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26.5.2002 | Von:
Rainer Geißler

Nachholende Modernisierung mit Widersprüchen

Eine Vereinigungsbilanz aus modernisierungstheoretischer Perspektive

Die Sozialstruktur der DDR wies 1989 zahlreiche Modernisierungsdefizite auf. Im Zentrum stand hierbei die Wohlstandskluft zwischen Ost und West. Dieser standen nur wenige Modernisierungsvorsprünge gegenüber.

Einleitung

Seit 1989 hat sich das Leben der Ostdeutschen tiefgreifend verändert. Ich möchte in meinem Beitrag einen Teil dieser radikalen Umwälzungen aus dem Blickwinkel der Sozialstrukturanalyse und dabei wiederum aus der Perspektive der Modernisierungstheorie bilanzieren. Meine These dazu lautet: Der wesentliche Grundzug des sozialstrukturellen Umbruchs lässt sich als "nachholende Modernisierung" begreifen. Allerdings wird diese Grundströmung auch von einigen gegenläufigen Entwicklungen durchkreuzt und von einer Fülle von Problemen und Konflikten begleitet. Daher habe ich dem Titel den Zusatz "mit Widersprüchen" hinzugefügt [1] .


Fußnoten

1.
Der Text ist die gekürzte Fassung eines Vortrages auf einer Tagung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Sektion "Soziale Indikatoren", am Wissenschaftszentrum Berlin. Die ungekürzte Version erscheint im Tagungsband: Heinz-Herbert Noll/Roland Habich (Hrsg.), Vom Zusammenwachsen einer Gesellschaft: Analysen zur Angleichung der Lebensverhältnisse in Deutschland, Frankfurt am Main - New York 2000.