APUZ Dossier Bild

Deutsche Zeitgeschichte: 60er und 70er Jahre

  • PDF-Icon PDF-Version: 570 KB

    Die beiden "Mitteljahrzehnte" der deutschen Teilung standen bisher kaum im Zentrum wissenschaftlichen Interesses. Während die Entstehung der alten Bundesrepublik sowie die Gründung und das Ende der DDR bis in Details hinein als gut erforscht gelten dürfen, sind die "langen sechziger Jahre", wie Detlef Siegfried die Jahre von 1958 bis 1973 in der Bundesrepublik nennt, vor allem aufgrund mangelnder Zugänglichkeit einschlägiger Quellen bisher vernachlässigt worden.

    Die wechselseitige Beeinflussung der beiden deutschen Staaten in jenen Jahren bietet ein reiches Untersuchungsfeld, etwa die politische und kulturelle Chiffre "1968" mit ihren unterschiedlichen Bedeutungen und Langzeitwirkungen in den beiden Teilstaaten. Weitere Beispiele wären amerikanische oder britische Einflüsse auf die Populär- und Jugendkultur.

       
  • Hans-Georg Golz

    Editorial

    Die "langen sechziger Jahre" in beiden deutschen Staaten sind bisher von der Forschung vernachlässigt worden. Die Beiträge dieses Heftes konzentrieren sich auf die Alltags- bzw. Jugendkultur. Weiter...

    Christian Semler

    1968 im Westen - was ging uns die DDR an?

    Für die linksorientierten westdeutschen Studentinnen und Studenten, die heute gemeinhin als "68er" oder "Neue Linke" gelten, stand eines fest: Die DDR war "Terra incognita". Weiter...

    Lutz Kirchenwitz

    1968 im Osten - was ging uns die Bundesrepublik an?

    In der Szene des politischen Liedes Ende der sechziger Jahre gab es zwischen der DDR und der Bundesrepublik große Unterschiede. Es spielten aber auch Gemeinsamkeiten eine wesentliche Rolle. Weiter...

    Kaspar Maase

    Körper, Konsum, Genuss - Jugendkultur und mentaler Wandel in den beiden deutschen Gesellschaften

    In beiden deutschen Gesellschaften sahen die sechziger und siebziger Jahre Aufstieg und Normalisierung von bestimmten Jugendstilen. In deren Zentrum stand internationale Popmusik. Weiter...

    Uta G. Poiger

    Amerikanisierung oder Internationalisierung?

    Der Vergleich der Populärkultur zeigt erstaunliche Überschneidungen, etwa in Formen der Ablehnung amerikanischer Kultur, aber auch wichtige Unterschiede. Amerikanische Stileinflüsse blieben in der DDR subversiver. Weiter...

    Detlef Siegfried

    "Trau keinem über 30"

    Zwischen 1958 und 1973 bildeten sich jugendliche Subkulturen heraus. Auf der gesellschaftlichen Ebene kam es zu Konflikten vor allem deshalb, weil zwar kulturelle, aber kaum politische Spielräume zur Verfügung standen. Weiter...

    Bernd Lindner

    Zwischen Integration und Distanzierung

    Die DDR hat drei prägende Jugendgenerationen hervorgebracht: die Aufbaugeneration, die Integrierte und die Distanzierte Generation. Lediglich die erste konnte politisch innovativ wirken. Weiter...

    Detlef Nakath

    Von der Konfrontation zum Dialog

    Ende der 60er Jahre kam Bewegung in die verhärteten deutsch-deutschen (Nicht-)Beziehungen. Ohne das gesamteuropäische Entspannungsklima hätte die Annäherung jedoch kaum eine Chance gehabt. Weiter...