Das Jahr 1913 war das letzte Vorkriegsjahr vor dem Ersten Weltkrieg, der "Urkatastrophe Europas". Es wird daher in der Rückschau häufig als letztes "Normaljahr" verklärt, als letztes Jahr einer vermeintlich unbeschwerten Zeit und stabilen Ordnung, die anschließend unwiederbringlich verloren gingen. Tatsächlich kann diese Sicht nur für den westlichen Teil Europas gelten: Auf dem Balkan tobten bereits zwei verlustreiche Kriege um das Erbe des zerfallenden Osmanischen Reiches, welche die Schrecken einer gesamteuropäischen Auseinandersetzung erahnen ließen. Doch trotz Aufrüstung und Zuspitzung waren die Entwicklungen, die zum Beginn des "großen Krieges" führten, keineswegs zwangsläufig.
Florian Illies
Schlaglichter aus dem Jahr 1913
Hitler und Stalin in Wien; die Nervosität des Erzherzogs Franz-Ferdinands; ein letztes Zusammenkommen des europäischen Hochadels: Schlaglichtartige Episoden vermitteln ein Gefühl für ein besonderes Jahr.
Michael Epkenhans
Europa am Abgrund? Großmächte zwischen Krisendiplomatie und Aufrüstung
Während sich die Balkankriege zu einem gesamteuropäischen Krieg auszuweiten drohten, herrschte auf dem diplomatischen Parkett reger Betrieb. Wohin sollten sich die Beziehungen zwischen den Mächten entwickeln?
Björn Opfer-Klinger
1913 als Kriegsjahr: Südosteuropa und die Balkankriege
Während 1913 in vielen europäischen Staaten als letztes „normales“ Jahr dargestellt wird, bedeutete es für Südosteuropa bereits eine tief greifende Zäsur, die den Balkan nachhaltig veränderte.
Christoph Nübel
Bedingt kriegsbereit. Kriegserwartungen in Europa vor 1914
Militarismus war in den europäischen Gesellschaften weit verbreitet. Doch erst das Gefühl, einen Verteidigungskrieg zu führen, brachte viele Europäer dazu, bereitwillig in den Krieg zu ziehen.
Robert W. Cherny
Die Vereinigten Staaten vor 1914
Als Woodrow Wilson 1913 Präsident wurde, ging er davon aus, eine Reihe innenpolitischer Probleme angehen zu können. Viele Amerikaner glaubten, dass Kriege unter zivilisierten Nationen obsolet geworden waren.
Bernd Polster
"Tangomanie". Die erste Tanzwelle
Als der Tango Anfang des 20. Jahrhunderts nach Europa kam, löste er eine rege Debatte aus. Allen Verboten zum Trotz erfreute sich der Tanz zunehmender Beliebtheit.
Publikation zum Thema
APuZ - Jahresband 2013
Der APuZ-Jahresband 2013: Sämtliche Ausgaben der Zeitschrift “Aus Politik und Zeitgeschichte” aus dem Jahr 2013. Weiter...


