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Berliner Republik

Als der Publizist Johannes Gross Anfang der neunziger Jahre den Begriff der Berliner Republik in die öffentliche Debatte einführte, schlugen die Wellen hoch. Seither geistert er durch die politischen Feuilletons. Gewichtige Bedenken wurden vorgetragen: Das Ende der Bonner Republik ließ Befürchtungen aufkeimen, Deutschland könnte an Traditionen anknüpfen, die es ins Verderben geführt hatten. Neuer deutscher Größenwahn, das Abstreifen seiner NS-Vergangenheit im Sinne eines historischen Schlussstriches oder das Ende der Westbindung wurden befürchtet. Die Befürworter einer Berliner Republik behaupteten, dass sich durch den Umzug an der innen- wie außenpolitischen Ausrichtung Deutschlands nichts Wesentliches ändern werde. Dass die Herausforderungen an das Land von Berlin aus besser bewältigt werden würden, ist bis heute bloße Behauptung. Der unbestreitbare Vorteil Berlins liegt aber darin, dass es nicht nur politische Hauptstadt, sondern auch gleichzeitig kulturelle Metropole ist.

Ludwig Watzal

Editorial

Als der Publizist Johannes Gross den Begriff der Berliner Republik in die öffentliche Debatte einführte, schlugen die Wellen hoch. Seither geistert er durch die politischen Feuilletons. Weiter...

Kurt Sontheimer

Berlin schafft keine neue Republik - und sie bewegt sich doch

Durch den Umzug von Regierung und Parlament nach Berlin ist keine neue oder andersartige Republik entstanden. Die Rede von der Berliner Republik hat ihren Schwerpunkt im Feuilleton. Weiter...

Frank Brunssen

Das neue Selbstverständnis der Berliner Republik

Die Revolution in der DDR und die deutsche Vereinigung markieren eine zentrale Zäsur in der jüngsten deutschen Geschichte. Sie hat zu einem Wandel des deutschen Selbstverständnisses geführt. Weiter...

Thomas Ahbe, Monika Gibas

Der Osten in der Berliner Republik

Seit dem Beitritt der Ostdeutschen mit ihren andersartigen sozialisatorischen Mustern, ihren besonderen Erfahrungen und Wertvorstellungen wird eines deutlich: Die fehlende "innere Einheit" Deutschlands lässt sich nicht wegdenken. Weiter...

Bassam Tibi

Leitkultur als Wertekonsens

Im Rahmen eines Versuchs, eine Bilanz aus der Leitkultur-Debatte zu ziehen, wird diese These formuliert: Wie jeder Mensch eine personale Identität hat, so besitzt auch jede Großgruppe eine kollektive Identität. Weiter...

Dieter Oberndörfer

Leitkultur und Berliner Republik

Im modernen Verfassungsstaat wird die individuelle Freiheit der Kultur geschützt. Daneben gehören auch der religiöse Glaube, die religiöse Praxis und die Weltanschauung zum gesetzlich verankerten Recht auf Freiheit. Weiter...