Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland

Alter bei Rentenbeginn (RV)

16.4.2014
Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung hat sich der Anteil der Versicherten, die ihre Rente später beziehen, seit Ende der 1990er-Jahre deutlich erhöht.

Alter bei Rentenbeginn. (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Fakten



Wer seine Rente vor der für ihn maßgeblichen Altersgrenze in Anspruch nimmt, muss mit einem Abschlag rechnen. Der Abschlag beträgt pro Monat vorzeitiger Inanspruchnahme 0,3 Prozent – pro Jahr also 3,6 Prozent. Bezieht ein Versicherter eine um einen Abschlag geminderte Rente, so gilt dieser Abschlag auch nach Erreichen der Regelaltersgrenze.

Die Regelaltersgrenze haben vor 1947 Geborene mit Vollendung des 65. Lebensjahres erreicht. Seit dem Jahr 2012 – also für die Geburtsjahrgänge ab einschließlich 1947 – wird die Regelaltersgrenze schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Für Versicherte, die 1964 oder später geboren sind, gilt dann die Regelaltersgrenze von 67 Jahren. Versicherte, die 45 Jahre Pflichtbeitragszeiten zurückgelegt haben, können allerdings weiterhin mit 65 Jahren ohne finanzielle Einbußen in Rente gehen. Die Altersrente für schwerbehinderte Menschen kann derzeit mit 63 Jahren abschlagsfrei beansprucht werden (ab Geburtsjahrgang 1952 schrittweise Anhebung auf 65 Jahre).

Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung hat sich der Anteil der Versicherten, die ihre Rente später beziehen, seit Ende der 1990er-Jahre deutlich erhöht. Während beispielsweise der Anteil der 65-jährigen und älteren Personen an allen Rentenzugängen bei den Versichertenrenten zwischen 1993 und 1997 noch von 32,1 auf 22,6 Prozent zurückging, erhöhte er sich – abseits der Schwankungen im Zeitverlauf – zwischen 1998 und 2012 von 22,9 auf 43,1 Prozent. Parallel reduzierte sich der Anteil der Personen mit einem Zugangsalter von 60 Jahren von 40,1 Prozent im Jahr 1998 auf 5,7 Prozent im Jahr 2012.

Das durchschnittliche Zugangsalter erhöhte sich bei den Versichertenrenten zwischen 2000 und 2012 insgesamt von 60,2 auf 61,1 Jahre. Während sich das Zugangsalter bei den Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit in den Jahren 2000 bis 2004 von 51,4 auf 49,8 Jahre reduzierte und erst in den Folgejahren zunahm (2012: 50,7 Jahre), stieg das Zugangsalter bei den Altersrenten zwischen 2000 und 2012 vergleichsweise stetig von 62,3 auf 64,0 Jahre. Bezogen auf die Altersrenten gingen Männer im Jahr 2012 im Durchschnitt mit 64,0 Jahren und Frauen mit 63,9 Jahren in Altersrente (West: jeweils 64,1 Jahre / Ost: 63,6 bzw. 62,8 Jahre).

Trotz der Erhöhung des durchschnittlichen Zugangsalters war deutschlandweit im Jahr 2012 mehr als die Hälfte der Zugänge bei den Versichertenrenten von Abschlägen betroffen (51,6 Prozent). Der Anteil lag damit zwar klar unter dem bisherigen Höchstwert (der mit 58,1 Prozent im Jahr 2011 erreicht wurde), aber beispielsweise deutlich über dem Anteil der Jahre 1997, 2000 oder 2001, in denen bei den Versichertenrenten lediglich 0,2, 11,7 bzw. 32,5 Prozent der Zugänge von Abschlägen betroffen waren. Während in Westdeutschland im Jahr 2012 gut die Hälfte der Renten abschlagsfrei beansprucht werden konnte (51,8 Prozent), war es in Ostdeutschland weniger als ein Drittel (30,8 Prozent).

Parallel erhöhte sich auch die durchschnittliche Anzahl der Abschlagsmonate bei den von Abschlägen betroffenen Versichertenrentenzugängen zwischen 2000 und 2009 von 13,96 auf 37,78 Monate. Seit 2009 ist Anzahl der Abschlagsmonate jedoch wieder rückläufig, 2012 lag sie bei 29,98 (West: 29,68 / Ost: 31,05).

Der durchschnittliche Rentenzahlbetrag bei den Versichertenrentenzugängen mit Abschlägen ist in den Jahren 2000 bis 2012 vergleichsweise stabil geblieben: Die monatlichen Rentenzahlbeträge bewegten sich zwischen 726,93 Euro im Jahr 2009 und 777,82 Euro im Jahr 2012 – wobei die Inflation in diesem Zusammenhang unberücksichtigt bleibt.

Datenquelle



Deutsche Rentenversicherung: www.deutsche-rentenversicherung.de

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



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Tabelle: Alter bei Rentenbeginn (RV*)



Versichertenrenten, Anteile der Zugangsalter im jeweiligen Berichtsjahr in Prozent, 1993 bis 2012

Zugangsalter,
in Jahren
2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006
Anteile der Zugangsalter, in Prozent
bis 49 7,8 7,6 8,0 7,6 7,2 7,3 6,8
50 bis 54 5,1 4,9 5,1 4,7 4,5 4,6 4,3
55 bis 59 6,3 6,0 6,4 6,1 5,6 5,5 5,1
60 5,7 17,0 19,2 20,0 19,5 20,1 18,7
61 4,6 4,4 4,5 4,8 5,5 4,0 4,7
62 5,4 5,4 5,0 4,5 4,4 4,7 6,0
63 17,6 13,5 12,4 9,9 10,9 13,9 12,6
64 4,5 3,7 2,9 4,1 5,5 3,6 3,6
65 41,4 35,0 32,9 37,0 35,6 34,8 36,0
66 und älter 1,7 2,4 3,4 1,4 1,3 1,4 2,0
alle Zugangsalter 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0
Zugangsalter,
in Jahren
2005 2004 2003 2002 2001 2000 1999
Anteile der Zugangsalter, in Prozent
bis 49 6,9 6,9 6,8 6,9 6,8 6,3 6,2
50 bis 54 4,3 4,3 4,2 4,3 4,3 3,8 3,8
55 bis 59 5,0 4,8 5,1 5,8 7,0 7,6 8,1
60 18,7 22,1 22,4 25,9 33,2 38,1 40,4
61 6,2 5,6 9,3 9,3 6,0 4,9 4,3
62 7,9 7,8 5,5 5,2 4,6 3,0 2,4
63 10,7 10,7 11,0 9,8 8,8 8,6 9,1
64 3,7 2,3 2,3 2,3 1,4 1,2 1,2
65 34,8 33,1 31,0 28,6 26,0 24,6 22,7
66 und älter 1,8 2,3 2,4 1,9 1,8 1,8 1,8
alle Zugangsalter 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0
Zugangsalter,
in Jahren
1998 1997 1996 1995 1994 1993
Anteile der Zugangsalter, in Prozent
bis 49 7,0 7,0 6,7 5,9 5,9 6,0
50 bis 54 4,3 4,7 5,1 5,2 6,3 6,8
55 bis 59 9,3 10,1 10,5 9,3 9,7 9,9
60 40,1 39,8 38,5 35,8 29,6 27,4
61 3,6 3,8 3,9 5,3 5,0 4,0
62 2,5 2,7 2,5 3,9 3,9 2,7
63 9,2 8,0 7,1 7,4 8,3 9,7
64 1,1 1,2 1,3 1,8 1,6 1,5
65 20,7 20,2 21,5 22,4 26,3 28,9
66 und älter 2,2 2,4 2,9 3,0 3,3 3,2
alle Zugangsalter 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0

* gesetzliche Rentenversicherung

Quelle: Deutsche Rentenversicherung: www.deutsche-rentenversicherung.de


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