Um gegen die Diskriminierung von Schwarzen in den USA zu demonstrieren, knien Spieler des Footballteams der Woodrow Wilson High School in Camden während der Nationalhymne

Black America

Am 4. April 1968 wurde der Bürgerrechtler Martin Luther King erschossen. King war die Galionsfigur des gewaltfreien zivilen Widerstands der 1950er und 1960er Jahre. Heute wird er dafür weltweit verehrt. Zu seinen Lebzeiten war das anders, zumindest in seiner Heimat: Laut einer Bevölkerungsumfrage von 1966 hatten 63 Prozent der US-Amerikaner eine negative Meinung vom Pastor aus Atlanta.

Noch vor dem Attentat resümierte James Baldwin: "Die Geschichte der Schwarzen in Amerika ist die Geschichte von Amerika. Es ist keine schöne Geschichte." Für einige schien sie mit dem Wahlsieg Obamas 2008 ein glückliches Ende gefunden zu haben. Sie träumten von einem "postethnischen Amerika". Andere lehnten diese Vorstellung ab und verwiesen auf Polizeibrutalität gegen Schwarze und die große ökonomische Kluft zwischen Weißen und people of color.

Lorenz Abu Ayyash

Editorial

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