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Gesundheitspolitik

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    Ende Juli 2003 beendeten Bundesministerin Ulla Schmidt und Unions-Fachmann Horst Seehofer wochenlange Konsensverhandlungen über eine Gesundheitsreform. Die informelle Allparteienkoalition verfolgte als oberstes Ziel die Senkung der Beiträge für die gesetzlichen Krankenkassen und damit der hohen Lohnnebenkosten. Die Kompromissvorschläge – u.a. Gebühren für den Arztbesuch, höhere Zuzahlungen und die Ausgliederung des Zahnersatzes aus den Kassenleistungen - bedürfen der Zustimmung des Bundesrates. Die von allen Experten geforderte "Systemdebatte" steht weiterhin aus.

       
  • Hans-Georg Golz

    Editorial

    Hauptverantwortlich für das Finanzdesaster des Gesundheitssystems sind neben der schlechten Wirtschaftslage die demographische Entwicklung und der medizinische Fortschritt. Um zu einem Reformkonsens zu gelangen, ist der Abbau von Blockaden notwendig. Weiter...

    Jutta Hoffritz

    Gesundheit - kein Produkt wie jedes andere

    An tief greifenden Reformen im Gesundheitswesen führt kein Weg vorbei. Trotz wachsenden Problemdrucks dürfe jedoch, so die Autorin, nicht aus dem Blick geraten, dass Gesundheit kein Produkt wie jedes andere sei. Weiter...

    Thomas Gerlinger

    Rot-grüne Gesundheitspolitik 1998 - 2003

    Zunächst habe die Regierung Schröder vor allem die Ausgabenbegrenzung in der gesetzlichen Krankenversicherung unter Beibehaltung eines einheitlichen Leistungskatalogs angestrebt. Aufgrund der Zusammenarbeit mit der Opposition müsse künftig von stärkeren Belastungen für Versicherte und Patienten ausgegangen werden. Weiter...

    Nils C. Bandelow

    Chancen einer Gesundheitsreform in der Verhandlungsdemokratie

    In einer politikwissenschaftlichen Analyse gelangt der Autor zu einem ermutigendem Befund: Auch wenn in unserer "Verhandlungsdemokratie" unzählige Interessen an der Entscheidungsfindung mitwirkten, sei es doch möglich, zu einem Reformkonsens zu gelangen. Weiter...

    Ulrike Lindner

    Chronische Gesundheitsprobleme

    In einer zeithistorischen Skizze erläutert die Autorin die Genese eines Systems, das auf die Bismarckschen Sozialreformen zurückgeht. Die überkommenen Strukturen des Gesundheitswesens hätten sich bisher als außergewöhnlich reformresistent gegenüber politischen Steuerungsversuchen erwiesen. Weiter...

    Annette Riesberg

    Was kann Deutschland lernen?

    Ein konstruktives Aufnehmen der im EU-Verfassungsentwurf verankerten "Methode der offenen Koordinierung" im Gesundheitssystem böte einen Ansatz zur gemeinsamen Gestaltung eines künftigen Sozial- und Wirtschaftsmodells. Weiter...