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22.5.2002 | Von:
Ansgar Klein

Überschätzte Akteure?

Die NGOs als Hoffnungsträger transnationaler Demokratisierung

Der Sammelbegriff der NGOs (Non-Governmental Organizations/Nicht-Regierungsorganisationen) vermittelt nur einen unscharfen Blick. Es sind insbesondere die politischen NGOs, die einen wichtigen Beitrag zur Demokratisierung internationaler Politik leisten.

Einleitung

Seit den neunziger Jahren ist die Einsicht gewachsen, dass die bislang weitgehend ungezügelte Eigendynamik der wirtschaftlichen Globalisierung eines politischen Ordnungsrahmens bedarf, der die ökonomischen Prozesse in umfassendere gesellschaftliche Ziele einbindet.

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  • Vor diesem Hintergrund haben international aktive, politisch agierende NGOs, [1] die sich öffentlichkeitswirksam für allgemeine Anliegen einsetzen - insbesondere in den Themenfeldern Umwelt, Entwicklung, Menschenrechte, doch mittlerweile zunehmend auch zu ökonomischen Fragen der Globalisierung -, eine beachtliche Aufwertung als Hoffnungsträger einer transnationalen Demokratisierung von globaler Ökonomie und Staatenwelt erfahren. [2]

    Fußnoten

    1.
    Die Abkürzung NGO ("Non-Governmental Organization") hat sich mittlerweile als Bezeichnung für Nicht-Regierungsorganisationen auch in Deutschland eingebürgert. Im Folgenden werden die "technischen" NGOs, die Dienstleistungen ausüben - Minen räumen, Häuser bauen, Kranke versorgen etc. -, von den "politischen" NGOs unterschieden, die mit Öffentlichkeitsarbeit, Kampagnen, Lobbyarbeit etc. auf die politische Willensbildung und Entscheidungsfindung Einfluss nehmen.
    2.
    So auch der Zwischenbericht der Enquete-Kommission "Globalisierung der Weltwirtschaft", hrsg. vom Deutschen Bundestag, Drucksache 14/6910, S. 105 ff.