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Politik als Inszenierung

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    Jede Epoche hat ihre eigene Form mit Problemen umzugehen. In einer Zeit, in der Politik und Medien nahezu untrennbar miteinander verwoben sind, in der politische Realität Medienrealität ist, lässt sich ohne Beachtung der Gesetze der Medien kaum mehr Politik machen. Demokratie wird zur Mediendemokratie; letztlich gelten die Regeln der medialen Darstellung auch für das politische Geschehen selbst. Die Mediendemokratie verändert nicht nur die Politik, sie verändert auch die agierenden Politikerinnen und Politiker - und sie verändert die Medien. Denn der permanente Zwang zur Inszenierung geht auf beiden Seiten mit einem Substanzverlust einher.

    Politik wird in der Mediengesellschaft zunehmend über die Person des Spitzenpolitikers vermittelt; dieser muss in der Lage sein, die entsprechende Rolle gut zu spielen. Wer dies nicht kann, wird nicht gewählt. Hinzu kommen die unterschiedlichen Geschwindigkeiten von Politik und Medien: Politik ist unendlich viel langsamer als die Medien, die täglich eine neue Schlagzeile, ein neues Bild brauchen. Hier liegen die Fallen für Politikerinnen und Politiker.

       
  • Katharina Belwe

    Editorial

    Politik und Medien sind heute nahezu untrennbar miteinander verwoben: politische Realität ist Medienrealität. Ohne Beachtung der Gesetze der Medien lässt sich kaum mehr Politik machen. Demokratie wird so zur Mediendemokratie. Weiter...

    Marcus Hoinle

    Ernst ist das Leben, heiter die Politik

    Politik ist eine ernste Angelegenheit. Im politischen Alltagsgeschäft spielt aber auch der Humor eine nicht unerhebliche Rolle. Ein Karnevalisierungsprozess, der den Kern der so genannten Spaßgesellschaft bildet, hat das öffentliche Leben in weiten Teilen erfasst. Weiter...

    Thomas Meyer

    Die Theatralität der Politik in der Mediendemokratie

    In der Mediengesellschaft bedient sich Politik zu ihrer Selbstdarstellung in immer stärkerem Maße theatraler Inszenierungsformen. Theatralität ist sowohl auf der Seite der Mediendiskurse über die Politik wie auf der Seite der politischen Selbstdarstellung ein Grundprinzip politischer Kommunikation geworden. Weiter...

    Rainer Gries, Silke Satjukow

    Von Feinden und Helden

    Die bipolare Wahrnehmung der Welt durch die SED-Führung äußerte sich in ebenso bipolaren Inszenierungen: "Feinde" und "Saboteure" repräsentierten die dunkle Seite des Kapitalismus, "Freunde" und "Helden" die lichte Sphäre der sozialistischen Zukunft. Weiter...

    Dieter Rucht

    Die medienorientierte Inszenierung von Protest

    Kollektive öffentliche Proteste - wie die Demonstrationen zum Berliner 1. Mai - werden mit Blick auf ihre Wirkung in den Massenmedien inszeniert. Zugleich geht es darum, sich der eigenen kollektiven Identität zu vergewissern und Grenzziehungen zwischen einzelnen Protestgruppen vorzunehmen. Weiter...