A new sign designates a third floor unisex restroom at a Kent State University student center in Kent, Ohio, Thursday, May 17, 2007. The University is accommodating transgender students with a newly relabeled unisex restroom that has four images on the door: a man, a woman, a person in a wheelchair and a man and a woman separated by a slash. The concept, which the school hopes to expand in its new buildings and renovation projects, reflects a growing trend on U.S. campuses.
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Medikalisierung "uneindeutigen" Geschlechts


8.5.2012
Wie konnte sich die medizinische Definitionsmacht über Intersexualität historisch durchsetzen? Zentral dafür war, so die These des Beitrags, die Konstruktion der "Geschlechtsidentität" als psychischer Entität Mitte des 20. Jahrhunderts.

Einleitung



Obwohl sich Organisationen intergeschlechtlicher Menschen dagegen seit Langem wehren, gilt ein - gemessen an der Norm des männlichen und weiblichen Geschlechts - "uneindeutiges" Geschlecht noch immer als krankhaft und behandlungsbedürftig. Medizinische Autorität, Glaube an die medizinisch-technische Machbarkeit, gesellschaftlicher Anpassungsdruck und die Haltung der Politik bilden ein Konglomerat, das ein Umdenken verhindert - auf Kosten der körperlichen Unversehrtheit und des Selbstbestimmungsrechts intergeschlechtlicher Menschen. Wie kann es sein, dass die medizinische Expertise mehr Gewicht hat als die Kritik von Intersex-Organisationen? In diesem Beitrag gehe ich aus historischer Perspektive - für den deutschsprachigen Raum - der Frage nach, wie die Medizin diese autoritative Rolle erlangen konnte.[1]



Fußnoten

1.
Vgl. ausführlich Ulrike Klöppel, XX0XY ungelöst: Hermaphroditismus, Sex und Gender in der deutschen Medizin. Eine historische Studie zur Intersexualität, Bielefeld 2010.