APUZ Dossier Bild

26.5.2002 | Von:
Lutz Ribbe

Die Wende in der Landwirtschaft

BSE und MKS haben die Diskussionen über eine Agrarwende in eine breite Öffentlichkeit getragen. Dadurch ist ihr gesellschaftlich ein völlig neuer Stellenwert gewachsen.

Einleitung

"Weg von den Agrarfabriken", fordert der Bundeskanzler. Eine Agrarwende soll her: keine Reform, eine Wende! Schon diese Wortwahl deutet an, dass die Agrarpolitik einer Generalüberholung unterzogen werden soll. Eine "Perspektive für eine andere, eine verbraucherfreundliche Landwirtschaft" soll erarbeitet und umgesetzt, die Fehler der Vergangenheit sollen überwunden werden. Die Diskussion um eine nachhaltige Entwicklung hat also nun auch die Landwirtschaft erfasst - und dies ist gut so! Denn Gründe, die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) trotz der Reform von 1992 und derjenigen aus dem Jahr 2000 ("Agenda 2000") grundlegend zu verändern, gibt es nicht erst, seitdem in Schleswig-Holstein die erste BSE-Kuh Deutschlands endeckt wurde. Die Zielsetzung der europäischen Agrarpolitik - festgelegt bereits in den Römischen Verträgen von 1957 - entsprechen längst nicht mehr den Ansprüchen der heutigen Zeit, z. B. den drei Säulen der "Nachhaltigkeit": Die EU-Agrarpolitik ist weder ökonomisch akzeptabel, noch ökologisch verträglich noch sozial gerecht. Und eine Übertragung dieser veralteten Agrarpolitik auf die Länder, die in die EU aufgenommen werden wollen, ist weder finanzierbar noch aus ökologischen oder sozialen Gründen zu wünschen.

  • PDF-Icon PDF-Version: 100 KB