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Das Zeitalter des permanent unfertigen Menschen: Lebenslanges Lernen nonstop?


26.5.2002
Zu den gegenwärtigen Zeitläufen zählen etwa das massive Altern der Bevölkerung oder die Entstehung neuer Entwicklungsstufen im hohen Alter. Sie haben sich zu einer neuen Qualität verdichtet.

I. Vorbemerkungen



Wenn man Wohlstand, Lebenserwartung und Bildungsbeteiligung als Kriterien nimmt, war das letzte Jahrhundert für die industrialisierte Welt eine beeindruckende Erfolgsgeschichte. Man denke nur an die Zunahme der Lebenserwartung von durchschnittlich etwa 45 Jahren um 1900 auf mehr als 75 Jahre in der Gegenwart. Gerade in der heutigen Zeit eines zuweilen als fantastisch anmutenden Glaubens an die Rolle der Genetik ist es mehr als trivial, wenn man hervorhebt, dass diese Fortschritte nicht etwa durch eine Veränderung im menschlichen Genom erzielt wurden. In den letzten Jahrtausenden und sicherlich im 20. Jahrhundert lagen die Quellen des Fortschritts vor allem in gesellschaftlichen Faktoren. Die im menschlichen Genom angelegte enorme Plastizität als grundlegendes Entwicklungspotenzial nutzend, waren es kulturbasierte technologische, medizinische, ökonomische, politische und psychosoziale Lern- und Transferprozesse, die dies ermöglichten. [1]

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  • Gesellschaftlicher Wandel ist aber nicht nur Fortschritt. Der Entwicklungs- und Gesellschaftsforscher unterscheidet deshalb sorgfältig zwischen Veränderungen per se und der Bewertung von Veränderung. Selbst das Erlernen des logischen Denkens in der Kindheit hat Nachteile. Je logischer das Denken von Kindern wird, umso schlechter werden sie bei Aufgaben, die keine logisch eindeutige Lösung haben.

    Jede Veränderung, so sagen die meisten Theorien der menschlichen Entwicklung, birgt in sich eine mehrdimensionale und deshalb mehrkriteriale Gewinn-Verlust-Bilanzierung. Die Berechnung des Nutzens und der Kosten von Veränderungen ist zudem inhärent unsicher und von zeitlichen wie kontextuellen Bedingungen abhängig, genauso wie dies auf die evolutionäre Entwicklung der Lebewesen zutrifft. Auch diese Prozesse waren nie a priori vorher oder für ewige Zeiten fixierbar. Biologisch-genetische Evolution war immer ein Geschehen, in dem der Lebens- und Überlebenswert der genetischen Veränderung a posteriori und in einem komplexen und sich stets verändernden Zusammenspiel von Anlage und Umwelt zum Tragen kam.

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    Fußnoten

    1.
    Vgl. Paul B. Baltes/Tania Singer, Plasticity and the ageing mind: An exemplar of the biocultural orchestration of brain and behaviour, in: European Review: Interdisciplinary Journal of the Academia Europaea, (2001) 9, S. 59-76.

     
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