuschüsse. Die Geförderten erhielten Zuschüsse zur Finanzierung der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren (77 Mio. Euro), für den Lebensunterhalt (91 Mio. Euro), für den Kindererhöhungsbetrag (7 Mio. Euro) und für die Kinderbetreuung (0,9 Mio. Euro). Die Darlehen wurden für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren (176 Mio. Euro), den Lebensunterhalt (184 Mio. Euro), den Kindererhöhungsbetrag (7 Mio. Euro), die Kosten während der Prüfungsvorbereitungsphase (knapp 2 Mio. Euro) sowie für die Anfertigung des "Meisterstücks" (knapp 1 Mio. Euro) bewilligt. Etwa ein Drittel der Geförderten waren Frauen (32,2 Prozent), insgesamt 96,4 Prozent besaßen die deutsche Staatsangehörigkeit. 68.863 Personen bzw. 40,9 Prozent der Geförderten nahmen an einer Vollzeitfortbildung teil, 99.421 (59,1 Prozent) bildeten sich in Teilzeit fort.

Datenquelle



Statistisches Bundesamt: Ausbildungsförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG), GENESIS, Statistik der Bundesausbildungsförderung (BAföG), Aufstiegsförderung nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG)

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Bei der Gesamtzahl der Geförderten wird jeder Geförderte gezählt, unabhängig davon, ob er während des ganzen Berichtsjahres oder nur in bestimmten Monaten Leistungen nach dem BAföG erhalten hat. Der durchschnittliche Monatsbestand gibt hingegen an, wie viele Personen – rein rechnerisch – ganzjährig gefördert wurden.

Tabelle: BAföG – Geförderte nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz



Personen und finanzielle Förderung in absoluten Zahlen, 1991 bis 2012

Schüler
geförderte Personen Personen mit Vollförderung Personen mit Teilförderung geförderte Personen (durchschnittl. Monatsbestand) finanzieller Aufwand durchschnittl. monatl. Förderungs-
betrag pro Person*
in abs. Zahlen in Tsd. Euro in Euro
1991 266.223 126.156 140.067 163.475 447.213 228
1992 234.430 99.010 135.420 144.253 411.081 237
1993 207.332 77.868 129.464 124.035 366.022 246
1994 192.707 81.727 110.980 111.918 332.761 248
1995 181.226 87.711 93.515 107.541 332.183 257
1996 178.036 81.377 96.659 106.089 333.873 262
1997 184.486 79.018 105.468 108.898 328.058 251
1998 195.112 81.528 113.584 116.286 341.156 244
1999 203.382 85.934 117.448 122.274 356.796 243
2000 210.498 84.451 126.047 127.204 367.896 241
2001 243.594 154.437 89.157 142.713 492.686 288
2002 271.182 169.659 101.523 163.166 591.837 302
2003 294.930 181.166 113.764 179.079 651.227 303
2004 312.334 192.849 119.485 191.684 698.068 303
2005 321.421 199.947 121.474 198.967 725.795 304
2006 318.950 198.308 120.642 198.572 717.295 301
2007 311.575 198.689 112.886 193.334 697.275 301
2008 311.876 211.219 100.657 192.130 741.180 321
2009 322.663 226.848 95.815 199.201 826.673 346
2010 323.808 214.956 108.852 199.086 853.820 357
2011 319.206 211.260 107.946 196.774 910.165 385
2012 308.260 202.554 105.706 189.922 912.870 401

 


Studierende
geförderte Personen Personen mit Vollförderung Personen mit Teilförderung geförderte Personen (durchschnittl. Monatsbestand) finanzieller Aufwand durchschnittl. monatl. Förderungs-
betrag pro Person*
in abs. Zahlen in Tsd. Euro in Euro
1991 606.869 202.983 403.886 442.248 1.538.590 290
1992 611.512 184.916 426.596 441.680 1.539.929 290
1993 563.918 146.575 417.343 408.710 1.458.164 297
1994 499.776 134.535 365.241 354.866 1.257.002 295
1995 442.492 138.873 303.619 310.940 1.133.989 304
1996 399.262 129.314 269.948 274.286 1.059.270 322
1997 350.767 109.099 241.668 237.832 910.038 319
1998 336.355 97.539 238.816 226.958 861.688 316
1999 338.427 103.239 235.188 225.859 871.140 321
2000 348.799 100.913 247.886 232.155 906.857 326
2001 406.776 134.933 271.843 265.301 1.161.922 365
2002 451.505 168.890 282.615 303.576 1.350.543 371
2003 481.594 179.755 301.839 325.743 1.446.120 370
2004 497.257 186.956 310.301 339.935 1.513.641 371
2005 506.880 193.285 313.595 345.084 1.554.602 375
2006 498.565 189.022 309.543 341.740 1.538.770 375
2007 494.480 191.268 303.212 331.141 1.490.718 375
2008 510.409 217.933 292.476 332.853 1.590.638 398
2009 550.369 214.654 335.715 360.165 1.875.731 434
2010 592.430 232.796 359.633 385.736 2.019.078 436
2011 643.578 246.895 396.683 418.565 2.269.706 452
2012 671.042 254.769 416.273 440.217 2.364.963 448

* bezogen auf den durchschnittlichen Monatsbestand

Quelle: Statistisches Bundesamt: GENESIS, Statistik der Bundesausbildungsförderung (BAföG)


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