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Kinderbetreuungs-Kulturen in Europa: Schweden, Frankreich, Deutschland


29.10.2003
Das Angebot an Betreuungseinrichtungen für Kinder differiert in Europa erheblich: quantitativ und qualitativ. Das wird exemplarisch an Hand eines Vergleichs zwischen dem familienpolitischen Engagement in Schweden, Frankreich und Deutschland gezeigt.

Einleitung



Die europäischen Gesellschaften haben ganz unterschiedliche Vorstellungen davon, wie und von wem Kinder im Vorschulalter betreut werden sollten. Das ausdifferenzierte Angebot an Betreuungseinrichtungen und an Konzepten hängt eng mit kulturellen Kontexten zusammen, mit Vorstellungen über Kindheit, Privatheit und Öffentlichkeit, mit dem Verhältnis der Gesellschaften gegenüber "ihrem" Staat, mit den jeweils vorherrschenden Geschlechterbildern, der Integration der Frauen in den Arbeitsmarkt und der Integration der Väter in die Familie. Die Kenntnisnahme und Umsetzung der Bedürfnisse von Kindern und Eltern in politisches Handeln variiert ebenfalls je nach Land. Die hier behandelten Beispiele Schweden, Frankreich und Deutschland stehen für drei verschiedene Varianten von Kinderbetreuungskulturen: Schweden verfügt über die höchste Dichte an öffentlichen Einrichtungen zur Kinderbetreuung; das familienpolitische Leitbild ist das des Zwei-Verdiener-Haushalts; die Schweden sind "besessen von der Idee der Gleichstellung der Geschlechter"[1]. Frankreich, dessen Familienpolitik ebenfalls auf dem Leitbild des Zwei-Verdiener-Haushalts beruht, steht in Europa für die größte Variationsbreite an staatlich geförderten priva-tenund öffentlichen Betreuungsmöglichkeiten. Deutschland wiederum weist kein kohärentes Vorstellungsbündel oder Konzept auf; die Gesellschaft ist gespalten zwischen dem noch prägenden Leitbild der erwerbstätigen Mutter in den ostdeutschen Bundesländern, die auf öffentliche Kinderbetreuung angewiesen ist, und Leitbildern in transition in den westdeutschen Bundesländern, die sich zwischen privater oder privat organisierter Kindererziehung und dem Ruf nach mehr staatlichen Hilfen hin und her bewegen. In der Ländertriade weist Deutschland den größten Anteil an privater, nicht staatlich geförderter Kleinkindbetreuung auf.




Der Beitrag gibt zunächst einen Überblick über die Betreuungskulturen der drei Länder im europäischen Kontext, es folgen drei Länderportraits, welche die zu Grunde liegenden Geschlechterbilder, Programme, Ziele, Einrichtungen und die Finanzierung der Kinderbetreuung diskutieren. Soweit möglich, werden auch subjektive Perspektiven, Meinungen und Erwartungshaltungen berücksichtigt. Abschließend soll versucht werden, durch den Blick auf andere Länder Anregungen fürDebatten und Politiken in Deutschland zu gewinnen.



Fußnoten

1.
Vgl. Thomas P. Boje/Matthias Strandh, Households, Work and Flexibility. Country contextual reports. Sweden, in: Claire Wallace (Hrsg.), HWF Research Report 2. Country contextual reports. Demographic trends, labour market and social policies, Wien 2003, S. 97 - 133. Online abgerufen im Juli 2003 unter: www.hwf.at

 
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