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26.5.2002 | Von:
Hans-Georg Koch

Fortpflanzungsmedizin im europäischen Rechtsvergleich

II. Supranationale Vorgaben

In internationalen Übereinkommen werden Fragen der Fortpflanzungsmedizin bislang noch kaum angesprochen. Wenn - wie in den Artikeln 8 und 12 der Europäischen Menschenrechts-Konvention (EMRK) - das Recht auf Privat- und Familienleben, Heirat und Familiengründung thematisiert wird, so werden in diesem Zusammenhang die Methoden der "assistierten Reproduktion" nicht explizit genannt [7] . Hervorzuheben sind indes die Artikel 11-14 und 18 des Menschenrechtsübereinkommens des Europarats zur Biomedizin vom 4. April 1997 (früher: Bioethik-Konvention) [8] - in Stichworten: Verbot der Diskriminierung im Bereich der Humangenetik, Gesundheitsbezug für prädiktive genetische Tests, Verbot der intendierten Intervention in das menschliche Genom, Verbot der Geschlechtswahl außer zur Vermeidung schwerer, erblicher geschlechtsgebundener Krankheiten sowie in ihrer Reichweite unklare Beschränkungen hinsichtlich der Forschung an Embryonen in vitro - mitsamt dem Zusatzprotokoll über das Verbot des (reproduktiven) Klonens von menschlichen Lebewesen [9] .

Fußnoten

7.
Vgl. näher Stephan Sina, "Recht auf Elternschaft"?, in: Zeitschrift für das gesamte Familienrecht (FamRZ), (1997), S. 862 ff., 865 f. mit weiteren Nachweisen.
8.
In deutscher Sprache abgedruckt z. B. bei Albin Eser (Hrsg.), Biomedizin und Menschenwürde, Freiburg 1999, S. 12 ff.
9.
In deutscher Sprache abgedruckt z. B. in: ebd., S. 124 ff.