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19.8.2015 | Von:
Jürgen Kocka

Arbeit im Kapitalismus. Lange Linien der historischen Entwicklung bis heute

Es ist nicht selbstverständlich, vom "Kapitalismus" zu sprechen. Viele misstrauen seiner analytischen Kraft, weil er häufig kritisch, polemisch oder abwertend benutzt worden ist – ideologisch geladen, in öffentlichen Kontroversen, im politischen Kampf. Oder man misstraut ihm, weil er zu Vieles umfasst, schwer abgrenzbar ist und oft gar nicht definiert wird. Ist es nicht besser, von "Marktwirtschaft" zu sprechen? Andererseits ist der Begriff "Kapitalismus" nach dem Ende des Kalten Krieges, der auch ein Krieg um Schlüsselbegriffe war, verstärkt in den wissenschaftlichen und den allgemeinen Sprachgebrauch zurückgekehrt. Auch die internationale Finanz- und Schuldenkrise seit 2008 hat dazu beigetragen. Der Begriff ist weiterhin in vielen Ländern im Kontext von Kapitalismuskritik in Gebrauch, also mit kritischer oder polemischer Einfärbung. Grundsätzliche Debatten werden über das spannungsreiche Verhältnis von Kapitalismus und Demokratie wie über den Kapitalismus als Verursacher exorbitanter Ungleichheit und als Ursache der drohenden Klimakatastrophe geführt, so zuletzt durch Papst Franziskus. Aber häufig wird vom Kapitalismus wertneutral, deskriptiv-analytisch gesprochen, oder sogar mit einer emphatisch-positiven Wertung, dies jedenfalls auf Englisch. "Conscious capitalism. Liberating the heroic spirit of business" ist der Titel des Buches von John Mackey, einem erfolgreichen Finanzmanager, das vor Kurzem in der Harvard Business Review Press erschien.

Zur Begriffsgeschichte

Der Begriff ist ein Produkt der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Begriffe "Kapital" und "Kapitalist" sind älter, das Substantiv "Kapitalismus" setzte sich aber erst seit 1850 allmählich durch, als Begriff der Kritik, seit den 1860er Jahren auch als sozialwissenschaftlicher Analysebegriff, jedenfalls im Französischen, Deutschen und Englischen. Louis Blanc, der französische Sozialist, schrieb 1850 vom Kapitalismus als "Aneignung des Kapitals durch die einen, unter Ausschluss der anderen". Wilhelm Liebknecht, der deutsche Sozialist, sprach 1872 vom "Moloch des Kapitalismus", der auf den "Schlachtfeldern der Industrie" sein Unwesen treibe. Doch schon 1870 veröffentlichte Albert Schäffle, ein liberal-konservativer Professor der Nationalökonomie, sein Buch "Kapitalismus und Socialismus", in dem er kühl und distanziert den Kapitalismus als einen "einzigen nationalen und internationalen Productionsorganismus, unter Oberleitung ‚unternehmender‘, um den höchsten Unternehmungsgewinn concurrirender Kapitalisten" definierte. Marx und Engels benutzten das Substantiv "Kapitalismus" anfangs kaum und auch später nur ganz nebenbei, aber sie schrieben ausgiebig über die kapitalistische Produktionsweise und prägten damit die Bedeutung auch des Substantivs mit. Bald verwendeten bedeutende Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler den Begriff: vor allem Werner Sombart und Max Weber im Deutschen, Thorstein Veblen, John Maynard Keynes und Joseph Schumpeter auf Englisch. Bis zum Ersten Weltkrieg hatte er sich, vielgestaltig und kontrovers, etabliert, als Begriff der Kritik und Begriff der Analyse zugleich.

Individualisierte Eigentumsrechte, Märkte und Kommodifizierung, Investition, Kredit, Profit und Akkumulation, der Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit, Ungleichheit, Fabrikindustrie und Industrialisierung – das waren die wichtigsten Merkmale, die in unterschiedlichen Kombinationen den Begriff definierten. In Polemik und Analyse war der Kapitalismus-Begriff ein Begriff der Differenz. Er wurde genutzt, um bestimmte Elemente der damaligen Gegenwart zu betonen und meist kritisch zu beleuchten, im Kontrast zu früheren, vorkapitalistischen Verhältnissen, die oft nostalgisch stilisiert wurden, aber auch im Kontrast zu einer vorgestellten besseren Zukunft, damals vor allem der Zukunft des Sozialismus. Bis heute lebt der Begriff von der Vorstellung, dass es auch Alternativen zum Kapitalismus geben können muss, so schwierig es gegenwärtig ist, sie sich realistisch auszumalen. Bis heute dient er sowohl zur Analyse wie auch zur Kritik, was die einen stört und die andern fasziniert, aber der Einsicht nicht schaden muss.[1]

Autoren wie Sombart, Weber und Schumpeter wussten natürlich, dass die Realität des Kapitalismus viel älter war als sein Begriff. Sie schrieben über den Kaufmannskapitalismus im Fern- und Großhandel, der in Europa seit dem Hochmittelalter florierte und in Arabien oder China noch älter war. Der Finanzkapitalismus war ihnen wohlbekannt, durch den die großen Bankhäuser des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit nicht nur weitverzweigte Handelsgeschäfte, sondern auch den Finanzbedarf der zeitgenössischen Machthaber finanzierten. Damit setzten sie die weltlichen und geistlichen Herrscher in die Lage, ihre Repräsentationsbedürfnisse zu befriedigen, ihre Kriege zu führen und bisweilen auch ihre Länder zu modernisieren. Die europäische Staatenbildung wäre ohne den Kapitalismus der Medici, Fugger oder Barings nicht möglich gewesen. Der Plantagenkapitalismus war nicht unbekannt. Er war im Zuge der europäischen Kolonialisierung der Welt seit dem 16. Jahrhundert in Amerika, Asien und Afrika etabliert worden und hatte zu einer immensen Ausweitung des Handels mit Sklaven und ihres Einsatzes für kapitalistische Zwecke geführt. Zum großen Forschungsthema ist dieses wohl grausamste Kapitel der globalen Kapitalismusgeschichte allerdings erst in den letzten Jahren geworden. Der Agrarkapitalismus blieb nicht unbeachtet, der in England seit dem 16. Jahrhundert zur Zusammenfassung großer Ländereien in den Händen adliger und bürgerlicher Eigentümer geführt hatte, während die Gutsherren Ostmittel- und Osteuropas ihr Getreide auf internationalen Märkten nach kapitalistischen Grundsätzen verkauften, aber ihre Arbeitskräfte noch als Leibeigene, in Knechtschaft oder als Gesinde ausnutzten. Schließlich wurde auch die Geschichte des Verlagswesen erforscht, in dem Verleger-Kaufleute seit dem Mittelalter in immer größeren Teilen Europas meist ländliche Heimarbeiter, die mit ihren Familien auf herkömmliche Weise spannen, webten und andere Gewerbe betrieben, in überlokale und überregionale Märkte einbanden. Es war und ist klar: Kapitalismus gab und gibt es nicht erst seit der Industrialisierung.[2]

Trotzdem: Die meisten Zeitgenossen, die im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert analytisch oder polemisch über Kapitalismus diskutierten, stützten sich primär auf das Anschauungsmaterial des Industriekapitalismus, der sich seit dem späten 18. Jahrhundert in England, im 19. Jahrhundert in Europa und Nordamerika, schließlich auch in Japan ausbreitete, bevor er im 20. Jahrhundert auch in anderen Teilen der Welt Fuß fasste. Mit Maschinenwesen und Fabriken, mit neuen Energien und neuen Rohstoffen, mit Dampfschiffen und Eisenbahnen, mit Telegraf und Telefon veränderte die Industrialisierung schon im 19. Jahrhundert die Welt. Nicht nur führte sie zu einer präzedenzlosen Zunahme der Produktivität, zu allmählich beschleunigtem Wirtschaftswachstum und, in Deutschland seit den 1860er Jahren, zu einer langsamen Anhebung des Lebensstandards auch der breiten Bevölkerung. In ihr veränderte sich vielmehr auch der Kapitalismus.

Lohnarbeit auf vertraglicher Grundlage wurde nun zum Massenphänomen. Die Arbeitsbeziehungen wurden kapitalistisch, das heißt abhängig von schwankenden Arbeitsmärkten, strikterer Kalkulation unterworfen und Gegenstand direkter Aufsicht durch Arbeitgeber und Manager. Der dem Kapitalismus eigene Klassengegensatz zwischen Kapital und Arbeit wurde damit offenkundig, als Herrschafts- und Verteilungskampf erfahrbar und kritisierbar. Mit den Fabriken, Bergwerken und neuen Verkehrssystemen erreichte die Akkumulation des fixen Kapitals ein Ausmaß wie nie zuvor. Großunternehmen entstanden, Unternehmenszusammenschlüsse fanden statt. Damit wuchs der Bedarf an genauer Rentabilitätskontrolle, das moderne Unternehmen wurde zum zentralen Ort. Technische und organisatorische Innovation wurde zur Regel. Schumpeter beschrieb "schöpferische Zerstörung" als Kern der kapitalistischen Wirtschaftsweise: die stetige Innovation, die auch zur Entwertung und Zerstörung von Altem führt und dem System nicht nur Freunde gewinnt. Und Marx beobachtete: "Die fortwährende Umwälzung der Produktion, die ununterbrochene Erschütterung der gesellschaftlichen Zustände, die ewige Unsicherheit und Bewegung zeichnet die Bourgeois-Epoche vor allen anderen aus." Es gab Gewinner und Verlierer, die Erträge wurden sehr ungleich verteilt, Fortschritts- und Abstiegserfahrungen mischten sich. All dies trug bei vielen zur Unpopularität des neuen Wirtschaftssystems bei, besonders in den großen, immer wiederkehrenden Krisen wie etwa 1873 (und erst recht später, beispielweise 1929 und 2008). Mit der Industrialisierung wurde der Kapitalismus zum Industriekapitalismus und damit zur massenhaft wirkenden Macht.[3]

Von der Ausbeutung zum "Normalarbeitsverhältnis"

In der ersten Industrialisierungsphase haben Arbeiter und Arbeiterinnen unter härtester Ausbeutung, extrem langen Arbeitszeiten und niedrigen Löhnen, Not und Entbehrung gelitten. Die Kinderarbeit im Bergwerksstollen, die lange Reihe gleichgerichteter junger Frauen an den Maschinentischen der Mechanischen Spinnerei, das Wohnen in dunklen Kellern überfüllter Mietshäuser in den Arbeiterquartieren schnell wachsender Städte, der verzweifelte Aufstand der schlesischen Weber, von Gerhart Hauptmann auf die Theaterbühne gebracht – das sind Bilder von Elend und kapitalistischer Ausbeutung, die sich ins kollektive Gedächtnis eingegraben haben.

Aber nach den ersten Jahrzehnten begann – allmählich, ungleich verteilt und immer wieder durch Krisen und Kriege unterbrochen – in einem großen Teil der Welt und trotz fortbestehender und neu entstehender Bereiche von Ausbeutung und Armut mit fortschreitender Industrialisierung eine Aufwärtsentwicklung der Arbeits- und Lebensverhältnisse. Nach zahllosen Anstrengungen und Konflikten, Neuerungen und Reformen in der Arbeitswelt wie in Gesellschaft und Politik hat sich Lohnarbeit zutiefst verändert. In einem großen Kernbereich haben sich bis zum dritten Viertel des 20. Jahrhunderts am Ziel des Familienlohns orientierte Verdienstzunahme, entschiedene Arbeitszeitverkürzung (wenn auch bei ähnlich entschiedener Arbeitsintensivierung), Risikoabsicherung durch verbriefte Ansprüche im Fall von Entlassung, Unfall, Krankheit und Alter sowie individuelle und kollektive Arbeiterrechte in hohem Maße durchgesetzt. Für die so gefundenen Arrangements hat sich der positiv gemeinte Ausdruck "Normalarbeitsverhältnis" eingebürgert, der allerdings vergessen lässt, dass diese Errungenschaft über die Jahrhunderte alles andere als "normal" war, weltweit weiterhin die Ausnahme darstellt und selbst dort gegenwärtig in Frage gestellt wird, wo sie sich ein Stück etabliert hatte.[4] Die drei wichtigsten Motoren dieser Entwicklung zum Besseren seien kurz umrissen:

Erstens, in den Unternehmen wurden Produktivitätsfortschritte erzielt, die die genannten Verbesserungen erst möglich machten. Diese wären ohne Lohnarbeit schwer denkbar gewesen. Denn nur diese, anders als die früher dominierenden Formen gebundener Arbeit, besitzt die Flexibilität, die es kapitalistisch kalkulierenden Unternehmensleitungen erlaubt, Arbeitskräfte in Bezug auf den Unternehmenszweck optimal zu rekrutieren, umzuschichten und eventuell zu entlassen, zugleich aber die "Kosten" dieser Flexibilität etwa im Falle der Entlassung zu "externalisieren", was die Unternehmen entlastet und die Gesellschaft in die Pflicht nimmt. Im Interesse an zunehmender Produktivität haben überdies zahlreiche Unternehmensleitungen auf fortgeschrittener Stufe der Industrialisierung entdeckt, dass Arbeitszeitverkürzung, schonender Umgang mit der Ressource "Arbeitskraft" und gewisse Konzessionen an Arbeiterforderungen auch dem Unternehmenserfolg nützen.

Mindestens so wichtig war, zweitens, ein weiterer Antrieb: die staatliche Intervention. Die Bereitschaft staatlicher Instanzen, Missstände in der Arbeitswelt durch Gesetze, Verordnungen und Kontrollen zu bekämpfen und Arbeitern Rechte zu sichern, hatte viele Motive. Eines hing mit der öffentlichen Sichtbarkeit der Lohnarbeit zusammen, die nicht mehr im Haus, auf dem Hof oder in anderen traditionalen Beziehungen, sondern separiert, in der Fabrik oder Zeche stattfand. Das galt beispielsweise für Kinderarbeit, die als Teil des landwirtschaftlichen Betriebs und der gewerblichen Heimarbeit über Jahrhunderte selbstverständlich gewesen war, aber, herausgelöst aus Familie und Haushalt, zum Problem wurde, das insbesondere von der pädagogisch engagierten Öffentlichkeit wahrgenommen und kritisiert wurde: ein wichtiger Beitrag zur Politisierung des Problems und zum staatlichen Kinderarbeitsverbot, das beispielsweise in Preußen seit 1839 in mehreren Schritten durchgesetzt wurde und entscheidend zum Verschwinden der industriellen Kinderarbeit beitrug. In späteren Jahrzehnten wurden Gesetze erlassen, die staatlichen Schutz vor verbreiteten Risiken wie Unfall, Krankheit, Invalidität, Alter und später auch Arbeitslosigkeit boten, so in Deutschland seit den Bismarckschen Sozialversicherungen der 1880er Jahre.

Der Erste Weltkrieg und die Revolution von 1918/19 trugen entscheidend zum Ausbau des gesetzlichen Arbeiterschutzes und zur Gewährleistung von Arbeiterrechten bei, auch durch die Stärkung der Gewerkschaften und ihrer Verhandlungsmacht. In der Phase erfolgreichen Wirtschaftswachstums während des dritten Viertels des 20. Jahrhunderts wurde dieser Ausbau des Sozialstaats beschleunigt fortgesetzt und in einigen Ländern wie Deutschland durch Formen gesetzlich garantierter Arbeitnehmermitbestimmung in den Unternehmen ergänzt. Der Sozialstaat war ein Produkt komplizierter politischer Prozesse. Er hat in verschiedenen Ländern verschiedene Gestalt angenommen. Doch bis in die 1970er Jahre schritt sein Ausbau in den meisten ökonomisch entwickelten Ländern in der einen oder anderen Weise voran, in Europa mehr als in den USA. Zu den Voraussetzungen gehörten Wirtschaftswachstum, kritische Öffentlichkeit und ein starker Staat. Der Sozialstaat hat zur Verbesserung der Arbeits-und Lebensverhältnisse, zur Umgestaltung der Lohnarbeit und zur Zivilisierung des Kapitalismus entscheidend beigetragen.

Drittens, nicht so sehr Freiheit als vielmehr Unterordnung und Disziplinierung enthält das kapitalistische Lohnarbeitsverhältnis für die Arbeitenden, nachdem es einmal eingegangen worden ist. Man mag es überdies für zynisch halten, den für Lohnarbeiter typischen Nicht-Besitz an Produktionsmitteln als Ausweis von "Freiheit" zu bezeichnen, wie es manchmal geschieht. Aus beiden Gründen ist es problematisch, im Anschluss an Marx von der "doppelt freien" Lohnarbeit als zentralem Element des Kapitalismus zu sprechen. Trotzdem steckt ein Korn Wahrheit in dieser Redeweise. Denn frei sind Lohnarbeiter im Unterschied zu Zwangsarbeitern, Sklaven, Leibeigenen, indentured labourers (zeitlich begrenzte Lohnknechtschaft auf vertraglicher Basis), Gesindepersonen oder auch korporativ eingebundenen Handwerksgesellen früherer Jahrhunderte in zweifacher Weise: Frei von außerökonomischem Zwang können Lohnarbeiter ein Arbeitsverhältnis eingehen und kündigen; und im lohnarbeitstypischen Tausch von Arbeitskraft gegen Lohn geht es um die Erbringung beziehungsweise Nutzung wenigstens grob umrissener Arbeitsleistungen, nicht aber um die Zurverfügungstellung beziehungsweise die Indienstnahme der ganzen Person des/der Arbeitenden.

Es ist einzuräumen, dass dieses zum Prinzip der Lohnarbeit gehörende Recht oftmals abstrakt und ohne praktische Bedeutung (gewesen) ist, etwa immer dann, wenn die Arbeitenden aus harter Überlebensnotwendigkeit und angesichts des Fehlens von alternativen Arbeitsplatzangeboten auf einem nicht ausdifferenzierten, vielmehr monokulturellen Arbeitsmarkt faktisch gezwungen waren, sich bei einem spezifischen Arbeitgeber zu verdingen und bei ihm zu bleiben. Auch zeigt die neuere Forschung, dass sich "freie" und "unfreie" Arbeit, etwa auf großen Plantagenwirtschaften des Globalen Südens, in ihren Alltagswirkungen auf die Betroffenen eher graduell als prinzipiell unterschieden haben und überdies zahlreiche Mischverhältnisse zwischen "freier" und "unfreier" Arbeit nicht nur bestanden, sondern auch bestehen. Es ist zu Recht herausgearbeitet worden, dass Kapitalismus nicht nur auf der Basis von Lohnarbeit funktioniert, sondern – unter bestimmten Bedingungen – auch Sklavenarbeit, Zwangsarbeit oder Gesindedienst ausnutzen kann, jedenfalls auf längere Zeit. Trotzdem sollte man das besondere Element von Freiheit, das der Lohnarbeit im Vergleich zu anderer abhängiger Arbeit eigen ist, nicht übersehen. Für viele unmittelbar betroffenen Arbeiter fiel es jedenfalls ins Gewicht, wenn sie etwa in der deutschen Industrialisierung des 19. Jahrhunderts ein Lohnarbeitsverhältnis in der Fabrik der Existenzform des in den Meisterhaushalt eingebundenen Handwerksgesellen oder dem rechtlich beschränkten Gesindestatus der Magd oder des Dienstmädchens vorzogen.

Unmittelbarer Ausdruck der Freiheit der Lohnarbeiter war und ist ihre Fähigkeit, sich individuell und kollektiv entweder zur Wehr zu setzen oder Ansprüche auf Verbesserungen zu formulieren und durchzusetzen. Nur im Kapitalismus konnten autonome Arbeiterbewegungen mit Gewerkschaften, Genossenschaften und Arbeiterparteien stark werden. Erst im Industriekapitalismus des 19. Jahrhunderts ist dies geschehen, als Lohnarbeit zum Massenphänomen wurde, in Deutschland seit den 1840er Jahren. Die Energie der Arbeiterbewegung entzündete sich an unterschiedlichen Herausforderungen. Zum einen resultierte sie aus den Versuchen, sich gegen die Unsicherheiten zu schützen, die mit der Fortentwicklung der kapitalistischen Wirtschaftsweise regelmäßig zunahmen. Man denke an Unterstützungskassen, Genossenschaften und Friendly Societies (Hilfsgesellschaften). Zum anderen resultierte die Arbeiterbewegung aus den bereits genannten Verteilungs- und Herrschaftskonflikten, die im Kapital-Arbeit-Verhältnis angelegt sind. Das zeigte sich an vielen spontanen und organisierten Protesten und Forderungen, vor allem an Streiks. Schließlich gewannen und gewinnen Arbeiterbewegungen ihre Energie aus der Verteidigung überkommener nicht-kapitalistischer Arbeits- und Lebensformen gegen den sich breitmachenden Kapitalismus, etwa in der Verteidigung von Grundsätzen einer volkstümlichen Kultur der "Nahrung", des "gerechten Preises" und der Gemeinschaftlichkeit gegen die kapitalistische Logik von Individualisierung, Wettbewerb und Wachstum.[5]

Aus solchen Quellen hat sich die wohl wichtigste Protest- und Emanzipationsbewegung Europas im 19. und frühen 20. Jahrhunderts entwickelt, die Arbeiterbewegung mit ihren Aktionen, Vereinen, Gewerkschaften, Genossenschaften und Parteien. Es war der Druck der Arbeiterforderungen im Betrieb, in den Streiks, durch Gewerkschaften und in der Politik, der zu den genannten Verbesserungen der Arbeitsverhältnisse beitrug und damit, so kann man sagen, zur Zivilisierung des Kapitalismus. Der historische Vergleich macht deutlich, dass Arbeiterbewegungen dieser Art nicht mit Notwendigkeit aus dem Kapital-Arbeit-Spannungsverhältnis folgten, sondern zahlreiche kulturelle und politische Voraussetzungen hatten, die in großen Teilen Europas im 19. und frühen 20. Jahrhundert in hohem Ausmaß gegeben waren, aber weder in gleicher Stärke bis heute überleben noch in anderen Weltgegenden notwendigerweise zu finden sind.[6]

Relevanz der "Arbeiterfrage" heute

Vieles andere wäre in Rechnung zu stellen, um die Veränderungen der Arbeit im Kapitalismus der vergangenen zwei Jahrhunderte vollständig zu skizzieren, so etwa die Bedeutungsabnahme des gewerblich-industriellen Sektors und der Aufstieg der Dienstleistungen in den ökonomisch am weitesten entwickelten Ländern, die absolute und anteilsmäßige Abnahme der Arbeiter im Unterschied zu Angestellten und Selbstständigen, die verschwimmenden Grenzziehungen zwischen diesen drei Kategorien, die radikale Reduktion der harten körperlichen Arbeit dank Maschinisierung, Automatisierung und Digitalisierung, die exorbitante Ausweitung des Konsums, aber auch die Demokratisierung von Staat und Gesellschaft. Zwischen Gesellschaften, Ländern und Weltregionen wäre zu differenzieren.

In Ländern wie Deutschland hat die "Arbeiterfrage" längst ihren aufwühlenden, radikale Proteste hervortreibenden, die Gesellschaft erschütternden Charakter verloren, den sie in der Klassengesellschaft des 19. und frühen 20. Jahrhunderts besaß. Die Kritik an der Verelendung der Arbeiterklasse und an der Entfremdung der Arbeit war einstmals dominant und mächtig. Jetzt hat sie aufgehört, im Zentrum der zeitgenössischen Kapitalismuskritik zu stehen. Diese zielt eher auf eklatante Missstände im globalisierten Finanzkapitalismus, auf zunehmende Einkommens- und Vermögensungleichheit als Folge sowie auf die vom Kapitalismus ausgehende Gefährdung von gesellschaftlichem Zusammenhalt, Demokratie, Umwelt und Nachhaltigkeit.[7] Doch zeichnen sich einige neue Tendenzen ab, die es in sich haben, zu einer neuen Problematisierung von Arbeiterfragen beizutragen, vielleicht zu ihrer Politisierung auch. Sie hängen mit der beschleunigten Globalisierung und dem Strukturwandel des Kapitalismus in den vergangenen Jahrzehnten zusammen.

Seit den 1970er Jahren hat sich schrittweise eine neue Konstellation ergeben. Vor allem aufgrund der rasch voranschreitenden Globalisierung – im Sinne eines sich global ausbreitenden Kapitalismus und zunehmender grenzüberschreitender Verflechtung zwischen Ländern und Kontinenten – geriet das System des "organisierten" oder "koordinierten" Kapitalismus der vorangehenden Jahrzehnte in den ökonomisch weit entwickelten Ländern des Westens unter Druck. Zur stabilisierenden Organisation des Kapitalismus hatte dort die enge Verknüpfung von Markt und Staat, hatten staatliche Regulierungen des Kapitalismus beigetragen, jedoch in den Grenzen nationalstaatlicher Souveränität. Ebendiese Grenzen wurden nun poröser und offener. Zugleich erlebte der an sich viel ältere Finanzkapitalismus einen überproportionalen Wachstumsschub, und zwar ebenfalls in grenzüberschreitender Weise sowie mit globaler Tendenz. Das Geschäft mit Geld, wie es von Banken, Börsen, Investmentgesellschaften, Maklern und Spekulanten betrieben wurde, dehnte sich überproportional aus und verselbstständigte sich. Auch in der sogenannten Realwirtschaft der Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen verschoben sich die Gewichte. Zwar arbeiteten die meisten kleinen und mittelgroßen Unternehmen weiterhin unter der Leitung ihrer Eigentümer. Und in den großen, meist als Aktiengesellschaften oder dergleichen verfassten Großunternehmen spielten weiterhin Manager, also angestellte Unternehmer, eine zentrale Rolle. Doch mit dem Aufstieg des Finanzkapitalismus traten spezialisierte Investoren verstärkt auf den Plan, die in harter Konkurrenz miteinander Anlegerinteressen vertraten, intensiv auf die Produktions-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen Einfluss nahmen und aus ihren mächtigen Fonds- und Investmentgesellschaften heraus dem shareholder value zur Dominanz verhalfen, das heißt darauf hinwirkten, dass das Profitmotiv in den Leitungsentscheidungen der Unternehmen absolut tonangebend wurde und die Gesetze des Marktes immer direkter, unverblümter und zwanghafter die Entscheidungen und Verhaltensweisen der ökonomischen Akteure prägten. Man hat von Investorenkapitalismus gesprochen, der sich neben dem älteren Managerkapitalismus und dem noch älteren Eigentümerkapitalismus geltend machte, diese zwar nicht verdrängend, wohl aber durchdringend.

Zugleich gewannen neoliberale Grundsätze und neoliberale Rhetoriken erheblich an Boden. Sie trauten der Regulierung durch staatliche Institutionen wenig, der Selbstregulierungsfähigkeit der Marktkräfte alles zu. Auch wenn die neoliberalen Reformen in der Realität vieler Länder äußerst begrenzt blieben und etwa in der Bundesrepublik nicht zu einem Abbau oder auch nur zu einer wirklichen Schwächung des Sozialstaats führten, war dieser Stimmungsumschwung doch mit einer Welle von Privatisierungen und Deregulierungen verbunden, die nicht auf den dabei voranschreitenden anglo-amerikanischen Bereich beschränkt blieben, sondern weltweit auftraten. Diese miteinander verknüpften Strukturveränderungen haben die Ungleichheit der Einkommens- und Vermögensverteilung erheblich verschärft. Sie waren überdies wichtige Bedingungen der großen Finanz- und Wirtschaftskrise seit 2008. Die zwei Veränderungen in der Arbeitswelt, die abschließend erläutert werden sollen, hängen mit dieser Wendung des Kapitalismus zu Globalisierung, "Finanzialisierung", Deregulierung und marktradikalem Neoliberalismus zusammen.[8]

Als Folge von Veränderungen der Technologie und der Marktorganisation ist seit einigen Jahrzehnten eine Fragmentierung der Arbeit, auch der Lohnarbeit, in Raum und Zeit zu beobachten. Während 1970 die Relation zwischen vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmern und der Summe der Teil- und Kurzzeitbeschäftigten, der befristet und geringfügig Beschäftigten – also der sogenannten atypischen Beschäftigungsverhältnisse – in der Bundesrepublik Deutschland etwa 5:1 betrug, verschob sie sich bis 1990 auf 4:1 und bis heute auf etwa 2:1. Jeder Dritte arbeitet in Teilzeit, befristet, als Leiharbeiter oder in einem Minijob. Die Elastizität der Erwerbsarbeit und die Fluidität der Arbeitsverhältnisse nehmen zu. Die Flexibilitätszumutungen an die Einzelnen steigen. Der Arbeitsplatz verliert die klaren Abgrenzungen, die er im 19. Jahrhundert gewann. Die neuen Kommunikationsmittel erlauben neue Formen der Heimarbeit. Ein neues Zeitregime entsteht in den Grauzonen zwischen Arbeits- und Freizeit, mit Teilzeit und Gleitzeit, mit neuen Freiheitschancen und neuen Abhängigkeiten.

Die Befunde sind differenziert zu beurteilen. Nicht jedes in diesem Sinn "atypische" Beschäftigungsverhältnis ist prekär, insbesondere nicht jede Teilzeitbeschäftigung. Zweifellos enthält die Verflüssigung der Arbeitsverhältnisse auch neue Chancen, beispielsweise zur Verknüpfung von Erwerbsarbeit mit anderen Tätigkeiten, zur Verbindung von Arbeit und Freizeit, zur Vereinbarung von Beruf und Familie. Andererseits führt diese stark marktabhängige Flexibilisierung zu großer Unsicherheit bei den Betroffenen und erschwert deren Lebensplanung. Es steht zu befürchten, dass die Flexibilisierung und Fragmentierung der Arbeitsverhältnisse zu einer Erosion der individuellen Identitäten und des sozialen Zusammenhalts führen, soweit diese auf kontinuierlicher Arbeit beruhen, wie es in den "Arbeitsgesellschaften" des Westens seit dem 19. Jahrhundert der Fall ist. Die Bindungskraft, die sozial strukturierende, kulturell verbindende und vergesellschaftende Kraft der Arbeit hat in den vergangenen Jahren abgenommen.[9]

In diesem Beitrag standen Erfahrungen mit Arbeit im Kapitalismus westlicher Länder im Vordergrund. Dramatischer wird das Bild, wenn man auf die erst seit wenigen Jahrzehnten durchgreifend industrialisierten Regionen des Globalen Südens blickt. Die dort äußerst vielgestaltige abhängige Arbeit wird meist unter Kategorien wie "informell" und non-standard diskutiert. Gemeint sind unterschiedliche Formen von wenig geregelter, kaum kodifizierter, damit aber sehr ungeschützter und verletzbarer Arbeit in wechselnden Positionen, einschließlich Wander-, Saison- und Gelegenheitsarbeiten, oft in extremer Abhängigkeit vom Arbeitgeber, gering entlohnt und in Verknüpfung mit anderen Tätigkeiten sowie anderen Einkommensarten, die im Familienkontext zusammengebracht werden, schon weil man von einer allein nicht leben könnte. Zu Recht gelten diese Arten von kapitalistisch abhängiger Arbeit als höchst prekär. Sie werden von Arbeitskräften beiderlei Geschlechts, auch von vielen Kindern geleistet, in der auf Export setzenden Land- und Konsumgüterwirtschaft, in Werkstätten und Fabriken und als unterschiedlichste Dienstleistungen, oftmals in Slums, unter Bedingungen ausgeprägter Unsicherheit und angesichts großer Ungleichheit. Unternehmer, Geschäfte, Fabriken – darunter viele "Ketten" und multinationale Konzerne mit Machtzentrum im Globalen Norden – tragen durch gezieltes Outsourcing zur Vermehrung dieser prekären Arbeitsverhältnisse bei. Sie bedienen sich dieser Arbeitskräfte, oft ohne sie förmlich anzustellen, oft mit der Hilfe zwischengeschalteter Kontraktoren, Sub-Unternehmer oder Agenten, wobei gesetzliche Schutzbestimmungen, soweit sie überhaupt existieren, meist halbherzig sind und häufig umgangen oder ignoriert werden. Das globale Nord-Süd-Gefälle ist ausgeprägt, es handelt sich um spät- oder postkoloniale Abhängigkeit. Die Kategorie der "informell" Arbeitenden ist vielgestaltig, schwer abzugrenzen und quantitativ kaum zu erfassen. Grobe Schätzungen sprechen von einer Milliarde weltweit, mit zunehmender Tendenz.[10]

Hierzulande hat die Brisanz der alten "Arbeiterfrage" abgenommen, so sehr es auch bei uns neue Formen der Armut, der Unterschichtung durch Zuwanderung und wieder zunehmende Ungleichheit gibt, die scharfe Kritik herausfordert.[11] Gelänge es, in unseren Köpfen eine wirklich globale Perspektive zu verankern, wäre die "Arbeiterfrage", jetzt als weltweites Phänomen, jedoch sofort wieder da: moralisch herausfordernd, ein gravierendes Problem sozialer Gerechtigkeit. Seine Milderung wird ohne kräftige Intervention starker, zusammenarbeitender Staaten nicht gelingen.
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Fußnoten

1.
Vgl. Jürgen Kocka, Geschichte des Kapitalismus, München 20142, S. 6–17; zur hier benutzten Definition von "Kapitalismus" ebd., S. 20f. Das Folgende fußt auf Ergebnissen dieses Buches, insb. Kap. IV, S. 99–113. Zum Gebrauch des Begriffs im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert vgl. Richard Passow, "Kapitalismus", Jena 19272; materialreich: Larry Neal/Jeffrey G. Williamson (Hrsg.), The Cambridge History of Capitalism, 2 Bde., Cambridge 2014.
2.
Vgl. Joyce Appleby, The Relentless Revolution. A History of Capitalism, New York–London 2010, Kap. 2–5 (dt. Ausgabe: Die unbarmherzige Revolution. Eine Geschichte des Kapitalismus, Hamburg 2011); Peter Kriedte et al., Industrialisierung vor der Industrialisierung: Gewerbliche Warenproduktion auf dem Lande in der Formationsperiode des Kapitalismus, Göttingen 1977; Sven Beckert, Empire of Cotton: A Global History, New York 2014 (dt. Ausgabe: King Cotton. Eine Globalgeschichte des Kapitalismus, München 2014).
3.
Vgl. Christoph Buchheim, Industrielle Revolutionen. Langfristige Wirtschaftsentwicklung in Großbritannien, Europa und in Übersee, München 1994; Eric J. Hobsbawm, Die Blütezeit des Kapitals. Eine Kulturgeschichte der Jahre 1848–1875, München 1975.
4.
Vgl. Jürgen Kocka, Arbeitsverhältnisse und Arbeiterexistenzen. Grundlagen der Klassenbildung im 19. Jahrhundert, Bonn 1990; ders., Arbeiterleben, Arbeiterkultur. Die Entstehung einer sozialen Klasse, Bonn 2015 (i.E.).
5.
Vgl. Robert J. Steinfeld (Hrsg.), Coercion, Contract and Free Labor in the Nineteenth Century, Cambridge 2001; Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009, S. 958–1009; Jan Lucassen (Hrsg.), Global Labour History, Bern 2006; Marcel van der Linden, Workers of the World. Essays Toward a Global Labor History, Leiden 2008; zuletzt: Jürgen Schmidt, Arbeiter in der Moderne. Arbeitsbedingungen, Lebenswelten, Organisationen, Frankfurt/M. 2015 (i.E.).
6.
Vgl. Marcel van der Linden/Jürgen Rojahn (Hrsg.), The Formation of Labour Movements 1870–1914, 2 Bde., Leiden 1990; Helga Grebing, Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. Von der Revolution 1848 bis ins 21. Jahrhundert, Berlin 2007.
7.
Vgl. Immanuel Wallerstein et al., Does Capitalism Have a Future? Oxford 2013; Wolfgang Streeck, Gekaufte Zeit. Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus, Frankfurt/M. 2013; Michael J. Sandel, Was man für Geld nicht kaufen kann. Die moralischen Grenzen des Marktes, Berlin 2012; Thomas Piketty, Das Kapital im 21. Jahrhundert, München 2014.
8.
Vgl. Paul Windolf (Hrsg.), Finanzmarkt-Kapitalismus. Analysen zum Wandel von Produktionsregimen, Wiesbaden 2005; Ivan T. Berend, Europe in Crisis. Bolt From the Blue?, New York 2013; David Harvey, Kleine Geschichte des Neoliberalismus, Zürich 2007.
9.
Vgl. Richard Sennett, Der flexible Mensch. Die Kultur des neuen Kapitalismus, Berlin 1990; Günther Schmid/Paula Protsch, Wandel der Erwerbsformen in Deutschland und Europa, WZB Discussion Paper SPI 2009-505; Jürgen Kocka/Claus Offe (Hrsg.), Geschichte und Zukunft der Arbeit, Frankfurt/M. 2000.
10.
Vgl. Jan Breman, Outcast Labour in Asia: Circulation and Informalization of the Workers at the Bottom of the Economy, Oxford 2012; Leah F. Vosco et al. (Hrsg.), Gender and the Contours of Precarious Employment, New York 2009; Dennis Arnold/Joseph R. Bongiovi, Precarious, Informalizing and Flexible Work, in: American Behavioral Scientist, 57 (2013), S. 289–308.
11.
Vgl. Hans-Ulrich Wehler, Die neue Umverteilung. Soziale Ungleichheit in Deutschland, München 2013.
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