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22.5.2002 | Von:
Dagmar Schittly

DDR-Alltag im Film Verbotene und zensierte Spielfilme der DEFA

IV. "Neuer Kurs" und Rückkehr zum alten

Stalins Tod sorgte im Jahr 1953 für Verunsicherung und daraus resultierende "Kursschwankungen" im kommunistischen Lager, die sich auch auf den Kulturbereich auswirkten. Die kommende politische Linie ließ sich zunächst nicht absehen. Relativ überraschend erfolgte eine Neuorientierung, der so genannte "Neue Kurs"; einige der vorherigen Zwangsmaßnahmen wurden zurückgenommen. Die Proklamierung des Neuen Kurses wurde von den Kulturschaffenden geschickt genutzt, um neue kulturpolitische Forderungen zu formulieren. Und auch die Filmschaffenden verlangten mehr Freiheiten. Vor dem Hintergrund des politischen "Tauwetters" wurden zwar einige Änderungen erwirkt, welche die Arbeitsbedingungen der Künstler erleichterten - an der grundsätzlichen politischen Ausrichtung der Filmpolitik der SED änderte sich jedoch nichts. Dies zeigte sich bereits kurze Zeit später, als einige Produktionen aus den "kritischen Monaten Ende 1956/Anfang 1957" nach der kulturpolitischen Kurskorrektur Ende der fünfziger Jahre nicht zur Aufführung gelangten, da diese "infolge ideologischer Schwankungen von Künstlern schief geraten" seien. [6]

Fußnoten

6.
So das Mitglied der ZK-Kulturkommission, Alfred Kurella, in einem Brief an den Vorstand des FDGB, Herbert Warnke, SAPMO IV 2/2026/77, S. 111-112.