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Gewalt im Geschlechterverhältnis

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    Frauen werden unter patriarchalischen Strukturen auch über ihre sexuelle Attraktivität, ihre Anziehungskraft und ihre Verfügbarkeit für Männer definiert. Der weibliche Körper wird auf legale wie illegale Weise vermarktet: in der Werbung, in den Medien, in der Pornografie und in der Prostitution. Schätzungen zufolge suchen täglich mehr als eine Million Männer in der Deutschland eine Prostituierte auf, 40 Prozent der Freier haben das Abitur oder einen Hochschulabschluss. Die Nachfrage - insbesondere nach ausländischen Prostituierten - ist groß. Viele der Frauen kommen aus den Ländern Mittel- und Osteuropas; viele sind das Opfer von Menschenhandel. Deutschland ist eines der Hauptziel- und Durchgangsländer für den internationalen Handel mit Frauen. Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung ist nach Paragraf 232 Strafgesetzbuch strafbar. Dessen ungeachtet floriert das (Milliarden-) Geschäft, dessen Profiteure auch vor der Anwendung psychischer und physischer Gewalt nicht zurückschrecken.

    Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter. Jede dritte Frau in Deutschland hat schon einmal physische Gewalt erlitten, jede siebte in Gestalt sexuellen Missbrauchs. Das ist das Ergebnis einer vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegebenen Studie. Die Übergriffe erfolgen überwiegend im häuslichen Umfeld: in der Ehe oder der Zweierbeziehung. Dass es in einer patriarchalischen Gesellschaft auch Gewalt gegen Männer und damit auch männliche Opfer gibt, scheint widersinnig, gelten diese doch gemeinhin als Täter. Im öffentlichen Diskurs wird die Verletzbarkeit von Männern (durch Männer) kaum wahrgenommen; mehr noch bleiben Frauen als Täterinnen weitgehend ausgeblendet.

       
  • Katharina Belwe

    Editorial

    Jede dritte Frau in Deutschland hat schon einmal physische Gewalt erlitten, jede siebte in Gestalt sexuellen Missbrauchs. Prostitution, ist ein Feld mit einem hohen Gewaltpotenzial. Dass es auch Gewalt gegen Männer gibt, wird weitgehend ausgeblendet. Weiter...

    Barbara Kavemann

    Kooperation zum Schutz vor Gewalt in Ehe und Beziehungen

    Gewalt im Geschlechterverhältnis gilt heute nicht mehr als Randproblem und Privatsache, auch werden entsprechende Übergriffe inzwischen als Rechtsbruch ernst genommen. Es gibt jedoch nach wie vor Probleme bei der Ahndung und Prävention. Weiter...

    Hans-Joachim Lenz

    Männer als Opfer von Gewalt

    Gewalt gegen Männer (durch Männer) ist eine weit verbreitete und eine zugleich weitgehend nicht wahrgenommene Realität. Sie wird von vielen Betroffenen verleugnet und nicht als soziales und schon gar nicht als politisches Problem erkannt. Weiter...

    Beate Leopold, Katja Grieger

    Gewaltprävention durch Arbeit mit Minderjährigen in der Prostitution

    Prostituierte werden deutlich häufiger Opfer von Gewalt als andere Frauen. Davon sind jüngere Frauen noch stärker betroffen. Im Sinne der Gewaltprävention ist es besonders dringend, sich prostituierenden Mädchen und jungen Frauen Beratung und Hilfe anzubieten. Weiter...

    Alexandra Geisler

    Hintergründe des Menschenhandels in die Prostitution mit Frauen aus Osteuropa

    Am Beispiel des Menschenhandels in die Prostitution mit Frauen aus Osteuropa werden Bedeutung und Ursachen des Menschenhandels im Kontext der sich verschlechternden Lebensbedingungen sowie den Veränderungen der Geschlechterrollen aufgezeigt. Weiter...

    Christiane Howe

    Milliardengeschäft illegale Prostitution

    In diesem Text geht es um die (Arbeits-)Migration von Frauen aus den Ländern Osteuropas, um Geschlechter- und Machtverhältnisse, Sexualität und Geld, Konsumverhalten sowie Gewalt gegen Frauen. Weiter...