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Gentechnik - Biopolitik

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Die Beschleunigung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts hat im Bereich der Gentechnik Möglichkeiten eröffnet, die vor noch nicht allzu langer Zeit als Science-fiction abgetan worden wären. Als vor einem Jahr die Entzifferung des menschlichen Genoms gefeiert wurde, tat sich vor den Forschern eine "schöne neue Welt" auf. Die Entstehung menschlichen Lebens schien ihres Geheimnisses entkleidet zu sein. Die Gentechnik ermöglicht nicht nur die Analyse der Erbinformationen, sondern auch deren Manipulation. Ist dies der Beginn der Huxley'schen "Vision", nach der die Menschen nicht mehr geboren, sondern nur noch künstlich erzeugt und anschließend konditioniert werden? In dieser "schönen neuen Welt" werden zwar auch noch Menschen auf natürliche Weise gezeugt, diese leben aber außerhalb der Städte in Reservaten. Zu dieser "Vision" muss es nicht zwangsläufig kommen, wenn sich in Deutschland die führenden Politiker darüber einig werden, in welchem Umfang sich die Forscher an Projekten der Gentechnik beteiligen dürfen. Die Diskussion innerhalb der politischen Elite des Landes verläuft kontrovers durch alle Parteien, wie die jüngste Debatte im Deutschen Bundestag gezeigt hat. Exemplarisch für die Kontroverse stehen der Bundeskanzler und der Bundespräsident. Befürwortet der Kanzler eine liberalere Handhabung dieser Forschung und deren Umsetzung in der Praxis, weist der Bundespräsident auf die aus der Anwendung entstehenden Gefahren und die ethischen Bedenken hin.

Ludwig Watzal

Editorial

Die Beschleunigung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts hat im Bereich der Gentechnik viele Möglichkeiten eröffnet. Vor nicht allzu langer Zeit wären sie als Science-fiction abgetan worden. Weiter...

Rüdiger Wolfrum

Forschung an humanen Stammzellen: ethische und juristische Grenzen

Die Entscheidung, ob in Deutschland in Zukunft mit überzähligen Embryonen geforscht werden kann, muss der Gesetzgeber treffen. In der Debatte sollte u.a. versucht werden, die möglichen Vorteile herauszufiltern. Weiter...

Christine Hauskeller

Die Stammzellforschung - Sachstand und ethische Problemstellungen

Der Artikel gibt einen Überblick über den derzeitigen Forschungsstand mit humanen Stammzellen. Am Beispiel des Textes "Empfehlungen der DFG zu Forschung mit menschlichen Stammzellen" zeigt er die ethischen Problemfelder auf. Weiter...

Sigrid Graumann

Zur Problematik der Präimplantations-
diagnostik

Die derzeit heftig geführte Debatte über Verbot oder Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) konzentriert sich vor allem auf die Frage nach dem moralischen Status menschlicher Embryonen. Es gibt aber noch weitere Aspekte. Weiter...

Günter Feuerstein, Regine Kollek

Vom genetischen Wissen zum sozialen Risiko: Gendiagnostik als Instrument der Biopolitik

Die Gendiagnostik verspricht, Krankheitsdispositionen frühzeitig zu erkennen. Prädiktive Gentests können allerdings nur selten medizinische Ungewissheiten tatsächlich reduzieren. Weiter...

Matthias Kettner

Neue Formen gespaltener Elternschaft

Die Fortschritte der "Reprogenetik" haben unser Standardmodell der "natürlichen" Elternschaft eines heterosexuellen Paares um neue Formen gespaltener Elternschaft erweitert. Genetische, austragende und aufziehende Elternteile werden personell trennbar. Weiter...

Hans-Georg Koch

Fortpflanzungsmedizin im europäischen Rechtsvergleich

In Deutschland existiert eine Gesetzgebung zu Fragen und Erscheinungsformen der medizinisch unterstützten Fortpflanzung. Dies gilt ebenso für andere europäische Länder. Weiter...