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6.5.2003 | Von:
Ursula Lehr

Die Jugend von gestern - und die Senioren von morgen

Wir leben in einem alternden Volk. Immer mehr ältere Menschen stehen immer weniger jüngeren gegenüber.

Einleitung

Wir leben in einem alternden Volk, ja in einer alternden Welt. Immer mehr ältere Menschen stehen immer weniger jüngeren gegenüber. So waren in Deutschland im Jahr 2000 24 % der Bevölkerung 60 Jahre und älter, aber nur 21 % jünger als 20 Jahre. Im Jahr 2030 wird der Anteil der über 60-Jährigen (35 %) etwa doppelt so hoch sein wie jener der unter 20-Jährigen (17 %). Aber auch der Anteil der über 80-, 90- und Hundertjährigen nimmt zu. Der prozentuale Anteil der über 80-Jährigen wird sich in den nächsten 20 Jahren verdoppeln; er steigt von 3,6 auf 7,4 %, um im Jahr 2050 13,2 % erreicht zu haben. Zurzeit leben in Deutschland knapp 10 000 Hundertjährige und Ältere; im Jahre 2025 werden es bereits 44 000 und im Jahre 2050 sogar über 114 000 sein, so der "World Population Aging"-Bericht 1950-2050 der Vereinten Nationen.


Während sich die meisten Menschen darüber freuen, dass sie selbst und ihre Angehörigen eine höhere Lebenserwartung haben, wird auf der gesellschaftlichen Ebene genau dieselbe Entwicklung für vielfältige negative Trends verantwortlich gemacht. So spricht man mittlerweile von "Rentenlast" und "Pflegelast" und beklagt das "Langlebigkeitsrisiko". Ältere Menschen werden verantwortlich gemacht für finanzielle Schwierigkeiten in den Renten-, Kranken- und Pflegekassen.