Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland

Ausgewählte Erwerbstätigenquoten

10.11.2008
Nach dem stetigen Rückgang der Erwerbstätigenquote auf 64,3 Prozent im Jahr 2004 kletterte sie rasch von 66,0 Prozent im Jahr 2005 – über 67,5 Prozent 2006 – auf 69,4 Prozent im Jahr 2007.

Ausgewählte Erwerbstätigenquoten, 1996 - 2007Klicken Sie auf die Grafik, um die PDF zu öffnen. (© bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/2.0/de/

Fakten



Die Erwerbstätigenquote entspricht dem Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung im Alter von 15 bis unter 65 Jahren. Die durchschnittliche Erwerbstätigenquote stieg zwischen 1997 und 2001 kontinuierlich von 63,6 auf 65,7 Prozent. Nach dem stetigen Rückgang der Erwerbstätigenquote auf 64,3 im Jahr 2004 kletterte sie rasch von 66,0 Prozent im Jahr 2005 – über 67,5 Prozent 2006 – auf 69,4 Prozent im Jahr 2007.

In der durchschnittlichen Erwerbstätigenquote spiegelt sich allerdings weder das Niveau noch die Entwicklung der Erwerbstätigenquoten der verschiedenen sozialen Gruppen wider. So liegt beispielsweise die Erwerbstätigenquote der Männer immer noch deutlich über jener der Frauen. Dabei stieg die Quote der Frauen zwischen 1996 und 2007 nahezu ununterbrochen von 55,4 auf 64,0 Prozent. Abseits der Schwankungen im Zeitverlauf sank die Erwerbstätigenquote der Männer zwischen 1996 und 2004 von 72,7 auf 70,0 Prozent. Seitdem ist auch die Quote der Männer wieder gestiegen. 2007 erreichte sie mit 74,7 Prozent den höchsten Wert innerhalb des hier betrachteten Zeitraums.

Entsprechend dieser Entwicklungen hat sich der Abstand zwischen den Erwerbstätigenquoten der Männer und Frauen reduziert. Lag die Erwerbstätigenquote der Männer im Jahr 1996 noch 17,3 Prozentpunkte über jener der Frauen, sank die Differenz bis zum Jahr 2007 auf 10,7 Prozentpunkte. Ein Grund für die steigende Erwerbstätigenquote der Frauen ist, dass der Anteil der Teilzeitbeschäftigten bei den Frauen erheblich höher ist als bei den Männern. Nach Angaben von Eurostat und einer Veröffentlichung der Bundesagentur für Arbeit stieg der Anteil der weiblichen Teilzeitbeschäftigten an allen weiblichen Erwerbstätigen zwischen 1996 und 2006 von 33,3 auf 45,4 Prozent. Bei den Männern erhöhte sich der entsprechende Wert im selben Zeitraum lediglich von 3,4 auf 8,4 Prozent.

Der Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes ermöglicht einen Vergleich der Erwerbstätigenquoten in Ost- und Westdeutschland. Auffällig ist, dass die Erwerbstätigenquote in Westdeutschland zwischen 1996 und 2007 stets über der Quote in Ostdeutschland lag. Dabei hat sich die Erwerbstätigenquote in Westdeutschland ähnlich wie die durchschnittliche Erwerbstätigenquote entwickelt: Zwischen 1997 und 2001 stieg sie von 64,1 auf 67,0 Prozent und nach einem Rückgang bis 2004 (65,5 Prozent) erreichte sie 2007 mit 70,1 Prozent ihren Höchststand. In Ostdeutschland fiel die Erwerbstätigenquote zwischen 1999 und 2004 kontinuierlich von 62,1 auf 59,7 Prozent. Am Ende der anschließenden Steigerung erreichte die Erwerbstätigenquote in Ostdeutschland mit 66,4 Prozent ebenfalls im Jahr 2007 ihren Höchststand.

Bei keiner anderen der hier betrachteten Gruppen hat sich das Niveau der Erwerbstätigenquote in den letzten 10 Jahren so stark erhöht wie bei den 55 bis unter 65-Jährigen. Die Erwerbstätigenquote der Älteren stieg von 37,7 Prozent im Jahr 1998 – über 41,4 Prozent 2004 – auf 51,5 Prozent im Jahr 2007. Für die Älteren hat sich die Bundesregierung für das Jahr 2010 eine Erwerbstätigenquote von 55 Prozent als Ziel gesetzt – der Durchschnitt der EU-Staaten lag 2006 bei 43,5 Prozent.

Die Daten einer Sonderauswertung des Mikrozensus 2005 zeigen, dass die Erwerbstätigenquoten der Bevölkerung mit und ohne Migrationshintergrund deutlich voneinander abweichen. Im Jahr 2005 lag die Erwerbstätigenquote der Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei 56,0 Prozent. Die Erwerbstätigenquote der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund lag hingegen bei 67,7 Prozent. Allerdings bestehen auch innerhalb der Gruppe der Migranten große Unterschiede. So lag beispielsweise die Erwerbstätigenquote der (Spät-)Aussiedler bei 62,8 und die der nichtdeutschen Migranten bei lediglich 52,5 Prozent. Vor allem bei den ausländischen Frauen ist das Niveau der Erwerbstätigenquote niedrig: Diese lag im Jahr 2005 mit 42,6 Prozent 19,6 Prozentpunkte unter jener der deutschen Frauen ohne Migrationshintergrund (62,2 Prozent).

Datenquelle



Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS): PDF-Icon Lebenslagen in Deutschland (PDF-Version: 1.640 KB); Statistisches Bundesamt: »STATmagazin: Arbeitsmarkt«; Arbeitskräfteerhebung der EU

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Die Erwerbstätigenquote darf nicht mit der Erwerbsquote verwechselt werden. Die Erwerbsquote steht für den Anteil der Erwerbspersonen – also Personen, die Arbeit haben oder suchen – an der gleichaltrigen Gruppe in der Gesamtbevölkerung.

Tabelle: Ausgewählte Erwerbstätigenquoten*



In Prozent, 1996 bis 2007

  insgesamt Westdeutschland** Ostdeutschland**
1996 64,1 64,4 63,0
1997 63,6 64,1 61,8
1998 63,7 64,5 61,0
1999 64,8 65,6 62,1
2000 65,3 66,3 61,8
2001 65,7 67,0 61,2
2002 65,4 66,6 60,7
2003 64,9 66,2 60,3
2004 64,3 65,5 59,7
2005 66,0 67,1 61,3
2006 67,5 68,6 64,7
2007 69,4 70,1 66,4
 

  Männer Frauen Ältere
1996 72,7 55,4
1997 71,8 55,2
1998 71,7 55,6 37,7
1999 72,4 57,1
2000 72,7 57,8 37,4
2001 72,6 58,7
2002 71,8 58,8
2003 70,9 58,9
2004 70,0 58,5 41,4
2005 71,3 60,6 45,4
2006 72,8 62,2 48,4
2007 74,7 64,0 51,5

* Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren bzw. 55 bis 64 Jahren bei den Älteren
** Westdeutschland ohne Berlin; Ostdeutschland mit Berlin


Quelle: Statistisches Bundesamt; Arbeitskräfteerhebung der EU


 
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