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26.10.2004 | Von:
Jan Wehrheim

Städte im Blickpunkt Innerer Sicherheit

Ausblick

Die Überwachung von Städten hat vielfältige, teilweise nur schwer greif- und veränderbare Hintergründe. Die Gefahren überschießender Kontrollen sind leicht zu überschauen: Umfängliche Datenbestände über Bürgerinnen und Bürger sind die Voraussetzung, Daten missbrauchen zu können. Räumliche Ausgrenzungsprozesse verschärfen die soziale Exklusion. Integration ist aber gerade die Voraussetzung für eine zivilisierte, tolerante Umgangsweise. Mit der sozialen und kulturellen Homogenisierung einzelner Räume als Folge von sicherheitstechnisch überhöhter Segregation wird die Möglichkeit unterminiert, in der Großstadt Toleranz und zivilisierten Umgang mit Differenz täglich zu erlernen. Potenziale sozialen Fortschritts werden nicht genutzt.

Urbanität ist eine Errungenschaft, aber auch eine Zumutung. Diese Zumutung müssen Individuen und Gesellschaft aushalten, soll ihr befreiendes Moment erhalten bleiben und das Ideal von Großstadt als Ort der Emanzipation, der positiven Individualisierung und der durchgesetzten Demokratie jemals verwirklicht werden. Politik und Ökonomie müssten die Voraussetzungen dafür erhalten bzw. schaffen. Die Logik dieser Systeme scheint dies jedoch zunehmend zu verhindern.