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26.5.2002 | Von:
Walter Friedrich

Ist der Rechtsextremismus im Osten ein Produkt der autoritären DDR?

Kann man die im Osten verbreiteten rechtsextremistischen Orientierungen, besonders die Ausländerfeindlichkeit, vorwiegend als Spätfolgen der Sozialisation in der DDR betrachten? Eine kritische Analyse.

I. Einleitung

Diese bis heute häufig und durchaus strittig diskutierte Frage soll hier vor allem unter Berücksichtigung empirischer Forschungsergebnisse betrachtet werden. Sie geriet in die Debatte, als es nach dem Zusammenbruch des DDR-Systems darum ging, für die sich unerwartet schnell ausbreitenden Erscheinungen des Rechtsextremismus, der Fremdenfeindlichkeit und Gewalt eine Erklärung zu finden. Aufgrund der restriktiven Informationspolitik der DDR sind solche Vorkommnisse vorher öffentlich kaum bekannt geworden - und wenn doch, dann wurden sie offiziell als "Rowdytum" oder vom Westen übernommene bzw. organisierte Aktionen einzelner labiler junger Menschen hingestellt. Auch die wenigen wissenschaftlichen Untersuchungen wurden strikt unter Verschluss gehalten, gerade weil sie auf eine Zunahme politisch motivierter Verhaltensweisen verwiesen.

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  • Aufgrund dieser Verschleierungspraxis und Desinformationen war die Ratlosigkeit groß, als sich in der Wendezeit solche Vorfälle häuften und wenig später die fremdenfeindlichen Gewaltaktionen in Hoyerswerda und Rostock die Öffentlichkeit schockierten. Eine überzeugende Erklärung dafür konnte kaum jemand geben. Stattdessen wurden vielfach von Politikern, Journalisten, auch von einigen Wissenschaftlern vorschnelle theoretische Erklärungen abgegeben, die die Ursachen nur in den Strukturen des autoritären-diktatorischen DDR-Systems sehen wollten. "Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus sind die direkten Folgen der 40-jährigen SED-Diktatur", hieß es dann. Andere brachten sie vor allem mit den massiven Veränderungen der Lebenswelt durch den radikalen Systemwechsel in Zusammenhang.

    Diese zwei Deutungsrichtungen standen sich anfangs gegenüber, polarisierten und erhitzten die Diskussionen. Auch wenn heute die große Mehrheit der Sozialwissenschaftler schon lange nicht mehr so einseitig urteilt, bedarf dieses Problem noch immer der weiteren Klärung. Ein Blick in die einschlägige Literatur zeigt, wie weit die theoretischen Positionen mancher Autoren noch auseinander liegen. Nicht wenige, darunter auch bekannte Autoren, verweisen nach wie vor bei der Erklärung gegenwärtiger rechtsextremistischer Erscheinungen hauptsächlich auf Ursachen, die in der mehr als zehn Jahre zurückliegenden DDR-Sozialisation liegen. [1]

    Mit diesem Typ von Erklärungsversuchen wollen wir uns im Folgenden kritisch auseinander setzen. Selbstverständlich ist es unumgänglich, die Sozialisation der Menschen, in unserem Falle unter den spezifischen Existenzbedingungen des autoritären DDR-Systems, wissenschaftlich zu untersuchen. Doch entsteht der Eindruck, dass einige Autoren sich dieser komplexen Problematik in einer recht undifferenzierten Herangehensweise nähern - etwa nach folgendem Muster:

    - Die DDR-Gesellschaft wird - der Totalitarismustheorie folgend - in einigen ihrer autoritär-diktatorischen Strukturen politologisch charakterisiert.

    - In Anlehnung an die Konzeption der "autoritären Persönlichkeit" (Adorno u. a.) werden typische Charakterzüge bzw. Verhaltensweisen theoretisch deduziert und als kennzeichnend für die DDR-Bevölkerung oder für einzelne Schichten, z. B. für die ostdeutsche Jugend heute, angesehen. Dabei werden in der Regel von diesen Autoren die wesentlichen Strukturen der beiden Gesellschaftssysteme - des NS-Systems vor 1945 und des sozialistischen in der DDR etwa in den siebziger/achtziger Jahren - ohne Diskussion als funktionsgleich vorausgesetzt.

    - Es wird unterstellt, dass sie als kausale Faktoren auf das Alltagsbewusstsein der Menschen direkt einwirken, sie auch z. B. im späteren Alter zu Ausländerfeindlichkeit und Aggressivität, zu rechtsextremistischen Einstellungen und Handlungen disponieren.

    Dass autoritäre Gesellschaftsstrukturen im Leben des Einzelnen wie der verschiedenen Gruppen und Alterskohorten nur im Kontext mit einer Vielzahl anderer Lebensbedingungen (also einer komplexen Lebenslage) eine spezifische Wirkung erzeugen, wird kaum in Betracht gezogen.

    Doch darf keineswegs übersehen werden, dass sich der Kontext und der Wirkungsgrad der Strukturen des DDR-Systems im Laufe der Jahrzehnte bedeutend verändert haben, zum Beispiel in den achtziger Jahren nachweisbar nicht an realem Einfluss auf Mentalität und Alltagsverhalten der Menschen gewonnen, sondern verloren haben! Erinnert werden soll an die zunehmende Rezeption der Westmedien in den siebziger und achtziger Jahren, was zu einer immer positiveren Bewertung der wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Standards des Westens und zur Abwertung der DDR-Lebenslage geführt hat.

    Auch der seit den siebziger Jahren intensiv verlaufende Wertewandel bei breiten Teilen der DDR-Bevölkerung, besonders bei der Jugend, muss als eine bedeutende Variable für die Wirkung "objektiver" sozialer Bedingungen auf die Mentalität der Menschen bewertet werden. Er führte zu wachsenden Ansprüchen nach selbstständiger Lebensgestaltung und mehr Unabhängigkeit, zu wachsender Kritik, später auch zu Distanz und Ablehnung des politischen Systems. Der Identifikationsgrad der Menschen mit dem sozialistischen System hatte sich infolgedessen gravierend abgeschwächt, was 1989/90 in den Massenprotesten der Bevölkerung seinen Ausdruck fand.

    Angesichts dieser Lage möchte ich den Versuch unternehmen, die von diesen Autoren (Anm. 1) behauptete "Hauptursache" für die Ausbreitung des Rechtsextremismus, nämlich die Sozialisation unter den Bedingungen des DDR-Systems, auf ihre empirische Gültigkeit zu prüfen. Dabei werde ich mich vor allem auf den Jugendbereich konzentrieren, weil Jugendliche aus nahe liegenden Gründen häufiger als andere Gruppen untersucht worden sind - und weil ich selbst auf diesem Gebiet lange Zeit als Forscher tätig gewesen bin.

    Im Zentrum der Betrachtung wird das Thema Fremdenfeindlichkeit stehen, nicht nur weil es von hoher politischer Aktualität ist, sondern auch weil es aus inhaltlicher wie auch aus methodischer Sicht besser als andere Gebiete erforscht ist.

    Ich gehe hier von folgender Beschreibung der Problemsituation aus:

    - Wenn autoritäre Gesellschaftsbedingungen eine wesentliche Determinante für behauptete Einstellungen oder Verhaltensweisen sind, dann wird sich das natürlich in ihren Verteilungen und Ausprägungsgraden niederschlagen - sie werden häufiger oder weniger häufig in Erscheinung treten. Dies festzustellen erfordert aber eine "Kontrollgruppe", also eine Vergleichspopulation, die unter nichtautoritären Bedingungen sozialisiert wurde. Deshalb werden wir Vergleichsstudien von West- und Ostpopulationen große Aufmerksamkeit schenken.

    - Wenn möglich, sollten Verbreitung und Ausprägung der behaupteten Einstellungen, Eigenschaften oder Verhaltensweisen bei Populationen aus DDR-Zeiten ermittelt werden. Das wird allerdings bei der dürftigen Forschungslage nur sehr eingeschränkt zu realisieren sein.

    - In die Analyse sollten wichtige sozial-personale Faktoren einbezogen werden, die theoretisch als intervenierende Variablen einen bedeutenden Einfluss im Sozialisationsprozess haben könnten, wie z. B. die Sozialisationsdauer (die verbrachte Lebenszeit) sowie die Identifikation bzw. die Zufriedenheit mit dem Leben in der DDR.

    - Nach der Vereinigung ist ein deutlicher Rückgang der Nachwirkungen der DDR-Sozialisation, besonders bei den jüngeren Altersgruppen, zu erwarten.

    Dementsprechend sollen folgende Arbeitshypothesen formuliert werden:

    1. Ein hohes rechtsextremistisches Potenzial, vor allem Ausländerfeindlichkeit und Gewalt, waren schon zu DDR-Zeiten weit verbreitet.

    2. Je länger Personen oder Gruppen der DDR-Sozialisation ausgesetzt gewesen sind, desto stärker werden (im Durchschnitt) rechtsextreme Orientierungen, Ausländerfeindlichkeit und Gewaltbereitschaft ausgeprägt sein.

    3. Je stärker Personen oder Gruppen sich mit der DDR, den sozialistischen Werten identifiziert haben, desto mehr werden diese sich an die Systemziele und -zwänge angepasst haben, desto konformer werden sie sich auch später noch in Bezug auf Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit und Gewalt verhalten.

    4. Nach der Vereinigung werden diese Erscheinungen im Bewusstsein und Verhalten der Menschen kontinuierlich zurücktreten. Die Wirkung der DDR-Prägungsfaktoren wird von Jahr zu Jahr schwinden, die Lebensbedingungen der gegenwärtigen Gesellschaft dagegen immer mehr an Einfluss gewinnen.

    Diese Hypothesen werden im Folgenden empirisch geprüft.

    II. Zur Lage in der DDR

    Die Problembereiche Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit und Gewalt waren zu DDR-Zeiten in besonderem Maße von Restriktionen und Publikationsbeschränkungen betroffen. Etwas günstiger kann die Informationslage lediglich im Jugendbereich eingeschätzt werden. Die Studien des Leipziger "Zentralinstituts für Jugendforschung" (ZIJ) enthalten eine Fülle von empirischen Daten und Erkenntnissen zum Zustand und den Wandlungsprozessen des weltanschaulich-politischen Bewusstseins, zur Mentalitätsentwicklung der 15- bis 30-Jährigen in den siebziger und achtziger Jahren. [2] So kann hier auch auf eine Replikationsstudie zurückgegriffen werden, die in mehreren Intervallen von 1964 bis 1994 mit gleicher Methodik durchgeführt worden ist. [3]

    Aus dieser Studie geht hervor:

    - Die DDR-Jugendlichen hatten ein sehr differenziertes Bild von Ausländern, die sie stets in Abhängigkeit von ihrer Nationalität wahrgenommen und bewertet haben.

    - Ab 1968 wurden Bürger der DDR (die Eigengruppe), ebenfalls Kubaner, Vietnamesen, Russen positiver bewertet als Westdeutsche und US-Amerikaner. Das hat sich auch 1978 nicht wesentlich verändert (vgl. Tab. 1).

    - Demgegenüber hat sich jedoch in den achtziger Jahren ein massiver Einstellungswandel vollzogen, der die früher präferierten Zu- und Abneigungen geradezu umgekehrt zum Ausdruck brachte. 1988, noch deutlicher im Mai 1990 nahmen dann Westdeutsche und US-Amerikaner die Spitzenpositionen in der Sympathie-Rangreihe ein, hingegen rangierten jetzt Kubaner, Vietnamesen, Russen und auch DDR-Bürger abgeschlagen auf den hinteren Rangplätzen.

    - In den folgenden Jahren pegelten sich diese Werte auf neue Levels ein, mit Ausnahme der Urteile über West- und Ostdeutsche, zwischen denen die Schere erneut auseinander ging.

    Aus dieser für unsere Fragestellung sehr aussagekräftigen Tabelle kann für die Zeit von Mitte der sechziger bis Ende der siebziger Jahre kein Rückschluss auf eine weit verbreitete Ausländerfeindlichkeit, auf ein aggressives, fremdenfeindliches Einstellungspotenzial bei DDR-Jugendlichen gezogen werden. Wohl aber reflektieren diese Ergebnisse ab 1988 die Endzeitstimmung, die Unzufriedenheit und zunehmende Ablehnung der DDR. Nach dem Sturz des Systems schlugen sich auch die Schwierigkeiten und Konflikte in der Transformationsphase unübersehbar nieder.

    Die Hypothese 1 von einer stark ausgeprägten und verbreiteten Ausländerfeindlichkeit zu DDR-Zeiten als Folge der Sozialisation in einem autoritären System kann mit dieser Studie nicht gestützt werden. Russen, Vietnamesen, Kubaner (auch die hier nicht angeführten Polen, Rumänen u. a.) werden erst in der Zeit einer zunehmenden Abwendung von der Eigengruppe DDR - als deren sozialisatorischer Einfluss nachweisbar im Schwinden begriffen war - verstärkt abgelehnt!

    Nicht in der Zeit der relativen Stabilität der DDR, sondern gerade umgekehrt, in der Zeit ihrer zunehmenden Labilisierung, der durch wachsenden Vertrauensverlust, Kritik- und Protesthaltung der jüngeren und älteren Bürger, durch steigenden Einfluss der Westmedien und der Attraktivität des Westens gekennzeichneten Endphase der DDR, ist es zu einem markanten Anstieg der Ausländeraversion, der Gewaltbereitschaft und rechtsextremistischer Orientierungen gekommen.

    Diese in den Jahren nach der Vereinigung anhaltenden, sich teilweise noch verstärkenden Erscheinungen können demnach nur als Folgen der durch die neuen gesellschaftlichen Existenzbedingungen erlebten sozialen Desintegration, Unsicherheit und psychischen Labilisierung, nicht aber als ein Resultat einer Revitalisierung der vor vielen Jahren erlebten autoritären DDR-Sozialisation gedeutet werden.

    III. Zum Einfluss der Sozialisationsdauer in der DDR

    Mit dieser Hypothese 2 wird angenommen, dass die Sozialisationseffekte auf Mentalität und Verhalten der Menschen in Abhängigkeit von der Zeit, der Wirkungsdauer der sozialen Einflussfaktoren anwachsen, sich festigen. Das gilt natürlich nur unter der Voraussetzung, dass sich während dieser Zeit wesentliche Lebensbedingungen oder auch die Identifikation der Person mit dem System nicht grundlegend ändern. In diesem Falle wäre zu erwarten, dass ältere Altersgruppen, die (von klein auf) ähnlichen Sozialisationsstrukturen (Erziehungssystemen, Lebenslagen) ausgesetzt waren, im Durchschnitt stabilere Verhaltensdispositionen besitzen als jüngere Altersgruppen. Diese Annahme dürfte von den meisten Sozialwissenschaftlern geteilt - und für die den autoritären Strukturen ausgesetzte DDR-Bevölkerung wohl auch unterstellt werden. Was besagen empirische Forschungen?

    Obgleich aus der DDR vor 1989 hierzu wiederum keine einschlägigen Forschungen bekannt sind, können wir doch auf Ergebnisse einer vom ZIJ durchgeführten, für die Bevölkerung der "Noch-DDR" repräsentativen Umfrage vom September 1990 zurückgreifen. Auftraggeber war "Der Spiegel". Sie erlaubt uns, die Einstellung verschiedener Alterskohorten gegenüber Ausländern zu untersuchen, und dürfte wohl die für die Finalzeit der DDR typischen Verhältnisse widerspiegeln. [4]

    Tabelle 2 zeigt ebenfalls das Vorhandensein sehr unterschiedlicher Einstellungen zu Ausländern. Ein bedeutendes feindseliges Potenzial kommt 1990 nur gegenüber Russen, Vietnamesen, Rumänen, Polen und Türken zum Ausdruck, während die Franzosen und US-Amerikaner recht wohlwollend bewertet werden.

    Für die Prüfung der Hypothese 2 ist bedeutsam:

    - 15- bis 24-jährige Jugendliche äußerten deutlich negativere Einstellungen über die genannten Völker als die älteren Gruppen der Erwachsenen, bis zu den 64-Jährigen (mit Ausnahme der US-Amerikaner und Franzosen). Die 65- bis 74-Jährigen urteilten dagegen ebenfalls stärker ablehnend. Die höheren Ablehnungswerte der Ältestengruppe, also der 1916-1925 Geborenen, müssen wohl als Spätfolgen der Generationsprägung in ihrer Jugendzeit vor 1945 gedeutet werden.

    Daraus geht hervor, dass eine längere Dauer der DDR-Sozialisation rechtsextremistische Dispositionen (gemessen am Beispiel der Ausländerfeindlichkeit und des Antisemitismus) bei der DDR-Bevölkerung nicht verstärkt, sondern im Gegenteil abgeschwächt hat. Die in der DDR länger sozialisierten Jahrgänge, mit einer Generationsprägung nach 1945, sind weniger ausländerfeindlich und antisemitisch eingestellt. Dagegen sind jedoch die 15- bis 24-Jährigen überraschend stark ausländerfeindlich eingestellt; sie besetzen fast alle Negativ-Extremwerte.

    Dieses Ergebnis spricht eindeutig gegen die behauptete Determination dieser Verhaltensdispositionen durch die Sozialisation in der DDR. Es stellt keineswegs einen Ausnahmefall im Jahre 1990 dar, sondern fand später mehrfach Bestätigung durch andere große Studien sowie durch eine erst kürzlich entstandene Erhebung der Friedrich-Ebert-Stiftung, aus der wir die Tabelle 3 wiedergeben wollen.

    Bei der Ostpopulation wiederholt sich der bereits in Tabelle 2 beobachtete Trend: Die jüngeren Jahrgänge sind gegenüber Ausländern bedeutend intoleranter eingestellt als die älteren. Bei der Westpopulation verläuft der Trend jedoch genau umgekehrt. Die 14-40-Jährigen sind dort wesentlich toleranter als die älteren Jahrgänge. Am meisten erstaunt, dass die Intoleranz gegenüber Ausländern (auch gegenüber Juden) bei den älteren Altersgruppen in den Altbundesländern erheblich stärker ausgeprägt ist als in den neuen Ländern - sowie mit zunehmendem Alter dort weiter anwächst. [5]

    [6]

    Diese auf den ersten Blick merkwürdig und wohl unerwartet erscheinenden gegenläufigen Trends zwischen den Alterskohorten in Ost und West werden sowohl durch weitere Ergebnisse der genannten Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung wie aber auch von anderen Repräsentativstudien der letzten Jahre häufig bestätigt, z. B. vom ALLBUS 1996 und vom EUROBAROMETER 2000. [7] Eva Thalhammer fasst zusammen: "Obwohl der Anteil intoleranter Personen in West- und Ostdeutschland ähnlich ist, sind Unterschiede bei den einzelnen Altersgruppen erkennbar. In Westdeutschland werden 13 Prozent der 15- bis 24-Jährigen als intolerant eingestuft. In Ostdeutschland ist der Anteil in dieser Altersgruppe doppelt so hoch (26 Prozent). Dagegen sind im Osten nur 17 Prozent der älteren Generation (55-Jährige und älter) intolerant, im Westen aber 26 Prozent." Sie formuliert sehr zugespitzt: "Intoleranz ist ein Phänomen der jungen Generation in Ostdeutschland und der älteren Generation in Westdeutschland."

    Es ist nicht einfach, die sozialen Ursachen dieser gegenläufigen Trends bei den West- und Ostpopulationen genau zu bestimmen. Doch dürfte damit deutlich geworden sein: Mit einer einseitigen Betrachtung und Reduzierung der Probleme auf das DDR-System wäre hier nicht viel gewonnen. Die Zahlen weisen ja im Gegenteil darauf hin, dass die Langzeitwirkung aus der früheren Sozialisation im demokratischen Westen nicht zu weniger, sondern zu mehr Intoleranz/Ablehnung/Fremdenfeindlichkeit gegenüber Minoritäten geführt haben als nach einer Sozialisation im früheren autoritären DDR-System!

    IV. Zum Einfluss der DDR-Identifikation

    Aus sozialpsychologischer Sicht kann angenommen werden, dass Personen, die in einem bestimmten Sozialisationssystem leben, dessen Einflüssen und Intentionen, den Normen, Werten und Erwartungen desto eher nachkommen werden, je vorbehaltloser sie sich mit dem politisch-sozialen System identifizieren. Daraus folgt: Wenn die DDR-Erziehung als latente Hauptursache für Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit und Gewaltbereitschaft behauptet wird, dann müssten Personen mit einer hohen System-Identifikation diese Orientierungen auch häufiger akzeptieren und entschiedener in ihrem Verhalten zum Ausdruck bringen. Wie aber sieht es damit in der Wirklichkeit aus?

    Empirische Untersuchungen können diese Hypothese 3 nicht verifizieren. Im Gegenteil: Die Jugendstudien des ZIJ weisen nach, dass eine hohe Identifikation mit der DDR oder mit den Werten des sozialistischen Systems (ausgedrückt in positiven Einstellungen, aber auch etwa durch das politische Engagement in der FDJ bzw. die Mitgliedschaft in der SED) nicht mit der Bevorzugung, sondern mit der Ablehnung rechtsextremistischer Einstellungen, nicht mit einer negativen, sondern einer sehr positiven Haltung gegenüber Ausländern korreliert. Nach der Wende wird das von den einschlägigen Untersuchungen immer wieder bestätigt, z. B. auch in unserer sächsischen Jugendstudie von 1992 (Tabelle 4).

    Ähnlich große Differenzen finden sich bei den Anhängern und Sympathisanten verschiedener politischer Parteien. "Klar für" bzw. "mehr für als gegen" Ausländer äußerten sich von jugendlichen Sympathisanten der CDU 20 Prozent, von denen der SPD 27 Prozent, von denen der PDS 58 Prozent, von denen der Republikaner aber nur ein Prozent. [8]

    Indirekt kann bei einem größeren Teil der Linksorientierten, insbesondere aber bei den PDS-Sympathisanten aus unseren Studien von 1990/1992/1994 von einer früher starken DDR-Identifikation ausgegangen werden. Im Jahre 2001 könnte das allerdings schon etwas anders aussehen.

    Diese Befunde werden durch eine interessante Längsschnittstudie von Peter Förster erhärtet, die er 1987 bei mehreren Hundert sächsischen Jugendlichen begonnen und über die Wende hinweg bis heute weitergeführt hat. Er verglich u. a. auch deren politische Identifikationen zu DDR-Zeiten mit ihren Einstellungen zu Ausländern Ende der neunziger Jahre. Förster fand ebenfalls keinen Zusammenhang zwischen ihrer damaligen DDR-Identifikation und einer negativen Einstellung zu Ausländern heute. [9]

    Die hier angeführten Beispiele, die durch eine große Zahl ähnlicher Ergebnisse aus anderen Forschungen nach 1990 unterlegt werden könnten, widersprechen übereinstimmend der Behauptung, dass rechtsextreme Verhaltensdispositionen hauptsächlich durch die autoritäre DDR-Sozialisation verursacht und daher gegenwärtig im Osten immer noch so verbreitet seien. Es gibt keine Belege dafür, dass Personen mit früherer starker DDR-Identifikation im Durchschnitt häufiger und stärker ausgeprägte Dispositionen für Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit und Gewaltbereitschaft besitzen als Vergleichsgruppen mit früher indifferenter oder ablehnender Einstellung zur DDR.

    V. Die Trends nach 1990

    Hypothese 4 geht davon aus, dass die Häufigkeit rechtsextremistischer und fremdenfeindlicher Erscheinungen nach der Vereinigung kontinuierlich zurückgehen wird. Wie hat sich das in den neunziger Jahren tatsächlich entwickelt? Dass rechtsextreme Orientierungen, Fremdenfeindlichkeit und Gewaltbereitschaft schon in der Endzeit der DDR und verstärkt nach der Wiedervereinigung zugenommen haben, ist allgemein bekannt und besonders im Jugendbereich gut belegt. Nicht selten wurden die Werte vergleichbarer westdeutscher Jugendgruppen in kurzer Zeit erreicht oder sogar übertroffen, z. B. auch die hinsichtlich der Bewertung der NS-Zeit.

    Da wir in einigen Fällen auch auf Daten aus ZIJ-Studien vor 1989 zurückgreifen konnten, sind diese Trends unmittelbar vor und nach der Vereinigung von besonderem Interesse. Die Aussage, "Der Nationalsozialismus hatte auch seine guten Seiten", wurde zwar bereits 1988 von jedem achten 14- bis 18-jährigen DDR-Jugendlichen zustimmend beantwortet, doch bis 1992 verdoppelte sich dieser Anteil: 1988 waren es 12 Prozent der von uns befragten Schüler und Lehrlinge, im Mai 1990 14, im November 1990 schon 19 und im Jahre 1992 sogar 24 Prozent. Ein klarer Beleg für die damals rasant verlaufenden Bewusstseinprozesse.

    Ähnlich verlief der Trend bei dem Indikator "Die Deutschen waren schon immer die Größten in der Geschichte". Hier bejahten 1988 zehn Prozent, 1990 bereits 23 und 1992 wiederum 23 Prozent diese Aussage. Damit wurde das Niveau westdeutscher Schüler gleichen Alters überschritten. [10]

    Im Jugendsurvey des Deutschen Jugendinstituts München von 1992 finden sich weitere Vergleiche zwischen ost- und westdeutschen 15- bis 29-Jährigen. Sie bestätigen die genannten, meist noch nicht sehr großen Einstellungsunterschiede bei rechten Themen zwischen den jungen Ost- und Westdeutschen.

    Ein ganz anderes Bild ergibt sich jedoch bei der Betrachtung der Einstellungen zu Ausländern. Alle Jugendstudien nach der Wende widerspiegeln eine hohe Ausländerablehnung bei jungen Ostdeutschen. Das kann ebenfalls mit Ergebnissen repräsentativer Studien der Jahre 1992 und 1997 aus dem Deutschen Jugendinstitut veranschaulicht werden (Tabelle 5). [11]

    1997 haben sich zwar bei den jungen Ostdeutschen die Aversionen gegenüber Ausländern etwas verringert, doch die der jungen Westdeutschen sind in dieser Zeit noch weiter zurückgegangen. Die West-Ost-Abstände haben sich dadurch sogar noch etwas vergrößert.

    An dieser Stelle eine Bemerkung zum Antisemitismus: Aus Platzgründen können wir leider nicht ausführlich auf die Einstellungen der Ostdeutschen gegenüber Juden eingehen, doch soll angemerkt werden, dass ihre Antisemitismuswerte in den ersten Vergleichsstudien Anfang der neunziger Jahre zur allgemeinen Überraschung viel geringer waren als die der westdeutschen Populationen. Bis Ende der neunziger Jahre hat jedoch auch hier ein spürbarer Anstieg der Werte, also ein "Angleichungsprozess an das Westniveau" stattgefunden. Unsere vier Hypothesen haben auf diesem Gebiet ebenfalls keine Bestätigung erfahren. [12]

    Damit soll erneut darauf hingewiesen werden, wie differenziert die Lage zu beurteilen ist. Die Annahme einer stark ausgeprägten allgemeinen fremdenfeindlichen Disposition bei Ostdeutschen, die sich gleichermaßen auf Ausländer und Juden richtet, ist nicht aufrechtzuerhalten. Die Einstellungslage bei ostdeutschen Jugendlichen kann jedoch nicht ohne weiteres für die gesamte Bevölkerung im Osten verallgemeinert werden. Im Gegenteil: Bei den älteren Jahrgängen fallen die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen viel geringer aus, die Differenzen erscheinen oft als praktisch irrelevant oder fallen mitunter sogar zugunsten der Ostdeutschen aus. Die seit 1990 angestellten Vergleiche im Rahmen der Eurobarometer-Studien belegen z. B., dass Ostdeutsche zwar häufiger als Westdeutsche gegen Zuwanderer aus West- und besonders aus Osteuropa sind, dass sie sich gleichzeitig aber toleranter als Westdeutsche gegenüber der Aufnahme politischer Asylbewerber verhalten. Eva Thalhammer stellt dazu verallgemeinernd fest: "Zwischen West und Ost bestehen zwar Unterschiede, aber man kann nicht generell behaupten, dass die Menschen in dem einen Teil Deutschlands eine negativere oder positivere Haltung (gegenüber Zuwanderern, W.F.) zeigen als die im anderen Teil." [13]

    Und Schmidt/Heyder fassen nach Auswertung zahlreicher empirischer Untersuchungen, besonders der ALLBUS-Serie, die Ost-West-Unterschiede folgendermaßen zusammen: "Sowohl das Niveau autoritärer Einstellungen als auch das Ausmaß der Idealisierung der eigenen Nation unterscheidet sich in Ost- und Westdeutschland kaum voneinander. Hingegen ist der Antisemitismus in Westdeutschland stärker verbreitet als in Ostdeutschland, andererseits ist Ausländerdiskriminierung in Ostdeutschland häufiger anzutreffen. Man muss jedoch hinzufügen, dass die quantitativen Unterschiede nicht sehr groß sind." [14] Diese Ergebnisse und Einschätzungen können nur als Zurückweisung der Hypothesen einer von autoritären Strukturen bedingten DDR-Sozialisation interpretiert werden.

    VI. Schlussbemerkung

    Die Analyse war auf die Beantwortung der Frage gerichtet, ob die Hauptursachen des rechtsextremistischen/fremdenfeindlichen Einstellungspotenzials im Osten in den autoritären Strukturen der DDR-Gesellschaft zu sehen sind. Die Prüfung der von uns aufgestellten Hypothesen erbrachte keine Ergebnisse, die diesen Schluss zulassen. Weder konnten repräsentative Daten ermittelt werden, die für Bevölkerungsgruppen der DDR in den siebziger und achtziger Jahren ein höheres rechtsextremistisches, fremdenfeindliches und gewaltbereites Potenzial als in der westdeutschen Bevölkerung ausweisen, noch konnten Zusammenhänge zwischen DDR-Identifikation und den genannten Einstellungen festgestellt werden. Auch die Prüfung der Sozialisationsdauer unter DDR-Bedingungen erbrachte nicht die in der zweiten Hypothese vermuteten Resultate. Die Ergebnisse der zahlreichen Studien der neunziger Jahre entsprachen ebenfalls nicht der hypothetischen Erwartung eines kontinuierlichen Rückganges der häufig hohen Ausgangswerte aus der Wendezeit.

    Insgesamt stellte sich bei der Durchsicht der verschiedensten empirischen Studien heraus, dass die Einstellungswerte der vergleichbaren Bevölkerungsgruppen in Ost und West erstaunlich wenig voneinander differieren - allerdings mit Ausnahme der Jugendkohorten. Ostdeutsche Jugendliche unterscheiden sich in zahlreichen Einstellungsmerkmalen deutlich negativ, in einigen Merkmalen sogar stark von westdeutschen Jugendlichen.

    Die Analyse weist mit Nachdruck auf die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung der oft widersprüchlichen Mentalitäten der verschiedenen Bevölkerungsgruppen hin, besonders der zwischen Ost- und Westdeutschen. Mit politischen Stereotypen kann man der Interpretation dieser Verschiedenartigkeiten nicht gerecht werden. Die Hauptursache für die gegenwärtigen Erscheinungen immer noch in die seit über einem Jahrzehnt nicht mehr existierende DDR hinein zu projizieren - und an diesen Behauptungen trotz gegenteiliger wissenschaftlicher Forschungsaussagen festzuhalten! -, kann meines Erachtens letztlich nur durch politisch-ideologische Motive begründet sein. Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus und Aggressivität werden anscheinend häufig noch deshalb dem Konto der längst verblichenen DDR zugeschrieben, weil mit solchen Stereotypen die mental-charakterliche Inferiorität der Ostdeutschen als angeblich wissenschaftlich authentisch hingestellt werden kann. Damit können vermutlich außerwissenschaftliche Interessen bedient werden.

    Vor allem aber ist es wichtig, den politisch-praktischen Wert der wissenschaftlichen Ursachenklärung solcher psycho-sozialen Problembereiche im Auge zu behalten. Denn erfolgreiche Gegenstrategien zur Eindämmung rechtsextremistischer Erscheinungen, ihrer Prävention und Therapie können nur nach klarer Einschätzung des Ursachen-Komplexes entworfen werden, nicht jedoch mit der bloßen Attribuierung empirisch nicht begründeter Stereotype. Das verlangt die systematische Nutzung und theoretische Verallgemeinerung der heute reichlich vorhandenen und sehr informativen empirischen Forschungen auf sozialwissenschaftlichen Gebieten.

    Die Analyse hat gezeigt, dass die entscheidenden Ursachenfaktoren für Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt im Niedergang und Zusammenbruch des DDR-Systems sowie in der langen und für viele Menschen schwierigen Phase der Transformation in das neue, grundlegend andere Gesellschaftssystem, also in einer radikal veränderten Lebenswelt der Individuen liegen. Auf die damit verbundenen theoretischen Zusammenhänge sowie spezielleren empirischen Begründungen konnte hier aber nicht näher eingegangen werden. Künftige Forschungen sollten vor allem in dieser Richtung zu einer weiteren Klärung beitragen. [15]
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    Fußnoten

    1.
    Vgl. Patrice G. Poutrus/Jan C. Behrends/Dennis Kuck, Historische Ursachen der Fremdenfeindlichkeit in den neuen Bundesländern, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 39/2000, S. 15-21; Armin Pfahl-Traughber, Die Entwicklung des Rechtsextremismus in Ost- und Westdeutschland, in: ebd., S. 3-14; Christian Pfeiffer, Anleitung zum Hass, in: Der "Spiegel, 12/1999.
    2.
    Das ZIJ hat von 1966 bis 1990 über 400 größere empirische Untersuchungen zu den verschiedenen Einstellungs- und Lebensbereichen der DDR-Jugend durchgeführt, darunter zahlreiche auf zeithistorische Trends angelegte, teilweise person-identische Längsschnittstudien. Die Daten von 230 dieser Jugendstudien sind im Zentralarchiv für Empirische Sozialforschung an der Universität Köln archiviert und dort abrufbar. Vgl. Walter Friedrich/Peter Förster/Kurt Starke, Das Zentralinstitut für Jugendforschung. Leipzig 1966-1990, Berlin 1999.
    3.
    1964 hat bereits U. Siegel mehrere Hundert 14- bis 18-jährige Schüler und Lehrlinge aus dem Leipziger Raum nach ihren Urteilen über Angehörige verschiedener Völker befragt. Zur Methodik und zu den detaillierten Ergebnissen dieser Stereotypenstudie vgl. Ulrike Siegel, Nationale Gruppen im Urteil Jugendlicher, in: Schriftenreihe "Jugendforschung", Nr. 3/4/1967. Später wurde diese Studie am "Leipziger ZIJ mit vergleichbaren Populationen und Versuchsplänen von H. Müller fortgeführt, 1992 /1994 von der Forschungsstelle für Sozialanalysen in Leipzig. Wir beschränken uns hier auf die Mittelwerte der Sympathieurteile über einige ausgewählte Völker. Sie beziehen sich auf eine 7-stufige Intensitätsskala, auf der die Übereinstimmung der persönlichen Meinung, von 1 = sehr stark bis 7 = überhaupt nicht, markiert war. Die Werte der in der Tabelle 1 genannten Studie von 1978 können nicht mit angeführt werden, weil damals eine andere Antwortskala eingesetzt worden ist, die einen exakten Zahlenvergleich leider nicht ermöglicht. Spezielle Berechnungen haben jedoch ergeben, dass die Daten von 1978 noch stark denen der vorangegangenen Studie von 1968 ähnelten. Daraus kann der wichtige Schluss abgeleitet werden, dass sich die großen Veränderungen in den Sympathie-Urteilen der DDR-Jugend erst in den achtziger Jahren vollzogen haben - was auch den Ergebnissen anderer ZIJ- Forschungen voll entspricht.
    4.
    Aus Platzgründen können hier nur Daten einiger ausgewählter Völker, außerdem auch über Juden mitgeteilt werden. Ausführliche Datenpräsentation bei Walter Friedrich/Wilfried Schubarth, Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus bei ostdeutschen Jugendlichen, in: Deutschland Archiv, (1991) 10, S. 1057.
    5.
    Die auf Wunsch des Auftraggebers eingesetzte 11-stufige Antwortskala reicht von +5 = sehr sympathisch, über 0, bis -5 = sehr unsympathisch. Das ist bei der Beurteilung der Mittelwerte zu beachten.
    6.
    Repräsentative Umfrage der Friedrich-Ebert-Stiftung, Die gesellschaftliche Akzeptanz von Rechtextremismus und Gewalt, Oktober 2000, in: Handreichung für politische Bildung, März 2001, vgl. auch FES-Info, (2000) 4.
    7.
    Die Forschungsresultate des Eurobarometers 2000 sind ausführlich dokumentiert in: Einstellungen gegenüber Minderheitengruppen in West- und Ostdeutschland (Bearbeiterin: Eva Thalhammer), Wien 2001, S. 7/8 (vgl. http://eumc.eu.int)
    8.
    Vgl. Walter Friedrich/Peter Förster, Jugend im Osten, Leipzig 1996, S. 143 ff. sowie S. 195-197.
    9.
    Vgl. Peter Förster, Es war nicht alles falsch, was wir früher über den Kapitalismus gelernt haben, in: Deutschland Archiv, (2001) 2, S. 217.
    10.
    Vgl. W. Friedrich/P. Förster (Anm. 8), S. 130; Wilfried Schubarth, Forschungen zum Geschichtsbewusstsein, in: W. Friedrich/P. Förster/K. Starke (Anm. 2).
    11.
    Vgl. Corinna Kleinert/Johann de Rijke, Rechtsextreme Einstellungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, in: Wilfried Schubarth/Richard Stöss (Hrsg.), Rechtsextremis"mus in der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 2000, S. 173.
    12.
    Vgl. Werner Bergmann, Antisemitismus in Deutschland, in: W. Schubarth/R. Stöss, ebd.
    13.
    E. Thalhammer (Anm. 7), S. 2.
    14.
    Peter Schmidt/Aribert Heyder, Wer neigt eher zu autoritärer Einstellung und Ethnozentrismus, die Ost- oder die Westdeutschen?, in: Richard Alba/Peter Schmidt/Martina Wasmer (Hrsg.), Deutsche und Ausländer. Freunde, Fremde oder Feinde?, Wiesbaden 2000, S. 479.
    15.
    Vgl. Detlef Pollack/Gert Pickel, Die ostdeutsche Identität - Erbe der DDR-Sozialisation oder Produkt der Wiedervereinigung?, Die Einstellung der Ostdeutschen zu sozialer Ungleichheit und Demokratie, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 41-42/98 S. 9-23; Thomas Gensicke, Die neuen Bundesbürger, Opladen-Wiesbaden 1998; Thomas Ahbe/Monika Gibas, Der Osten in der Berliner Republik, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 1-2/2001, S. 15-22; Norbert Madloch, Rechtsextremismus in Deutschland nach dem Ende des Hitlerfaschismus, in: Klaus Kinner/Rolf Richter (Hrsg.), Rechtsextremismus und Antifaschismus, Berlin 2000; Hans-Joachim Veen, Innere Einheit - aber wo liegt sie?, in: Aus Poltik und Zeitgeschichte, B 40-41/97, S. 19-28.