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Aufschrei


7.2.2014
Am 21. Juni 2013 wurde der #aufschrei auf Twitter mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Als erster Hashtag[1] überhaupt. Damit ging der Preis nicht nur an ein Projekt und dessen Urheber_innen,[2] sondern an eine ganze Debatte über Sexismus. Gewinner_innen waren all "jene Hashtag-Nutzer, die die Problematik des existierenden Alltagssexismus konstruktiv diskutiert haben. Die damit neue Blickwinkel und Handlungsoptionen eröffnet haben – online wie offline, im Web, im TV, in Printmedien, im Klassenzimmer, in der Familie, in der Kneipe, am Arbeitsplatz. Die Resonanz auf den Hashtag sowie auf dessen Nominierung zeigt deutlich auf, wie relevant und wirksam soziale Medien in der offenen, kontroversen Meinungsbildung sein können. Dabei belegt #aufschrei eindrucksvoll, wie der Brückenschlag zwischen digitalem Resonanzraum und arrondierenden publizistischen Leistungen gelingen kann."[3]

#aufschrei war ein Kulminationspunkt, anhand dessen mehr verhandelt wurde als "nur" die problematische Alltäglichkeit von Sexismus und sexuellen Übergriffen. Unübersehbar prallten in der Debatte neben Befürworter_innen und Kritiker_innen des #aufschrei auch die unterschiedlichen Medienlogiken aufeinander. Digitale Öffentlichkeiten vs. Massenmedien. "Neue" Medien gegen "alte". Und oftmals Ratlosigkeit auf beiden Seiten. Doch dieses Aufeinanderprallen war für die Konjunktur von #aufschrei mitverantwortlich.

Ihren Anfang nimmt die Sexismus-Debatte im Januar 2013 mit zwei Texten. Am 24. Januar erscheint im "Stern" unter dem Titel "Der Herrenwitz"[4] ein Porträt der Journalistin Laura Himmelreich über den Spitzenkandidaten der FDP zur Bundestagswahl, Rainer Brüderle. Der Artikel versetzt das politische Berlin innerhalb weniger Stunden in helle Aufregung. Die eigentliche Storyline Himmelreichs, es handle sich um einen aus der Zeit gefallenen Kandidaten, gerät schnell aus dem Blick. In den Fokus rücken stattdessen die Schilderungen ihrer persönlichen Begegnungen mit Brüderle und die Sätze: "Brüderles Blick wandert auf meinen Busen. ‚Sie können ein Dirndl auch ausfüllen.‘"[5] Die Sexismus-Debatte der etablierten Massenmedien hat einen Aufhänger.

Auch der zweite Text erscheint am 24. Januar. In ihrem Blogbeitrag "Normal ist das nicht!"[6] berichtet die Autorin Maike Hank auf dem Gemeinschaftsblog kleinerdrei.org über die Alltäglichkeit von street harassment.[7] Neben der Schilderung ihrer persönlichen Erfahrungen verlinkt Hank unter anderem auf die Tweets verschiedener Twitter-Nutzer_innen, die den Microbloggingdienst seit geraumer Zeit nutzen, um Erfahrungen mit Übergriffen und street harassment öffentlich zu machen.

Was beide Artikel – unabhängig vom Ort der Publikation – eint, sind die Schilderungen persönlicher Erfahrungen mit Sexismus. Für politikjournalistische Artikel ist dies ein deutlicher Tabubruch. Sowohl die Form des Artikels von Himmelreich als auch der Inhalt, das heißt das explizite Benennen und Kritisieren des erlebten Sexismus, brechen mit journalistischen Gepflogenheiten, die sich nach wie vor an der (vagen) Vorstellung orientieren, "objektive" (und damit gute) Berichterstattung setze voraus, dass die Journalistin nicht "ich" sagt.

Anders verhält es sich mit Blogposts. Die Bildung digitaler Öffentlichkeiten durch Blogs, Facebook oder Twitter funktioniert deshalb, da Menschen ihren Blick auf (politische) Phänomene oftmals radikal persönlich und vor allem offen subjektiv formulieren. Das gilt ebenso für (netz-)feministische Gegenöffentlichkeiten, die sich in Anlehnung an Nancy Fraser als "parallele diskursive Räume" beschreiben lassen, "in denen Angehörige untergeordneter sozialer Gruppen Gegendiskurse erfinden und in Umlauf setzen, die es ihnen wiederum erlauben, oppositionelle Interpretationen ihrer Identitäten, Interessen und Bedürfnisse zu formulieren".[8] Projekte wie ihollaback.org, ichhabnichtangezeigt.wordpress.com oder everydaysexism.com nutzen die technische Infrastruktur des Internets für feministische Gegenöffentlichkeiten und schaffen Online-Plattformen, auf denen Opfer von sexistischen, aber auch rassistischen, trans- und homofeindlichen Übergriffen ihre Erlebnisse anonym veröffentlichen können. Hanks Beitrag widmet sich diesen Projekten inhaltlich und orientiert sich zugleich an der dort praktizierten Textform der persönlichen Erzählung.

In Anlehnung an diesen Text fängt Nicole von Horst (auf Twitter: @vonhorst) in der Nacht vom 24. auf den 25. Januar an, ihre persönlichen Erfahrungen mit Sexismus und sexuellen Übergriffen zu twittern. Neben Solidaritätsbekundungen taucht auch die Frage auf, ob von Horst ein neues Mem (Gedanke, Inhalt, der weiterverbreitet wird) schaffen will. Während zunächst die Nutzerin Jasna Strick (@faserpiratin) darüber nachdenkt, die Erfahrungen mit einem Hashtag zu versehen, ist es schließlich Anne Wizorek (@marthadear), die diese Idee aufgreift und – in Anlehnung an den englischen Hashtag shoutingback – #aufschrei vorschlägt.

Diese Entstehungsgeschichte ist paradigmatisch für Netzphänomene. Social-Media-Plattformen wie Twitter funktionieren dezentral und über Many-to-many-Kommunikationen. Der Hashtag entsteht spontan und wird in der öffentlichen Interaktion mehrerer Nutzer_innen ausgehandelt. Ein Hashtag funktioniert, weil Menschen ihn auf die ein oder andere Weise verstehen, weil sie ihn aufgreifen und durch die Art, wie sie ihn verwenden, welche Bedeutung sie ihm zuschreiben, immer auch ein Stück formen und verändern. Erst so spinnt sich ein Netz an Bedeutungen. "Dezentralisierung", schreibt der Medienwissenschaftler Stefan Münker, "ist das Konstruktionsprinzip des Netzes. (…) Nicht alles, aber vieles von dem, was im Internet erzeugt oder über das Internet vermittelt wird, ist ein Effekt dezentraler Momente. Und so eben (…) auch die Öffentlichkeiten, die sich in ihm bilden."[9] Hashtags sind Ausdruck spontaner und situativer Öffentlichkeiten. Als "digitale Straßenversammlung"[10] beschreibt sie daher der Netzexperte Sascha Lobo. Dies ist prinzipiell eine treffende Beobachtung, doch hat #aufschrei die digitalen Straßen und den Versammlungsstatus schnell hinter sich gelassen, was nicht zuletzt am Umfang der Beteiligung liegt.

Nach dem Vorschlag Wizoreks dauert es knapp zehn Minuten, bis die Ersten den Hashtag verstehen und anfangen, unter #aufschrei ihre Geschichten zu teilen.[11] In erster Linie Frauen[12] twittern über Alltagssexismus, sexuelle Übergriffe, sexualisierte Gewalt und andere Diskriminierungen, die oftmals eng mit Sexismus verschränkt sind, wie Fat Shaming,[13] Rassismus, Homo- und Transfeindlichkeit. Die ersten 100 Tweets werden innerhalb von etwa 30 Minuten veröffentlicht. Es ist diese frühe Phase, die das Bedeutungsnetz und die Lesart von #aufschrei festschreibt. Von Anfang an ist der Hashtag eine Art Diskursarena, innerhalb derer Twitter-Nutzer_innen als "Norm Entrepreneurs"[14] soziale Normen rund um das Thema Sexismus aushandeln.[15] Verständnisfragen, Kritik, Witze und (sexistische) Beschimpfungen werden unter dem Hashtag ebenso gesammelt wie Erläuterungen, Querverweise zu Blogs und Artikeln, Verteidigungen der Notwendigkeit und Selbstreflexionen des eigenen Verhaltens. Zudem rufen von Anfang an vor allem Männer andere Nutzer_innen dazu auf, #aufschrei zu lesen und zu unterstützen. Die Aushandlungen bleiben nicht auf Twitter beschränkt. Die komplexeren Diskussionen und differenzierteren Analysen verlagern sich in die Blogs – die schließlich wieder auf Twitter geteilt werden. All diese Tweets und Blogbeiträge machen in ihrer Gesamtheit – ganz unabhängig von Intention und Aussage – den Hashtag sichtbar.[16] Damit wird schließlich auch jede Person, die etwas zu #aufschrei twittert, retweetet oder bloggt, Teil eines Netzes gemeinschaftlich partizipierender Akteur_innen. "Das Internet ändert die Strukturen unserer Öffentlichkeiten, (…) es macht es einzelnen einfacher, sich in politische Debatten einzumischen, es macht institutionelle Grenzen durchlässiger und Entscheidungsprozesse transparenter, es ist anders als die Massenmedien interaktiv und wird so auch genutzt."[17] Diese veränderten Strukturen sind nicht nur bedeutsam für Partizipation, sondern auch für die anschließenden Interaktionen mit der Presse.

Spätestens seit dem Erfolg der Piratenpartei ist die öffentliche Twitter-Interaktion zwischen Journalist_innen und politischen Akteur_innen Routine. So leicht der Zutritt zum Medium und so egalitär die Interaktionen auch wirken, soziales und kulturelles Kapital spielen dabei stets eine Rolle: Wer gut vernetzt ist, viele Follower_innen hat, die richtige Sprache spricht und die habituellen Gepflogenheiten des (elitären) Kreises kennt,[18] hat bessere Chancen, mit den eigenen Anliegen wahrgenommen zu werden. Neben der Masse an Tweets sind es gut vernetzte und innerhalb der politischen Twitter-Szene etablierte Nutzer_innen, die #aufschrei als wichtiges Anliegen legitimieren und in die Timelines von Journalist_innen bringen. Zwei weitere Punkte verleihen dem Thema schließlich Nachrichtenwert. Erstens treibt die "alten" Medien eine Mischung aus Faszination und Abwehr um, wenn es um Internet, Social Media und Web 2.0 geht. Publizistische Hierarchien werden brüchig, die Grenzen zwischen "neuen" und "alten" Medien, zwischen digitalen Öffentlichkeiten und Massenmedien werden fluide, Geschäftsmodelle und Deutungshoheit müssen neu verhandelt werden. #aufschrei liefert daher auch aufgrund des genutzten Mediums einen Neuigkeitswert. Zweitens ist das Thema rückkoppelbar an eine andere Nachricht, die bereits den Logiken der Massenmedien folgt: Brüderles "Dirndl-Gate". Jene selbstreferenzielle Debatte des politischen Berlins ist die offene Tür für den Eintritt eines Netzphänomens in die Massenmedien und der Motor für dessen Langlebigkeit.

Am Vormittag des 25. Januar berichten die ersten Online-Medien über #aufschrei. Die Artikel sind zu Beginn eher deskriptiv und zitieren ausgewählte #aufschrei-Tweets und O-Töne von Politiker_innen in der Causa Brüderle. Im Laufe des Tages folgen Interviews mit Anne Wizorek und Nicole von Horst, deren Platz als Initiatorinnen so im Diskurs festgeschrieben wird. Von den Online-Medien wandert das Thema ins Radio, anschließend ins Fernsehen und schließlich in die Wochenendausgaben der Zeitungen. Am 27. Januar 2013 widmet die ARD-Talkshow "Günther Jauch" dem Thema eine eigene Sendung: "Herrenwitz mit Folgen – hat Deutschland ein Sexismus-Problem?" Zu Gast unter anderem: Anne Wizorek. Spätestens hier lässt sich beobachten, wie die unterschiedlichen Medienlogiken aufeinanderprallen. Wie für Talkshows üblich, ist die Zusammensetzung der Gäste möglichst kontrovers gewählt. An die Stelle der Normverhandlung, wie sie noch auf Twitter zu beobachten war, tritt das agenda setting der geladenen Gäste und das ritualhafte Sezieren einzelner Situationen und Handlungen.[19]

Die folgende Hochphase der Debatte wird – neben der Causa Brüderle – schließlich von zwei Schwerpunkten bestimmt: dem "Kampf der Geschlechter" und "Sexismus am Arbeitsplatz". Insbesondere der Teildiskurs über den Geschlechterkampf räumt dem Tugendfuror alter, weißer, heterosexueller und zumeist etablierter Publizisten Raum ein. Dabei widmen sich die empörungsgetriebenen Kommentare und Artikel überwiegend dem vermeintlichen Ende des (bisher) unkomplizierten Geschlechterverhältnisses. Unberücksichtigt bleibt hier die Forschung mit all jenen Studien, die Hinweise darauf geben, dass sich Männer und Frauen weitgehend einig darüber sind, was sie als sexistisch ansehen und wo Grenzen überschritten werden.[20] Bezugnahmen auf Zahlen, Daten und Fakten finden sich hingegen in einer Reihe differenzierterer Artikel, welche sich der Thematik meist unter dem Stichwort "Sexismus am Arbeitsplatz" nähern – auch deswegen, weil hier die Machtverteilung eindeutig ist. Komplexere Fragen danach, wie sexistische gesellschaftliche Strukturen verändert werden können, bleiben auch in diesem Diskursstrang meist unberücksichtigt. Mit dem Abebben der Debatte verlagert sich die Berichterstattung schließlich auf die Metaebene. Im Mittelpunkt nun: die Frage, was #aufschrei gebracht hat.

Im Laufe des Newszyklus wird #aufschrei Schritt für Schritt in die massenmedialen Strategien der Komplexitätsreduktion eingepasst. Die Dezentralität des Phänomens wird in klare Chronologien und Kausalitäten übersetzt, sie weicht der Individualisierung und Personalisierung. #aufschrei wird in den Erzählungen der "alten" Medien vom dezentralen Moment zur gezielten Kampagne und Anne Wizorek zur offiziellen Sprecherin. Unter die vielen TV-Sendungen, Radio-Features und Artikel mischen sich so auch erste Porträts über Wizorek als das neue Gesicht des Feminismus. Die Diversität feministischer Bewegungen bleibt dabei ebenso unberücksichtigt und unsichtbar wie die Vielzahl der Stimmen und die Spannweite der Diskussion. Mit Eintritt in die Massenmedien entwickelt sich #aufschrei aber auch von einer "digitalen Straßenversammlung" zu einem stehenden Begriff. Er ist zeitlich eine Art Nullpunkt, ein Bezugspunkt für jede weitere Debatte über Sexismus. Und er ist semantisch ein neues Label,[21] um Übergriffe zu benennen.[22]

Mit dem Abstand von einem Jahr offenbart die Sexismus-Debatte einen spannenden Einblick in die Konflikte, die beim Aufeinandertreffen verschiedener Medienlogiken entstehen. Die Heftigkeit der Debatte indes lässt sich damit nicht erklären. Die Neugier und Begeisterung, die Wut und Verärgerung, die Faszination und die Abscheu – all die Emotionen, deren gesamte Bandbreite in der Diskussion zu beobachten war, waren unmittelbar-affektive Reaktionen auf den wunden Punkt, den #aufschrei offenbarte. #aufschrei brach mit der Tabuisierung des alltäglichen Sexismus und der Alltäglichkeit sexueller Übergriffe. Frauen weigerten sich plötzlich, ihre Erfahrungen und Verletzungen weiterhin totzuschweigen. Es war die Rückkehr von den Versprechen des Erfolgs, von den (oft elitären) Debatten um Aufstieg, Quote und Karrierechancen zurück zum alltäglichen Geschlechter- und Machtverhältnis und zur Sexualpolitik. Der patriarchale Deal der vorherigen Generation(en), dass Frauen die Welt offen steht, so lange sie über Sexismus schweigen, wurde aufgekündigt.


Fußnoten

1.
Hashtags funktionieren wie Schlagworte. Indem bestimmte Wörter oder Zeichenketten mit einer Raute (#) versehen werden, wird die entsprechende Kurznachricht (Tweet) getaggt (verschlagwortet).
2.
Der hier verwendete Gender_Gap bezeichnet – im Gegensatz zum BinnenI – nicht nur männliche oder weibliche Personen, sondern bietet auch Raum, um geschlechtliche Identitäten zwischen und jenseits von binär männlichen oder weiblichen sprachlich sichtbar zu machen.
3.
Grimme Online Award, Preisträger 2013, 21.6.2013, http://www.grimme-institut.de/html/index.php?id=1667#c10914« (5.1.2014).
4.
Laura Himmelreich, Der Herrenwitz, in: Stern, Nr. 5 vom 24.1.2013, http://www.stern.de/1964668.html« (5.1.2014).
5.
Ebd.
6.
Maike Hank, Normal ist das nicht!, 24.2.2013, http://kleinerdrei.org/2013/01/normal-ist-das-nicht/« (5.1.2014).
7.
Street harassment bezeichnet "die Belästigung von Menschen aufgrund zugeschriebener sozialer, ökonomischer, geschlechtlicher, gesundheitlicher, körperlicher, begehrensmäßiger, religiöser, phänotypischer etc. Positionierungen und Zugehörigkeiten im normierten Gesellschaftssystem". HollaBack!BLN, Was ist Street Harassment, http://berlin.ihollaback.org/files/2012/01/Was-ist-Street-Harassment-web.pdf« (6.1.2014).
8.
Nancy Fraser, Öffentlichkeit neu denken. Ein Beitrag zur Kritik real existierender Demokratie, in: Elvira Scheich (Hrsg.), Vermittelte Weiblichkeit. Feministische Wissenschafts- und Gesellschaftstheorie, Hamburg 1996, S. 151–182, hier: S. 163.
9.
Stefan Münker, Emergenz digitaler Öffentlichkeiten. Die Sozialen Medien im Web 2.0, Frankfurt/M. 2009, S. 51.
10.
Sascha Lobo, #digitaleöffentlichkeit, 29.1.2013, http://www.spiegel.de/netzwelt/web/sascha-lobo-soziale-medien-sind-die-digitale-strasse-a-880227.html« (5.1.2014).
11.
Die #aufschrei-Timeline der ersten beiden Wochen kann unter http://aufschrei.konvergenzfehler.de/timeline/« nachgelesen werden.
12.
Darunter Cis-Frauen, bei denen Körpergeschlecht und Geschlechtsidentität übereinstimmen, ebenso wie Trans-Frauen.
13.
Zu dem bisher weitgehend unerforschten Feld der "Stigmatisierung und Pathologisierung von dicken Menschen und ihren Körpern" vgl. Magda Albrecht, Fat Empowerment. (Mein) Fett ist politisch, Vortrag am 19.12.2013 an der FH Potsdam im Rahmen der Ringvorlesung "Gender, Race, Class, Bodies: Diversity als (berufliche) Schlüsselkompetenz".
14.
Cass Sunstein, Social Norms and Social Roles, in: Columbia Law Review, 96 (1996) 4, S. 903–968.
15.
Vgl. Paul Eisewicht/Julia Wustmann, The Mediatization of Social Movements. Critique Between Personal Expression and Social Norm, Vortrag bei der European Sociological Association ESA 11th Conference "Crisis, Critique and Change", Torino 28.–31.8.2013.
16.
Innerhalb der ersten zwei Wochen sammeln sich unter dem Hashtag 93667 Tweets von 25888 Nutzer_innen.
17.
S. Münker (Anm. 9), S. 53f.
18.
Internetnutzung hängt generell von Faktoren wie Geschlecht, Alter, Bildung, Berufstätigkeit und Herkunft ab. Vgl. Initiative D21, (N)Onliner Atlas 2012, http://www.initiatived21.de/wp-content/uploads/2012/06/NONLINER-Atlas-2012-Basiszahlen-f%C3%BCr-Deutschland.pdf« (5.1.2014).
19.
Vgl. P. Eisewicht/J. Wustmann (Anm. 15).
20.
Siehe dazu den Beitrag von Charlotte Diehl, Jonas Rees und Gerd Bohner in diesem Heft.
21.
Vgl. Anne Wizorek, Ihr wollt also wissen, was #aufschrei gebracht hat?, Vortrag bei der re:publica 2013, http://www.youtube.com/watch?v=B3c4UMnX7ig« (5.1.2014).
22.
Daran anknüpfend folgen im Laufe des Jahres weitere Hashtags, die den Fokus auf andere Diskriminierungsformen richten: Unter #schauhin wird auf Twitter (Alltags-)Rassismus thematisiert, #Nudelnmitketchup widmet sich der Diskriminierung aufgrund der ökonomischen Herkunft und #isjairre bricht mit der Tabuisierung psychischer Krankheiten.
Creative Commons License Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by-nc-nd/3.0/
Der Name des Autors/Rechteinhabers soll wie folgt genannt werden: by-nc-nd/3.0/ Autor: Anna-Katharina Meßmer für bpb.de
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