Zerstörtes Gebäude in der Nähe von Bab Dreeb, Syrien.

14.2.2013 | Von:
Anne Seibring

Editorial

Der Bürgerkrieg in Syrien dauert an. Seit dem Frühjahr 2011 sind in dem Konflikt, der mit friedlichen Demonstrationen für politische und gesellschaftliche Reformen begann und nach der gewalttätigen Reaktion des Regimes unter Baschar al-Assad in blutige Kämpfe zwischen Aufständischen und der Regierung mündete, nach UN-Angaben über 60000 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Flüchtlinge ist auf über 700000 gestiegen, Binnenflüchtlinge nicht mitgerechnet. Weder die oppositionellen Kräfte noch das Regime können derzeit entscheidend Boden gut machen.

Syrien blickt auf eine lange Geschichte und ein reiches kulturelles Erbe zurück. Die ethnische, religiös-konfessionelle und sozioökonomische Heterogenität wie auch der politische Pluralismus – von sozialistischen und säkularen über neoliberale und konservative bis hin zu islamistischen Strömungen – können Risikoquellen darstellen, werden aber auch als solche von verschiedenen Seiten instrumentalisiert. Schon ist von einem Konfessionskrieg die Rede, wird vor der Vereinnahmung der Revolution durch radikale Islamisten gewarnt. Die Uneinigkeit der oppositionellen Bewegungen trägt zum Eindruck eines fragilen gesellschaftlichen Gefüges bei.

Längst ist der Krieg in Syrien internationalisiert. Während die westliche Staatengemeinschaft die syrische Opposition unterstützt – zumindest politisch und logistisch –, verfolgen China und Russland offiziell eine Nichteinmischungspolitik. Praktisch tragen sie durch Waffenlieferungen und ihre Haltung im UN-Sicherheitsrat zum Machterhalt Assads bei. Auch das regionale Umfeld ist gespalten: Die Türkei und die arabischen Golfstaaten stehen auf Seiten der Rebellen, der Iran und die Hisbollah auf Seiten des Regimes. Auch der Nachbarstaat Israel bleibt von den Ereignissen in Syrien nicht unberührt – die Gefahr eines "Flächenbrandes" steigt.


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