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12.9.2003 | Von:
Heinrich-W. Krumwiede

Armut in Lateinamerika als soziales und politisches Problem

In Lateinamerika ist mehr als 40 Prozent der Bevölkerung von Armut betroffen. Die Hauptgründe hierfür liegen in der mangelnden Einflussmöglichkeit der Armen begründet.

Einleitung

In Deutschland ist Armut ein Randphänomen, das - zumeist nicht lebenslängliche, sondern temporäre - Schicksal einer Minderheit.[1] In den vergangenen Jahren waren regelmäßig zirka zehn Prozent der Bevölkerung von Armut betroffen. Dabei lassen sich bestimmte "Problemgruppen" mit einem hohen "Armutsrisiko", z.B. Arbeitslose und Alleinerziehende, ausmachen. Armut wird auch deshalb nicht als prioritäres Problem wahrgenommen, weil der Sozialstaat sich ihrer annimmt und dafür Sorge trägt, dass ein gerade noch als akzeptabel geltendes Existenzminimum nicht unterschritten wird. Im Gegensatz dazu ist Armut in Lateinamerika ein zentrales Problem. Warum das so ist, wird im Folgenden erläutert. In dem Beitrag werden die speziellen Charakteristika der ländlichen Armut nicht behandelt, sondern es wird ausschließlich auf die städtische Armut eingegangen.





Fußnoten

1.
Vgl hierzu Stefan Hradil, Soziale Ungleichheit in Deutschland, Opladen 20018, S. 245ff.; Gunter E. Zimmermann, Armut, in: Bernhard Schäfers/Wolfgang Zapf (Hrsg.), Handwörterbuch zur Gesellschaft Deutschlands, Opladen 20012, S. 36 - 52.