Koffer

Bewegt die Krise? EU-Binnenmigration und wirtschaftliche Disparitäten in Europa

Das vorliegende Kurzdossier gilt der Binnenmigration in der Europäischen Union (EU). Im Vordergrund steht neben einem Rückblick auf das Migrationsgeschehen nach den beiden Erweiterungsrunden der Jahre 2004 und 2007 die Entwicklung der innereuropäischen Mobilität vor dem Hintergrund der globalen Wirtschafts- und der europäischen Staatsschuldenkrise. Die einzelnen Artikel konzentrieren sich dabei vorrangig auf die Mobilität von Unionsbürgern, die sich auf das EU-Freizügigkeitsrecht berufen können.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Beobachtung einer wiederauflebenden Tendenz innereuropäischer Süd-Nord-Wanderungen. Herkunfts- und Zielländer dieser Bewegungen werden in Form von kurzen Länderartikeln zueinander in Beziehung gesetzt. Ziel des Dossiers ist es, Schlaglichter auf verschiedene Facetten der aktuellen Binnenwanderungsgeschehens in der EU zu werfen und Anhaltspunkte für eine weiterführende Auseinandersetzung mit diesem Thema zu bieten.

Zur statistischen Erfassung von Migration

Zu- und Abwanderung (flows) aber auch der Bestand der Zuwandererbevölkerung (stocks) lassen sich kaum international vergleichend erfassen. Zum einen existieren von Land zu Land unterschiedliche Definitionen und Konzepte dessen, was unter einem Zuwanderer (immigrant) bzw. einem Abwanderer (emigrant) verstanden wird und wer zur Zuwanderungsbevölkerung gezählt wird und wer nicht. Zum anderen unterscheiden sich die einzelnen Länder auch hinsichtlich der Methodologie, d.h. wie (und ob) sie diese Phänomene überhaupt statistisch erfassen. Darüber hinaus gibt es gravierende Unterschiede im Hinblick auf die Qualität der erhobenen Daten. Alle diese Aspekte gelten auch für die Mitgliedstaaten der EU und müssen bei einer ländervergleichenden Betrachtung berücksichtigt werden.

   
Mann mit Handy an einem Fenster zwischen Satellitenschirmen in Bukarest

Vera Hanewinkel

EU-Binnenmigration vor und während der Wirtschafts- und Finanzkrise – ein Überblick

Das Prinzip der Arbeitnehmerfreizügigkeit gehört zu den vier Grundfreiheiten in der Europäischen Union. Demnach hat jeder Bürger eines EU-Mitgliedslandes das Recht, in einem anderen Mitgliedstaat zu leben und zu arbeiten. Die 1992 durch den Vertrag von Maastricht eingeführte Unionsbürgerschaft sichert ihm dabei weitergehende Rechte zu. So müssen Unionsbürger beispielsweise bei der Besetzung von Stellen wie Inländer behandelt werden (keine Vorrangprüfung). Darüber hinaus dürfen sie im Aufnahmeland an den Kommunalwahlen teilnehmen, sie verfügen also über das Recht auf politische Partizipation. Weiter...

Deutsche Jugendliche tragen bei den Feierlichkeiten zur EU-Erweiterung am Dreilaenderpunkt in Zittau am Freitag 30. April 2004 eine EU-Fahne auf einer Ponton Bruecke ueber die Neisse. Die Neisse markiert bei Zittau die Grenze mit Tschechien und Polen.

Lisa Breford

Kurz skizziert: Ost-West-Migration nach der EU-Erweiterung

Die Erweiterung der EU in den Jahren 2004 und 2007 hatte einen großen Einfluss auf die Migrationsbewegungen aus den Mitgliedstaaten in Ostmittel- und Osteuropa. Weiter...

Eine Felsküste der grünen Insel: Irland.

Lisa Breford

Irland

In Bezug auf die Migrationsbewegungen innerhalb der Europäischen Union stellt Irland ein besonderes Beispiel dar, weil Irland erst seit 1996 eine langanhaltende Phase der Zuwanderung erlebte. Es war damit das letzte EU-Mitgliedsland, das zu einem Land mit positivem Wanderungssaldo wurde (Ruhs, überarbeitet von Quinn 2009). Weiter...

Die Brick Lane im East End von London, seit vielen Jahrzehnten bevölkert von Migranten aus Bangladesch.

Lisa Breford

Vereinigtes Königreich

Hauptindikator für Zuwanderungen bilden im Vereinigten Königreich die Nationalen Versicherungsnummern (National Insurance Numbers – NINo). Weiter...

Arbeitslose stehen Schlange vor einem Arbeitsamt in Alcala de Henares, bei Madrid, Spanien, am 04.06.2012.

Beatriz González-Martín

Spanien

Zwischen 1996 und 2007 erlebte Spanien eine der längsten Phasen wirtschaftlichen Wachstums in seiner jüngeren Geschichte. Das Merkmal, das diese Phase der Prosperität dominierte, war der hohe Anstieg der Zahl neuer Arbeitsplätze. Im dritten Quartal des Jahres 2007 erreichte Spanien mit 20,5 Millionen Beschäftigten einen historischen Höchststand (EPA 2012). Weiter...

Oktober 2008: Protest von Migranten in Portugal gegen neue Immigrationsgesetze in Europa.

Feline Engling Cardoso

Portugal

Infolge der Wirtschaftskrise ist der Umfang der in Portugal lebenden ausländischen Bevölkerung 2010 erstmalig seit Anfang der 1980er Jahre zurückgegangen. Weiter...

Demonstration gegen Rassismus und Faschismus in Athen im November 2012.

Griechenland

Die Zuwanderung nach Griechenland hält trotz der Wirtschaftskrise weiterhin an, hat aber im Vergleich zu den Vorjahren abgenommen (Malkoutzis 2011, S. 1). Die Wanderungsbilanz ist derzeit jedoch insgesamt negativ, d.h. die Zahl der Auswanderer übersteigt diejenige der Zuwanderer. Weiter...

Ein Flüchtling in Rom zeigt den Anhänger seiner Halskette, der den Kontinent Afrika darstellt.

Italien

Die Einwanderung nach Italien hält trotz der Finanzkrise weiter an. Seit Beginn der Krise hat sich die regulär in Italien lebende ausländische Bevölkerung fast verdoppelt, obwohl die jährlichen Zuwachsraten im Vergleich zu den Vorkrisenjahren insgesamt zurückgegangen sind (Pastore 2010, S. 121). Weiter...

Richard Cieplinski aus dem polnischen Konin sticht Spargel auf einem Feld bei Beelitz suedlich von Berlin am Donnerstag, 22. April 2004. Polnische Erntehelfer sind auf den Feldern auch schon in den Jahren vor der EU-Erweiterung eingesetzt worden.

Die aktuelle Entwicklung der Zuwanderung nach Deutschland

Nachdem in den Jahren 2008 und 2009 jeweils mehr Menschen aus Deutschland abwanderten als im selben Zeitraum zuwanderten, wurde vor allem über die Abwanderung von Fachkräften und die mangelnde Attraktivität Deutschlands für hochqualifizierte Migranten diskutiert. Im Zuge der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich dieses Bild jedoch gewandelt. Weiter...

 
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Infografiken

Zahlen zu Asyl in Deutschland

Wie viele Anträge auf Asyl werden in Deutschland gestellt? Wer sind die Antragsteller und woher stammen sie? Und wie viele Anträge sind erfolgreich? Wir stellen die wichtigsten Zahlen zum Thema Asyl und Flüchtlinge monatlich aktualisiert in einfachen Infografiken dar. Weiter...