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26.5.2000 | Von:
Claudia Kaiser

Konzeption und regionale Auswirkungen der universellen Weltausstellung EXPO 2000

Zum ersten Mal in der Geschichte der Weltausstellungen ist Deutschland mit der EXPO 2000 Gastgeber einer derartigen Großveranstaltung. An der Schwelle zum 21. Jahrhundert werden neue Herausforderungen thematisiert.

Einleitung

Hannover erwartet vom 1. Juni bis zum 31. Oktober 2000 ca. 40 Millionen Besucher aus Deutschland, Europa und aller Welt zur ersten EXPO in Deutschland in der bis heute 149 Jahre währenden Geschichte der Weltausstellungen. Deutschland rückt damit erstmals seit den Olympischen Spielen 1972 in München wieder durch ein globales Großereignis in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit.


Fast zwölf Jahre lang wurde die "Expo neuen Typs" [1] am Standort Hannover geplant. Die über die Jahre konkretisierte Zielsetzung der EXPO 2000 lautet, die Herausforderungen, Chancen und Risiken des neuen Jahrtausends im globalen Diskurs zu erörtern, innovative und zukunftsfähige Ideen rund um das Motto "Mensch, Natur, Technik - eine neue Welt entsteht" aufzuzeigen und dabei dem Leitbild der Nachhaltigkeit (sustainable development) zu entsprechen [2] . Damit stellen die Organisatoren der EXPO 2000 außerordentlich hohe Ansprüche an die Aussteller, die Besucher und nicht zuletzt an sich selbst.

Erstmals in der Geschichte der Weltausstellungen wird darauf verzichtet, für die EXPO eine Siedlungsfläche völlig neu zu erschließen; vielmehr entschloss man sich, das bereits bestehende Messegelände Hannovers zu modernisieren und zu erweitern. Inhaltliche Innovationen bilden zum einen der Themenpark und zum anderen die Regionalisierung der EXPO mittels weltweiter Projekte und eines Korrespondenzstandortes, der sachsen-anhaltinischen Region Dessau-Bitterfeld-Wittenberg. Durch die Regionalisierung soll die EXPO 2000 auch über den Standort Hannover und über die Dauer von fünf Monaten hinaus stattfinden und das Motto nicht nur unter Ausstellungsbedingungen, sondern konkret vor Ort umgesetzt werden.

Dieser Beitrag skizziert im Folgenden die Hintergründe der Bewerbung und der Entscheidung für die Durchführung der EXPO 2000 in Hannover, stellt die Organisation und Finanzierung sowie die vier Säulen des inhaltlichen Konzeptes vor (Nationenpavillons, Kultur- und Ereignisprogramm, Themenpark sowie weltweite Projekte). Abschließend werden einige Auswirkungen der Weltausstellung für die Stadt und Region Hannover sowie für den Standort Deutschland erörtert.

Fußnoten

1.
Hans May/Henning Schierholz (Hrsg.), Eine Weltausstellung neuen Typs? Hannovers EXPO 2000: Planungshorizonte und Bürger/innen-Beteiligung, Loccumer Protokolle 66/90.
2.
Vgl. Douglas Mulhall, Die Weltausstellung der Ökologie. Wie der UN-Gipfel in Rio 1992 und die Expo 2000 in Hannover voneinander profitieren können, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) vom 19. Dezember 1991.